Inkontinenz beeinträchtigt das Leben der darunter leidenden Menschen nicht nur physisch, sondern auch psychisch massiv.
Menschen, die ungewollt Harn verlieren, leiden an Inkontinenz. Für Betroffene – und davon gibt es mehr als man denkt – ist dies eine immense Belastung. Einerseits körperlich, immerhin ist der Intimbereich ständig feucht, wenn nicht sogar nass. Andererseits ist es aber auch psychisch extrem schmerzlich, weiß Dr. Patrick Rein, Facharzt für Urologie: „Die Haut weicht auf und man muss Windeln tragen. Außerdem neigt Harn dazu zu stinken, was natürlich einmal mehr unangenehm ist.“
Unterschiedliche Ursachen...
Im Großen und Ganzen werden zwei Formen unterschieden: Verliert man etwa beim Husten oder Heben schwerer Lasten Harn, spricht man von Belastungsinkontinenz. „Bei der Dranginkontinenz handelt es sich hingegen um eine sehr überaktive Blase. Der Weg zur Toilette ist zu weit, der Harn geht schon davor ab“, erklärt Patrick Rein. Bei Frauen, die oft aufs WC müssen, den Drang aber zurückhalten können, spricht man aber nicht von Inkontinenz, sondern von einer überaktiven Blase im eigentlichen Sinn. Leider haben Frauen ein höheres Risiko, inkontinent zu werden, welches durch Geburten, Zuckerkrankheit, Blasenentzündungen, chronischen Husten, Verstopfungen, Multiple Sklerose oder Demenz zusätzlich gesteigert wird. Männer leiden meist unter einer Belastungsinkontinenz. Rein: „Ursachen können Operationen an der Prostata sein, aber auch eine vergrößerte Prostata.“
...unterschiedliche Behandlung.
Durch Beckenbodentraining können Frauen die Funktion ihres Schließapparates wesentlich verbessern. Dabei ist es jedoch wichtig, dass das beim Physiotherapeuten erlernte Programm auch zuhause konsequent fortgeführt wird. Handelt es sich um eine Dranginkontinenz, kann diese medikamentös, in seltenen Fällen auch operativ, behandelt werden. Auch bei Männern wird ursachenbedingt vorgegangen, betont Dr. Rein: „Ist die Inkontinenz etwa auf ein Prostataleiden zurückzuführen, so muss dieses behoben werden.“ Vorbeugen kann man unglücklicherweise nicht – abgesehen davon, dass Übergewicht vermieden werden sollte und dass Frauen nach einer Geburt ihren Beckenboden trainieren sollten.
Kinder machen ins Bett.
Ob es sich bei Bettnässen um Inkontinenz handelt, hängt vom Alter ab: Bis zu einem bestimmten Alter ist das unwillkürliche Ablassen von Harn nämlich ganz natürlich. „Kinder müssen erst lernen, die Kontrolle über das Harnlassen zu gewinnen. Daher werden Kinder auch frühestens ab dem fünften Lebensjahr behandelt“, weiß der Dornbirner Urologe. Die Behandlung von Kindern ist allerdings nicht ganz leicht, denn die kleinen Patienten können ihre Beschwerden nicht gut in Worte fassen. Viel Zeit nimmt sich Rein daher für die Diagnose: „Sobald die Ursachen geklärt sind, kann kindliche Inkontinenz entweder mit Medikamenten, die das Wasser im Körper halten, behandelt werden oder durch sogenannte Bettnässer-Warngeräte.“
„Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter – vor allem bei Frauen. Das hängt mit der schwächer werdenden Muskulatur zusammen.“
Dr. Patrick Rein, FA für Urologie
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Praxis am Kehlerpark
...vereint mehrere medizinische Fachrichtungen unter einem Dach. Neben Dr. Patrick Rein als Facharzt für Urologie ordinieren zwei Internisten, ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie zwei Physiotherapeutinnen.
Am Kehlerpark 2, 2. Stock
6850 Dornbirn
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H: www.praxis-am-kehlerpark.at
Buchtipps:
„Volkskrankheit Harninkontinenz. Das Selbsthilfe-Buch: Mit Übungs-CD“ von Prof. Dr. Stefan Corvin und Dr. Hauke Hammerl (Verlag: Mankau; Mai 2010)
„Inkontinenz: Fragen und Antworten“ von Frank Perabo und Stefan C. Müller (Deutscher Ärzte-Verlag; Februar 2009)
„Beckenbodentraining für Männer: Harninkontinenz und Erektionsstörungen mindern und überwinden“ von Ute Michaelis (Verlag: Elsevier; Dezember 2009)
„Beckenboden: Wie Sie den Alltag zum Training nutzen“ von Irene Lang-Reeves (Verlag GU – Gräfe & Unzer; März 2007)
„Beckenboden. Das Training für mehr Energie (inkl. Übungs-CD)“ von Irene Lang-Reeves und Thomas Villinger (Verlag GU – Gräfe & Unzer; Februar 2002)
Weiterführende Links:
Inkontinenz Selbsthilfe e.V.: Helfen, Informieren und Fördern
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com
MKÖ – Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich: Potenzprobleme deutscher Männer
http://www.inkontinenz.at
Mini Med Studium: „Die Blase – Harninkontinenz und Bettnässen“, Vortrag von OA. Dr. Josef Pointner und Dr. Patrick Rein
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=54&thema=813
Mini Med Studium: „Die Blase – Harninkontinenz und Bettnässen: Ursachen und neueste Therapiemöglichkeiten“, Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Günter Janetschek, Dr. Susanne Ribeiro, Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl und Dr. Reinhold Posch-Zimmermann
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=54&thema=701