Wenn Sex krank macht
Kein Kinderspiel
Ich hab den Blues
Medizin mit Augenmaß
Kampf dem Heuschnupfen
Muskelkater
Volkskrankheit: Asthma - Gut geschulteAsthmatiker leben besser.
Ruhe auf der Sonnenliege
Gesund auf Reisen
Nervosität
Die Schilddrüse
Rund um die Hand
Vom Harnwegsinfekt zur...
Heuschnupfen
Ruhe! Bitte!
Mahlzeit! Gesundheit!
Auf zum Glück
Schleudertrauma
Entzündete Bindehaut
Haare lassen
Gestörter Schlaf
Wenn Harn ungewollt fließt
Baby unterwegs
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Potenzstörungen
Gestresste Eltern
Fußpilz
Blutspenden
Solarium
Mobile Strahlen + Information im Überfluss
Warzen
Zecken
Augenlaseroperation
Darmkrebsvorsorge
Leben im Biorhythmus
Vorfall: Bandscheibe
Trochene Haut
Blinddarmentzündung
Herzrhythmusstörungen
Hallux Valgus
Brustkrebs
Blutdruck
Altersakne
Schwerhörigkeit
Trockene Augen
Plötzlicher Kindstod
Migräne
Vorsorge NEU
Schnarchen
Schlaflabor
Blasenentzündung
Diabetes
Heilfasten
Kinder impfen
burn-out
Empfängnis natürlich regeln
Raucherlunge - COPD
Homöopathie
Vorsorge: Gebärmutterhalskrebs
Behandlung von Kurz- oder Weitsichtigkeit mittels Laser-Operation
Krampfadern
Akupunktur
Vegetarier
Wetterfühligkeit
Wenn die Niere versagt!
Kinderlos glücklich?
Grüner Star
Grauer Star
Frau und Herz
Morbus Crohn & Colitis ulcerosa
Osteoporose
Normales Leben trotz Epilepsie
Im Kampf gegen das Fett
Hat mein Kind schon Sex?
Psychosomatik
Hormone - Botenstoffe für die Schönheit und gegen das Altern?


 Wenn Sex krank macht
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Schönste Nebensache mit Folgen

Es ist die schönste Nebensache der Welt. Was aber, wenn Sex zur Hauptursache für eine Erkrankung wird? Über Geschlechtskrankheiten undSexuallyTransmittedDiseases. Und: Was man dagegen tun kann und wie man sich davor schützt.

Der Tripper zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit. Vor allem bei Frauen verläuft die Krankheit oft symptomlos. Manchmal klagen die Betroffenen jedoch über Schmerzen beim Wasserlassen und Ausfluss. Ebenfalls weit verbreitet ist Syphilis, die schmerzlose Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen zur Folge haben kann, aber auch die Zerstörung des zentralen Nervensystems. Daneben gibt es Ulcus Molle und Lymphogranuloma inguinale, die jedoch – zumindest hierzulande – weniger häufig vorkommen. „Geschlechtskrankheiten werden vorwiegend, aber nicht ausschließlich, durch Geschlechtsverkehr übertragen“, erklärt Dr. Marcus Kadgien, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in Lingenau.

HIV, Hepatitis und andere STD.
Neben den Geschlechtskrankheiten gibt es auch SexuallyTransmittedDiseases (STD), also sexuell übertragbare Krankheiten. Teils werden sie durch Bakterien, beispielsweise Chlamydien, teils durch Viren, etwa Hepatitis, Herpes oder HIV, teils durch Parasiten übertragen. Und manchmal handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Meist zeigen sich Auswirkungenim Genital- oder Analbereich, mitunter auch im Mund, so Kadgien: „Brennen, Schmerzen, aber auch völlige Schmerzlosigkeit können von Lymphknotenschwellungen, genitalem Ausfluss, üblem Geruch, Rötungen, Bläschen, kleinen Kratern, Warzen und anderem mehrbegleitet werden.“ Treten die Beschwerden nach sexuellem Kontakt – mit einem neuen Sexualpartner oder bei ungeschütztem Verkehr – auf, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Gut behandelbar.
Sofern mithilfe von antibiotischen und antiviralen Therapeutika korrekt behandelt, heilen die meisten STD gut aus.Wenngleich heutzutage ein relativ normales Leben mit HIV möglich ist und dank moderner Medikamente der HI-Virus unter die Nachweisgrenze reduziert werden kann: „Die HIV-Positivität, deren Nachweisbarkeit und natürlich die Ansteckungsmöglichkeit für Sexualpartner bleibt bestehen“, betont der Venerologe. 

Schutz geht vor.
Vor allem bei Personen, die häufig den Geschlechtspartner wechseln und zudem auf Schutzmaßnahmen wie Kondome verzichten, besteht die Gefahr, sich mit einer Geschlechtskrankheit oder STD anzustecken. Ebenso sind homosexuelle Männer eher gefährdet. „Aufgrund einer erhöhten Verletzungswahrscheinlichkeit birgt auch Analverkehr ein erhöhtes Risiko.Gleitmittel schützt – übrigens auch bei einer trockenen Scheide“, weiß Kadgien. Bei männlichem Oralverkehr sollte zum Schutz ein Kondom, bei weiblichem ein kleines Latextuch verwendet werden.

 

„Am sichersten ist es, Sex mit potentiell risikobehafteten Personen zu vermeiden. Ansonsten bietet das Kondom einen hohen, wenn auch nicht vollständigen Schutz. Es darf natürlich nie vergessen werden.“
Dr. Marcus Kadgien, FA für Dermatologie und Venerologie

 

Kontaktdaten:

Dr. Marcus Kadgien
FA für Dermatologie und Venerologie
Hof 29
6951 Lingenau
T: 05513 30472-0
E:mail@hautaerzte-lingenau.at
H: www.hautaerzte-lingenau.at

 

Buchtipps:

„Haut- und Geschlechtskrankheiten“ von Enno Christophers und Markward Ständer(Verlag: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 7. Auflage, 2003)

„Probleme im Intimbereich... damit müssen Sie nicht leben!“ Ein Ärztlicher Ratgeber“ von Ines Ehmer(Verlag: Zuckschwerdt; 2. Auflage, Jänner 2008)

„Wenn Sex krank macht: Syphilis, Tripper und Chlamydien auf dem Vormarsch“ vonLina Felicias(Verlag: FastBook Publishing; September 2009)

 

Weiterführende Links:

Krankheiten.at – Das neue Gesundheitsportal: Sexuell übertragbare Krankheiten
http://www.krankheiten.at/sexuell_uebertragbare_krankheiten/th30_index_0.htm

World HealthOrganization (WHO): „Sexuallytransmittedinfections“ – Informationen und Fakten (auf Englisch)
http://www.who.int/topics/sexually_transmitted_infections/en/

Mini Med Studium: „Hepatitis: Mythen und Fakten“ – ein Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Petra Munda
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=27&thema=514

 

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weiterführende links
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 Kein Kinderspiel
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Röteln: Kleine und große Patienten

Meist stecken sich Kinder mit dem Rötelnvirus an. Manchmal trifft es aber auch Erwachsene. Im Normalfall verläuft die Krankheit harmlos. Allein: Je älter man wird, desto gefährlicher – insbesondere für Schwangere. Schutz bieten Impfung und die Erkrankung selbst.


Es beginnt wie bei einer harmlosen Erkältung mit Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen, leichtem Fieber, Husten, manchmal geröteten Augen und angeschwollenen, mitunter schmerzenden Lymphknoten. „Ein oder zwei Tage später kommt es zu einem rötlich-fleckigen Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt, sich innerhalb kurzer Zeit auf den gesamten Körper ausbreitet und etwa zwei bis drei Tage sichtbar ist“, beschreibt Dr. Maria Lingenhel-König, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, typische Symptome der Infektionskrankheit Röteln. Bei circa 50 Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit symptomfrei. Ansteckungsgefahr besteht freilich auch bei ihnen.

Ansteckend.
Übertragen wird der Virus beim Sprechen, Niesen und Husten. Bis die Krankheit ausbricht, vergehen zwei bis drei Wochen. „Allerdings“, räumt die Bregenzer Kinderärztin ein, „ist der Patient eine Woche vor bis zehn Tage nach Auftreten des rötlichen Hautausschlags ansteckend. Solange sollte er auch zuhause bleiben, also Kindergarten oder Schule nicht besuchen.“ Normalerweise ist man nach sieben bis maximal zehn Tagen wieder gesund. Neben fiebersenkenden Medikamenten oder Schmerzmitteln bedarf es keiner besonderen Behandlung. Komplikationen sind selten, nehmen aber mit zunehmendem Alter zu.

Schwanger?
Röteln wird zu den Kinderkrankheiten gezählt. Dennoch erkranken auch Erwachsene an Röteln – für Schwangere kann diese gefährlich sein, betont Lingenhel-König: „Auch wenn die Krankheit für die Frau selbst meist harmlos oder sogar unbemerkt verläuft, kann das Ungeborene schwere gesundheitliche Schäden davontragen.“ Schwangere Frauen, die weder durch Erkrankung – wer einmal Röteln hatte, kann sich nie mehr mit dem Virus anstecken – noch Impfung immun sind, sollten daher den Kontakt mit infizierten Personen, sofern möglich, meiden. Die Blutuntersuchung auf Rötelnantikörper am Beginn einer Schwangerschaft ist übrigens Teil der Schwangerenvorsorge.

Doppelt hält sicher.
Es braucht zwei Impfungen, um wirklich ein Leben lang immun zu sein. „Etwa zwei bis fünf Prozent der nur einmalig Geimpften bilden keine Antikörper gegen die entsprechende Krankheit. Diese sogenannte Impflücke wird mit der zweiten Impfung geschlossen“, erklärt Lingenhel-König. Für eine Eliminierung der Krankheit müssten 97 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. „Leider ist dies bisher in Österreich (noch) nicht gelungen, da Impfgegner sich bzw. ihre Kinder nicht impfen lassen. Aber auch weil etwa gerade auf die zweite Impfung vergessen wird.“


„Derzeit läuft gerade eine österreichweite Gratisimpfaktion gegen Masern, Mumps und Röteln für alle Personen bis 45 Jahre. Leider machen zu wenige davon Gebrauch.“
Dr. Maria Lingenhel-König,
FÄ für Kinder- und Jugendheilkunde 

 

Kontaktdaten:

Dr. Maria Lingenhel-Königin
FÄ für Kinder- und Jugendheilkunde
Bergstraße 8
6900 Bregenz
T: 05574 4
2881

 

Buchtipps:

„Gesundheit für Kinder: Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln: Moderne Medizin - Naturheilverfahren - Selbsthilfe - Aktualisierte und überarbeitete Neuauflage“ von Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche und Dr. med. Arne Schäffler (Verlag: Kösel; Oktober 2010)

„Kinderkrankheiten von A-Z. Das Handbuch: Symptome richtig einschätzen und behandeln. Wo Naturheilverfahren wirken – wann Schulmedizin nötig ist“ von Isabella Schellenberg, Christian Schellenberg, Dagmar Reiche und Nathalie Blanck (Verlag: Hauch Sachbuch; Oktober 2008)

„GU Kompass: Kinderkrankheiten“ von Helmut Keudel (Verlag: Gräfe und Unzer; September 2009)

„Quickfinder Kinderkrankheiten: Der schnellste Weg zur richtigen Behandlung“ von Ursula Keicher (Verlag: Gräfe und Unzer; 3. Auflage, Oktober 2007)

 

Weiterführende Links:

vol.at: „Masernimpfstoff als Ladenhüter“
http://www.vol.at/masernimpfstoff-als-ladenhueter/news-20110912-07560947

mio-medi – Schönheit & Medizin: Röteln
http://www.miomedi.de/babys-kinder/kindergesundheit/kinderkrankheiten/roeteln/roeteln.html

Mini Med Studium: „Die Revolution der Impfstoffe – Viele gute Gründe zum Impfen!“ – ein Vortrag von Prim. Univ.-Doz. Dr. Burkhard Simma und Dr. Bernhard Jochum
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=27&thema=433

Mini Med Studium: „Impfungen - wann, für wen, wogegen?“ – ein Vortrag von Prim. Dr. Robert Strobl
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=27&thema=218

Mini Med Studium: „Die Besonderheiten des weiblichen Körpers – Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach“ – ein Vortrag von OÄ Dr. Angela Ramoni und OA Dr. Christian Specht
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=45&thema=502

 

 

 

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 Ich hab den Blues
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Wenn die Tage kürzer werden...

Der Herbst ist da und die Sonne verbirgt sich nicht selten hinter Nebel oder dichten Wolken. Immer öfter zieht man sich in die eigenen vier Wände zurück. Und während die einen diese Zeit des Rückzugs genießen, klopft bei den anderen der „herbstliche Blues“ an die Tür.Der Herbst ist da und die Sonne verbirgt sich nicht selten hinter Nebel oder dichten Wolken. Immer öfter zieht man sich in die eigenen vier Wände zurück. Und während die einen diese Zeit des Rückzugs genießen, klopft bei den anderen der „herbstliche Blues“ an die Tür.
 

„Erst einmal“, betont Dr. Andreas Gruber, Facharzt für Psychiatrie in Dornbirn, „heißt es in der Fachsprache nicht ‚Herbstblues’, sondern saisonale Depression. Manche Menschen leiden nämlich auch in einer der anderen Jahreszeiten darunter.“ Gewiss treten saisonale Depressionen vermehrt in den eher dunkleren Wochen und Monaten des Jahres auf. Ein Zusammenhang mit einem „Weniger an Licht“ ist somit naheliegend. Umgekehrt weiß man, dass Licht helfen und sich positiv auf Körper und Organismus auswirken kann. So wird etwa in manchen skandinavischen Unternehmen der Tagesablauf in den „dunklen“ Monaten durch Lichtverhältnisse simuliert.

Schlaf und Süßes.
Was aber unterscheidet eine saisonale von einer, wenn man so will, „normalen“ Depression? Laut Gruber sind es vor allem drei Symptome: „Betroffene haben meist ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Außerdem essen sie aufgrund eines höheren Kohlenhydrathungers etwa vermehrt Schokolade oder andere Süßigkeiten. Nicht selten nehmen sie auch zu – womöglich als Folge des Hungers auf Kohlenhydrate.“ Hingegen kommt bei einer allgemeinen Depression typischerweise zu Schlafstörungen, Appetitmangel und Gewichtsreduktion. Auch das Fehlen eines Grundes – etwa der Tod des Partners, aber auch finanzielle Nöte – kann auf eine saisonale Depression hindeuten.

Ab zum Hausarzt.
Hat man das Gefühl, unter einer saisonalen Depression zu leiden, gilt: Zuerst zum Hausarzt. Dies habe, so der Dornbirner Psychiater, zwei Gründe: „Erstens kennt der Hausarzt einen – medizinisch und persönlich. Zweitens kann er sofort einen Behandlungsansatz starten.“ Führt die Behandlung jedoch nicht zu einer Besserung, so wird der Hausarzt an den Facharzt überweisen. Neben Antidepressiva können Betroffene zwei, drei Mal am Tag, jeweils 20 bis 30 Minuten, eine Lichtlampe mit über 10.000 Lux verwenden. Allein: Die Beleuchtungsstärke in der Natur beträgt selbst an bedeckten Tagen 10.000 Lux oder mehr. Ein Spaziergang erscheint somit sinnvoller: „Dabei wird der Körper mit Sauerstoff versorgt und der Organismus kommt in Bewegung. Auch das hilft bei saisonalen Depressionen“, unterstreicht Gruber.

Bewegung und Ernährung.
Sowieso zu empfehlen: gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Auch Johanniskraut soll antidepressiv wirken. Ob es allerdings ausreicht, sich einen Tee damit zuzubereiten, muss bezweifelt werden, da dabei die Dosis doch stark variieren kann. Mitunter verschreiben Ärzte aber auch Johanniskrauttabletten. Übrigens können regelmäßige, körperliche Aktivität an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung auch vorbeugend wirken. Und: „Menschen, die jedes Jahr und immer zur selben Zeit an einer saisonalen Depression leiden, fangen oft schon zwei, drei Wochen davor mit der Einnahme von Medikamenten an“, weiß Gruber.

 

„Der erste Weg führt immer zum Hausarzt. Dieser merkt, wenn es einem schlecht geht. Außerdem kann der Hausarzt selbst und vor allem gleich mit der Behandlung beginnen.“
Dr. Andreas Gruber, FA für Psychiatrie

 

Kontaktdaten:

Dr. Andreas Gruber
FA für Psychiatrie
Kreuzgasse 15
6850 Dornbirn
T: 0650 3640501
E: ordination@drgruber.info
H: www.drgruber.info

 

Selbsthilfegruppe „Depressionen bewältigen“
Treffen: Alle 14 Tage am Montagabend in der Service- und Kontaktstelle der Selbsthilfe Vorarlberg

Selbsthilfe Vorarlberg
Höchster Straße 30
6850 Dornbirn
T: 05572 26374
E: info@selbsthilfe-vorarlberg.at
H: www.selbsthilfe-vorarlberg.at

 

Buchtipps:

„Depressionen verstehen und bewältigen“ von Manfred Wolfersdorf (Verlag: Springer Berlin Heidelberg; 4. Auflage, März 2011)

„Die Seele heilen – Ein Mutmachbuch für Depressive und ihre Angehörigen“ von Sabine Wehner-Zott und Hubertus Himmerich (Verlag: Gräfe und Unzer; 2. Auflage, September 2010)

„Johanniskraut. Wenn die Nerven verrückt spielen – Sanfte Hilfe bei Depression und Niedergeschlagenheit“ von Anita Heßmann-Kosaris (Verlag: Systemed Verlag GmbH; Februar 2009)

 

Weiterführende Links:

deprexis (ein Online-Programm zum Thema Depression):Saisonale Depression
http://www.deprexis.de/de/saisonale-depression

DEPRESSION.AT: Herbst- und Winterdepression
http://www.depression.at/scripts/index.php?content=850&highlighted=98&authenticationid=&iWasAlreadyHere=true

 

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 Medizin mit Augenmaß
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Kleiner Eingriff – große Wirkung

In Bezug auf die Gesundheit spielt das Wohlbefinden eine wesentliche Rolle. Und manche Menschen fühlen sich mit einer Narbe, mit Falten oder abstehenden Ohren eben nicht wohl. Ein kleiner chirurgischer Eingriff kann helfen.

„Zu allererst muss zwischen kurativ chirurgischen Eingriffen und ästhetisch chirurgischen Eingriffen unterschieden werden“, erklärt Dr. René Summesberger, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde mit einer Vorliebe und vor allem einem Händchen für das Kleinchirurgische. Zu den kurativen Eingriffen gehören unter anderem die Verkleinerung der Nasenmuschel und der Gaumenmandeln bei Kindern oder Drainage des Mittelohres durch eine kleine Trommelfelloperation. „Ich entferne aber auch Tumore, beispielsweise in der Mundrachenschleimhaut“, so Summesberger.

Nicht nur Frauen.
Geht es um die Ästhetik, dann wird häufig zum Laser gegriffen. Damit werden dann Blutschwämmchen, Besenreiser, Couperose, Warzen, unverdächtige Muttermale, Pigment- bzw. Altersflecken und auch Tattoos entfernt. Ein großes Einsatzgebiet des Lasers ist freilich die dauerhafte Haarentfernung. Summesberger dazu: „Die Laserepilation wird vor allem an Beinen, in der Bikinizone, unter den Achseln und im Gesicht vorgenommen. Übrigens nehmen auch immer mehr Männer die Laserepilation in Anspruch, um sich die Haare am Rücken und Bauch entfernen lassen.“

Mimik muss erhalten bleiben.
Der Bludenzer arbeitet nach der Devise „Medizin mit Augenmaß – Ästhetik mit Augenmaß“. Darum ist es ihm auch ein großes Anliegen, dass beispielsweise bei der Faltenbehandlung mit Botox die Mimik erhalten bleibt. Botox ist ein gereinigtes Eiweiß, das zu einer vorübergehenden Muskelentspannung führt, indem es die Übertragung des Nervenimpulses auf den Muskel blockiert. Auch wird Botox bei der Behandlung von übermäßigem Schwitzen eingesetzt. Der Mensch solle sich in seinem Körper wohl fühlen, betont Summesberger: „Dabei wollen und können wir ihn mit unseren medizinischen Leistungen unterstützen. Daher ist uns das eingehende Patientengespräch, gerade wenn es um Ästhetik geht, besonders wichtig.“

Kleine und große Ohren.
Die meisten Eingriffe führt Summesberger in seiner Praxis durch. Als Belegarzt am Sanatorium Mehrerau hat er auch die Möglichkeit, Operationen wie Ohrenanlegeplastiken dort durchzuführen. Ob die Krankenkasse einen Beitrag leistet, hängt unter anderem vom Alter des Patienten oder von psychologischen Folgen, etwa durch Hänseleien, ab. Handelt es sich bei Erwachsenen um einen rein ästhetischen Eingriff, zahlt die Krankenkasse nur in den seltensten Fällen – wenngleich Ästhetik mitunter ja auch zum Wohlbefinden und zur Gesundheit beitragen kann.

 

„Menschen, die sich auch mit einer sichtbaren Narbe wohlfühlen, sage ich nicht, dass man diese korrigieren sollte. Man muss niemandem etwas aufdrängen.“
Dr. René Summesberger, FA für HNO, Kopf- und Halschirurgie


 

Kontaktdaten:

Dr. René Summesberger
FA für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Arzt für Allgemeinmedizin
Bahnhofstraße 4
6700 Bludenz
T: 05552 32183
E: hno@summesberger.at
H: www.summesberger.at

 

Sanatorium Mehrerau
Mehrerauerstraße 72
6900 Bregenz
T: 05574 6740
H: www.sanatorium-mehrerau.at

 

Buchtipps:

„besser aussehen – mit Sicherheit: Alles was Sie schon immer über Schönheitsoperationen wissen wollten und sollten“ von Hans-Walter Döring (Verlag: Books on Demand; Februar 2006)

„Das Botox-Buch: Gift oder Wundermittel? Ein Patientenratgeber“ von Eva Mahle und Harald Bresser (Verlag: Aurelia, B.-B.; März 2005)

 

Weiterführende Links:

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetischen und Rekonstruktive Chirurgie
www.plastischechirurgie.org

Rund um die „Dauerhafte Haarentfernung – Laserenthaarung
www.laserenthaarung.at

Mini Med Studium: „Die Ästhetik des Gesichts – Moderne Möglichkeiten der Knochen- und Weichteilchirurgie“ – ein Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaggl, Vorstand der Univ.-Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie der SALK und PMU, und OA DDr. Christian Brandtner, Univ.-Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie der SALK und PMU
minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=57&thema=1125

mio-medi – Schönheit & Medizin: Schweißdrüsen
www.schoenheit-und-medizin.de/schoenheitschirurgie/koerper/schweissdruesen/thema-schweissdruesen.html

mio-medi – Schönheit & Medizin: Ohrkorrektur
www.schoenheit-und-medizin.de/schoenheitschirurgie/kopf-und-gesicht/ohrkorrektur/thema-ohrkorrektur.html

 

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 Kampf dem Heuschnupfen
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Die nächste Pollensaison kommt bestimmt.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer, die Pollensaison liegt eine kleine Ewigkeit hinter uns und der lästige Heuschnupfen ist schon fast vergessen. Dabei sollte man gerade jetzt daran denken!

Auch im Herbst finden Patienten von Dr. Johannes Gächter, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, den Weg in seine Praxis in Bregenz. Zwar sind es nicht viele, aber immerhin ein paar vom Heuschnupfen geplagte Menschen erinnern sich, dass nun die Zeit beginnt, in der man wirklich etwas gegen die Allergie unternehmen kann. Mit einem Schreiben hilft Gächters Assistentin dem Gedächtnis übrigens ein klein wenig auf die Sprünge. Und wenn dann erst einmal ausgetestet wurde, gegen was man allergisch ist, kann die Therapie beginnen.

Lass dich pieksen.
Durch eine sogenannte Hyposensibilisierung kommt es zu einem Lern- bzw. Toleranzeffekt des Immunsystems, erklärt der HNO-Arzt: „Den Patienten werden die Allergene verabreicht, gegen die sie allergisch sind. Im Laufe der Behandlung wird die anfangs geringe Dosis gesteigert. Dadurch erkennt das Abwehrsystem eine bestimmte Substanz nicht mehr als Ziel und löst keine Reaktionen mit den bekannten Nebenwirkungen, wie dem Heuschnupfen, aus.“ Der Klassiker ist sicherlich die Spritzenkur. In den ersten drei Monaten muss man sich jede Woche seine Spritze in der Ordination geben lassen. Danach nur mehr einmal pro Monat und zwar drei Jahre lang. Neuere Therapieformen kommen mit vier Injektionen jährlich aus. Auch Gächter hat schon gute Erfahrungen damit gemacht, räumt aber ein, „dass diese Therapien noch nicht so gut belegt sind, wie das bei der klassischen Variante der Fall ist.“

Ein paar Jahre Ruhe.
Bei Kindern wird nicht selten eine Schluckimpfung angewendet. Aber auch Erwachsene entscheiden sich dafür. Der Vorteil – man muss nicht jeden Monat zum Arzt – mag zugleich auch ein Nachteil sein, weiß Gächter: „Ich kann nicht kontrollieren, ob der Patient wirklich täglich das Medikament einnimmt.“ Doch auch wenn man sich ganz strikt an den Plan hält oder sich jeden Monat seine Spritze beim Arzt abholt, sprechen lediglich 80 Prozent auf die Therapie an. „Allerdings verstehen wir unter ‚ansprechen’ nicht nur Heilung, sondern auch Besserung, also deutlich mindere Beschwerden für die nächsten fünf bis acht, manchmal auch bis zu zehn Jahre. Danach muss man die Impfung wieder auffrischen.“

Der sichere Weg.
Und was ist mit Akupunktur oder Kinesiologie? „Ich selbst mache es nicht, bin aber kein Gegner davon.“ Übrigens: Heuschnupfen kann mit den Jahren auch „einfach so“ abnehmen oder sogar ganz verschwinden. Leider kommt es aber auch oft vor, dass mit zunehmendem Alter neue Allergien dazukommen. Wer also wirklich sichergehen möchte, macht wohl doch besser einen Termin beim HNO-Arzt.

 

„Welche Form der Therapie auch angewendet wird, entscheidend ist, dass im Herbst mit der Aufbauphase begonnen wird. Wenn die ersten Pollen fliegen, ist es definitiv zu spät.“
Dr. Johannes Gächter, FA für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde


 

Kontaktdaten:

Dr. Johannes Gächter
FA für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Bahnhofstraße 39/Top 15
6900 Bregenz
T: 05574 58163
E: hno@gaechter.eu
H: www.gaechter.eu

 

Buchtipps:

„Heuschnupfen“ von Annette Kerckhoff (Verlag: Kvc; März 2005)

„Homöopathie bei Heuschnupfen“ von Jörn Dahler, Michael Teut und Christian Lucae (Verlag: Hippokrates; Dezember 2008)

„Pollenallergie, Heuschnupfen, Asthma & Co: Ganzheitlich wirksamer Schutz des Immunsystems“ von Gerhard Leibold (Verlag: Oesch; Februar 2006)

 

Weiterführende Links:

netdoktor.de: Heuschnupfen – Therapie
http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Allergie/Therapie/Heuschnupfen-Therapie-2248.html

heuschnupfen-allergie.com: Behandlungsmöglichkeiten
http://www.heuschnupfen-allergie.com/behandlung/behandlung.asp

Heuschnupfen Kalender online
http://www.heuschnupfen-kalender.de/oesterreich/

Mini Med Studium: „Allergische Atemwegserkrankungen – Heuschnupfen und Asthma“ – ein Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=474

 

 

 

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 Muskelkater
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Verletzter Muskel
Ein Muskelkater verlangt nach besonderen „Schmuseeinheiten“


Jede Bewegung tut weh, man fühlt sich steif und schwach. Hat der Muskelkater einmal zugeschlagen, sollte man aber keine Ruhe geben.Ob von alleine oder mit unserem Zutun: Nach einigen Tagen ist dieser Kater wieder weg.
Dachte man früher, dass es bei einem Muskelkater zu einer Übersäuerung des Muskels kommt, so weiß man es heute „besser“: Es handelt sich nämlich um eine Verletzung der Muskelfibrillen, der kleinsten Einheit der Muskulatur. Und diese Verletzung entsteht, wenn man einen bestimmten Muskel respektive eine bestimmte Muskelgruppe zu sehr belastet – und zwar exzentrisch, wie Dr. Rudolf Rüscher, Arzt für Allgemeinmedizin in Andelsbuch, erklärt: „Ein Muskelkater entsteht dadurch, dass die Muskulatur zu hohe Belastungen abfangen muss.“ Das passiert etwabeim Bergabwärtsgehen: Die Kraftmomente sind dabei wesentlich höher als beim Aufwärtsgehen und die Muskulatur muss in einer viel kürzeren Zeit eine viel höhere Belastung abfedern.

Zu viel des Guten.
Natürlich trifft es eher untrainierte Personen. Aber, so Rüscher, „eigentlich kann jeder, also ob untrainiert oder trainiert, einen Muskelkater bekommen.“ Wird „Neues“ mit zu hoher Intensität ausprobiert und die Muskulatur ist dafür nicht trainiert, reagiert diesemit einem Muskelkater. Daher könne man auch nicht vorbeugen, indem man sich dehnt oder aufwärmt, weiß der Allgemeinmediziner: „Die beste Strategie, um keinen Muskelkater zu bekommen, besteht darin, durch dosiertes Training die Belastungstoleranz der Muskulatur stetig zu steigern. Dadurch werden mit der Zeit auch hoch intensive Reize, wie sie etwa beim Abwärtsgehen bzw. Abwärtslaufen  auftreten, toleriert.“

Anti-Kater-Mittel.
Für manche kommt dieser Ratschlag aber leider zu spät, hat doch der schmerzende Kater die Muskeln bereits fest umschlungen. Zum Glück lässt er die Muskulatur jedoch nach einigen Tagen wieder los. Ob man ihn dabei unterstützt, bleibt jedem selbst überlassen, hängt aber auch vom subjektiven Beschwerdebild ab, betont Rüscher: „Der Organismus kann die Stoffwechselvorgänge, die für die Genesung des Muskelkaters nötig sind, auch ohne unser Zutun bewerkstelligen. Dann dauert es halt ein wenig länger. Allerdings ist ein Muskelkater wirklich eine Verletzung und sollte auch als solche behandelt werden.“ Und dafür gibt es entsprechende Mittel:Abgesehen davon, dass man die Muskulatur unmittelbar nach der (sportlichen) Betätigung lockern sollte, helfen warme Bäder, durchblutungssteigernde Salben, Lymphdrainagen.

Bewegung!
Selbst die Massagehand anzulegen, ist eher nicht zu empfehlen – vor allem nicht, wenn es schmerzt. Bei der Lymphdrainage wird nur über die Haut gestrichen, was freilich nicht weh tut. Dadurch und auch durch leichte Belastung und sanfte Bewegung wird die Durchblutung gesteigert, sagt Rudolf Rüscher: „Je mehr und je besser der Muskel durchblutet wird, desto schneller klingt auch die Verletzung ab und desto schneller geht der Muskelkater wieder weg.“


„Jeder kann einen Muskelkater bekommen. Auch gut trainierte Personen. Wenn die Belastung bzw. Intensität entsprechend hoch oder vielmehr zu hoch ist und die Muskulatur dafür nicht trainiert ist.“
Dr. Rudolf Rüscher, Arzt für Allgemeinmedizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Rudolf Rüscher
Hausarzt
Hof 368
6866 Andelsbuch
T: 05512 2317
E: praxis@dr-ruescher.at
H: www.dr-ruescher.at

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Sport: Richtig trainieren - aber wie?“ – Vortrag von Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer, DDr. Eveline Ledl-Kurkowski und Mag. Andreas Egger
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=56&thema=429

Mini Med Studium: „Wie viel Sport ist für mich gesund? Neueste Erkenntnisse und Therapien in der Sportmedizin“ – Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=56&thema=692

Fit forfun: „Muskelkater – Was hilft tatsächlich?“ – Artikel von Stefan Becker
http://www.fitforfun.de/beauty-wellness/gesundheit/muskelkater/muskelkater-das-tueckische-raubtier_aid_5955.html


 

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weiterführende links
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 Volkskrankheit: Asthma - Gut geschulteAsthmatiker leben besser.
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Das (Aus-)Atmen fällt schwer. Ein pfeifendes Atemgeräusch und mitunter Hustenanfälle machen den Asthmaanfall perfekt. Der Griff zum „Pümpchen“ muss aber auch an anderen Tagen sein.
Asthma zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und somit zu den Volkskrankheiten – Tendenz: steigend! Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Atemwege, die in manchen Fällen mit einer Allergie zusammenhängt. Eine andere Form nennt sich intrinsisches Asthma, das etwa nach einem Infekt auftreten kann. Dank schulmedizinischer Medikamente ist Asthma aber heutzutage gut behandelbar. Voraussetzung: Der Griff zum „Pümpchen“ – je regelmäßiger, desto seltener sind die Asthmaanfälle. „Das Inhalationsgerät ist einerseits ‚Beschützer’, denn Asthmatiker sollten es täglich verwenden. Andererseits sprechen wir vom ‚Befreier’ und zwar bei einem akuten Anfall“, so Dr. Ulrike Gehmacher, Fachärztin für Innere Medizin.

Atemschule.
Eigentlich ist Asthma ein Fall für den Lungenfacharzt. Trotzdem behandelt die Internistin viele Asthmatiker in ihrer Praxis in Götzis. Nicht zuletzt weil sie seit 15 Jahren die Atemschule in der Internen Abteilung (unter der Leitung von Primar Günter Höfle) am Landeskrankenhaus Hohenemsanbietet – seit drei Jahren zusammen mit Dr. Ali Sensoy von der Pulmologischen Abteilung (unter der Leitung von Primar Peter Cerkl). „Am ersten Abend geht es rein um die Krankheit und deren Behandlung mit Cortison. Da kann man auch mit dem Asthmapümpchen üben. Es ist nämlich sehr wichtig, dass man weiß, wie das Inhalationsgerät verwendet wird“, betont Gehmacher. Der zweite Abend wird zusammen mit einer Physiotherapeutin, die Atemübungen zeigt, gestaltet. Zwei Mal im Jahr können Asthmapatienten die „Atemschulbank“ drücken – das nächste Mal voraussichtlich im Herbst.

Keine Angst.
Insbesondere das Thema „Cortison“ liegt Ulrike Gehmacher am Herzen, denn man müsse den Menschen die Angst davor nehmen: „Die Inhalationsgeräte beinhalten eine Kombination aus einem  bronchialerweiternden Mittel und Cortison. Dabei handelt es sich aber um eine spezielle Form von Cortison, das in der Lunge bleibt und somit nicht die von vielen gefürchteten Nebenwirkungen hat, wie das Cortison, das man schluckt oder spritzt.“ In seltenen Fällen können zwar Heiserkeit oder Mundpilz auftreten. Doch: „Beide Nebenwirkungen sind harmlos und gehen wieder weg“, betont die Internistin.

Vorbeugen? Schwierig.
Heilung ist leider meist nicht möglich. Und auch vorbeugen kann man nur sehr schwer. Ist Asthma exogen allergisch, so kann man zumindest vermeiden, mit den Auslösern der Allergie, wie beispielsweise Tierhaare, Hausstaubmilben und anderen Allergenen, in Kontakt zu kommen. „Es wird außerdem vermutet, dass Asthma in Industrieländern, wo strengere Hygienemaßnahmen an den Tag gelegt werden, häufiger vorkommt“, erklärt Gehmacher.Wie auch immer: Leidet man unter Asthma hilft der Griff zum Inhalationsgerät und vor allem der Weg in die Atemschule.


„Asthma ist mithilfe der Schulmedizin gut behandelbar. Voraussetzung ist aber, dass die Patienten gut geschult werden. Und Angst vor dem Cortison muss man definitiv nicht haben.“
Dr. Ulrike Gehmacher, FÄ für Innere Medizin


Kontakt:

Dr.Ulrike Gehmacher
FÄ für Innere Medizin
Schulgasse 7
6840 Götzis
T: +43552352152
E: ulrike.gehmacher@gnv.at
H: www.arztpraxis-dr-gehmacher.at


Atemschule
am Landeskrankenhaus Hohenems, Abteilung Pulmologie

Landeskrankenhaus Hohenems
Bahnhofstraße 31
A-6845 Hohenems
T:05576/703 5500
E: pulmologie@lkhh.at
H: www.khbg.at/hohenems/pulmologie


Buchtipps:

„Asthma - Mehr wissen, besser verstehen: Alles über Auslöser, Formen und die wirksamsten Therapien“ von Tibor Schmoller und Andreas Meyer (Verlag: Trias; April 2007)

„Luft zum Leben – Asthma bei Kindern: Vom Kleinkindalter bis zur Pubertät“ von Michael Kabesch (Verlag: Südwest; September 2007)

„Wasser hilft: Allergien – Asthma – Lupus. Ein Erfahrungsbericht“ von Fereydoon Batmangehelidj (Verlag: VAK Verlags GmbH; Mai 2011)

 

Weiterführende Links:

Asthma Bronchialeauf Onmeda
http://www.onmeda.de/krankheiten/asthma.html

Mini Med Studium: „Allergische Atemwegserkrankungen: Ursachen, Vorsorge und moderne Therapien für Heuschnupfen und Asthma“ – Vortrag von Prim. Dr. Peter Ostertag
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=398

Mini Med Studium: „Allergische Atemwegserkrankungen: Heuschnupfen und Asthma“ – Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=350

 

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 Ruhe auf der Sonnenliege
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Die Sommergrippe hat Saison.

Die Sonne scheint und beschert sommerliche Hitze. Doch der Hals kratzt, die Nase rinnt, der Kopf schmerzt und man fühlt sich schlapp. Das beste Mittel gegen die Sommergrippe: Ruhe – wo auch immer!

Eigentlich handelt es sich bei der Sommergrippe um einen grippalen Infekt. Im Unterschied zur „richtigen“ Grippe, bei der von der einen Minute auf die andere Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen auftreten, verläuft ein grippaler Infekt schleichend. „Es beginnt mit Müdigkeit, allgemeinem Unwohlsein, mitunter auch etwas Fieber. Es kann wieder ein bisschen besser werden, aber auch wieder etwas schlechter“, erklärt Dr. Walter Gmeiner, praktischer Arzt aus Dornbirn. Er wird heuer allerdings keine Patienten mit Sommergrippe behandeln, ist es doch sein erster Sommer als Pensionist.

Keine Impfung.
Beim grippalen Infekt handelt es sich um einen Mix von verschiedensten, eher harmlosen Viren. Dagegen kann man sich nicht impfen lassen. Übrigens: Die „richtige“ Grippe kommt immer aus dem Osten, weiß der Dornbirner Arzt: „Viren, die vor ein, zwei Jahren in Asien eine Grippewelle verursacht haben, gelangen danach nach Europa und etwa ein Jahr später in die USA. Daher sind die Impfstoffe auch gut erforscht.“

Immer wieder: Viel trinken.
Doch zurück zur Sommergrippe: Gegen die kann man sich zwar nicht impfen lassen, aber immerhin schützen: „Etwa indem man viel trinkt. Flüssigkeit ist notwendig, damit sämtliche Organfunktionen unseres Körpers gut arbeiten können. Auch kann ein trockener Mund eine Sommergrippe fördern, weil die Viren oft an den Schleimhäuten hängen bleiben“, erklärt Gmeiner. Am besten trinkt man übrigens Leitungswasser oder lauwarmen Tee, auf keinen Fall eiskalte Getränke. Um einer Sommergrippe vorzubeugen, sollte man überdies klimatisierte Räume meiden. Und so schön eine Autofahrt mit offenem Fenster oder gar offenem Verdeck auch sein mag, liegt man danach krank im Bett, hat der Spaß ein Ende. Auch nasse Haare können immer wieder ein Grund sein, warum einen die Sommergrippe erwischt. Wenn die Sonne scheint, könne man sich von dieser sicherlich trocknen lassen, so Walter Gmeiner: „Wenn es aber windig ist, bitte vorsichtig sein. Das nasse Badezeug sollte man aber auf jeden Fall wechseln.“

Was hilft?
Bemerkbar macht sich die Sommergrippe durch einen kratzenden Hals, Reizhusten, eine rinnende Nase, Müdigkeit und andere allgemeine Erkältungssymptome. Zum Arzt muss man deshalb, laut Gmeiner, nicht unbedingt: „Man kann Lutschtabletten, Hustentröpfchen oder die allseits bekannten Grippepräparate, wie beispielsweise Aspirin, nehmen. Vor allem aber sollte man viel trinken, sich entspannen und einfach nur Ruhe geben.“ Letzteres kann man übrigens auch an der frischen Luft. Freilich sollte man dies im Schatten und an einer windgeschützten Stelle machen. Und nach drei Tagen müsste das Schlimmste überstanden sein.


„Ist man gern draußen, genießt man gern die Natur, kann das dazu beitragen, dass man schnell wieder gesund wird. Es heißt ja: Behandle deinen Körper so, dass sich die Seele wohl fühlen kann.“
Dr. Walter Gmeiner, FA für Allgemeinmedizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Walter Gmeiner
FA für Allgemeinmedizin
Seit Anfang 2011 in Pension

Fragen zum Thema Sommergrippe beantwortet aber prinzipiell jeder Praktische Arzt.

 

Buchtipps:

„Meine besten Hausmittel. Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln“ von Dr. med. Franziska Rubin (Verlag: Zabert Sandmann; Jänner 2011)

 

Weiterführende Links:

Sommergrippe – vorbeugen und behandeln: „Hormone für den ganzen Körper: Funktion und Erkrankungen der Schilddrüse“ – Vortrag von OA Dr. Paul Sungler
http://www.sommergrippe.net

„Sommer-Erkältung: Die besten Tipps bei Sommergrippe“ - Artikel auf B.Z. Berlin
http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-tipps-bei-sommergrippe-article1218956.html

WDR Mediathek: „Einsatz für Budzinski: Sommergrippe“
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/07/01/lokalzeit-bonn-einsatz-fuer.xml

 

 

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 Gesund auf Reisen
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Sommer, Sonne, Reisekrank.

Ferien – eigentlich die schönste Zeit des Jahres. Eigentlich. Denn leider kommt es gar nicht selten vor, dass man auf der Fahrt ans Reiseziel oder während des wohl verdienten Urlaubs krank wird.

Warum wird man überhaupt reisekrank? „Dafür gibt es keine eindeutige Erklärung. Manche Menschen reagieren einfach sensibel“, erklärt Dr. Walter Gmeiner, praktischer Arzt aus Dornbirn und seit Anfang dieses Jahres in Pension. Er selbst verbringt viel Zeit auf Reisen. Reisekrank wird er dabei, wie er sagt, zum Glück nie. Die Beschwerden kennt er aber natürlich: „Neben Schwindel, Übelkeit oder Brechreiz berichten Betroffene auch von Sehstörungen, Schluckstörungen oder Schweißausbrüchen.“

Viele „Reiseachterl“.
Wird man immer wieder krank, wenn man eine Reise tut, hat das auch „Vorteile“. Man kann nämlich vorbeugen, so Gmeiner: „Es gibt Tabletten, die man etwa eine halbe Stunde vor Antritt der Reise nimmt. Für Kinder sind Pflaster oder Zäpfchen besonders gut geeignet.“ Vorbeugen ist aber nicht unbedingt gleichzusetzen mit Tabletten schlucken. Flüssigkeit ist genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger: Man sitzt im Auto, es ist heiß, man schwitzt. In der Folge verliert der Körper Flüssigkeit. Die Klimaanlage bringt hier keine Besserung – im Gegenteil: Auch sie kann zu einem enormen Flüssigkeitsverlust führen. Daher gilt übrigens auch im, dank Klimaanlage mitunter eisig kalten, Flugzeug: Ausreichend trinken. Und nie auf den Durst warten. Treten dennoch Übelkeit, Schwindel und Co. auf, so helfen freilich auch unterwegs Tabletten, Pflaster und Zäpfchen.

Apotheke on board.
Auch am Urlaubsort selbst, kann man schon mal krank werden. In diesen Fällen ist es ratsam, eine gut bestückte Reiseapotheke im Gepäck zu haben. Eine solche beinhaltet auf jeden Fall Verbandszeug. Ebenso sollte ein Durchfallmittel dabei sein. Immerhin ist Reisediarrhoe die häufigste Gesundheitsstörung auf Reisen. Gmeiner: „Dazu kann man sich in der Apotheke eine Elektrolytlösung kaufen. Diese kann man auch selbst machen und zwar indem man einen Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz, einem Teelöffel Backpulver und acht Teelöffel Zucker vermischt und trinkt.“ Zeigt dies keine Wirkung, empfiehlt es sich, auch Imodium einzpacken. Aber Achtung: Imodium sollte nicht länger als zwei Tage genommen, es behebt nämlich nicht die Ursache des Durchfalls, sondern stellt den Darm lediglich ruhig. Im schlimmsten Fall kann es bei längerer Einnahme gar zu einem Darmverschluss kommen.

Wirklich alles dabei?
Außerdem sollte man Schmerzmittel, etwa Aspirin oder Paracetamol, eventuell auch ein krampflösendes Medikament mitnehmen. Und: Standardmedikamente! „So verwunderlich das auch klingen mag, ich habe es etliche Male erlebt, dass Patienten etwa ihre Blutdrucktabletten vergessen haben. Die Reiseapotheke war aber bestens gefüllt“, erinnert sich der Dornbirner an die gar nicht lange zurückliegenden Tage in seiner Praxis.


„Medikamente und Flüssigkeit können Reisekrankheit verhindern. Außerdem sollte man extreme Stresssituationen vermeiden. Es hilft, wenn der Urlaub schon einen Tag vor Antritt der Reise beginnt.“
Dr. Walter Gmeiner, FA für Allgemeinmedizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Walter Gmeiner
FA für Allgemeinmedizin
Seit Anfang 2011 in Pension

Fragen zum Thema Reisekrankheit bzw. Reiseapotheke beantwortet jeder Praktische Arzt.

 

Buchtipps:

„Moderne Reisemedizin: Handbuch für Ärzte, Apotheker, Reisende“ von Thomas Küpper, Burkhard Rieke und Claus-Martin Muth (Verlag: Gentner; März 2010)

„Moderne Berg- und Höhenmedizin: Handbuch für Ausbilder, Bergsteiger, Ärzte“ von Thomas Küüer, Klaas Ebel und Ulf Gieseler (Verlag: Gentner; Oktober 2009)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Ferien ohne Nebenwirkungen – Reisemedizin“ von Dr. Laila Raschid
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=39&thema=869

Mini Med Studium: „Urlaub in Sicht – fit for travel. Gesundes Reisen und Wieder-Zurück-Kommen“ – Vortrag von Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Auböck, Prim. Dr. Martin Henkel und Prim. Univ.-Prof. Dr. Helmut Mittermayer
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=71&thema=924

Mini Med Studium: „Wie schützt man sich vor Infektionen auf Reisen und daheim? Neueste Vorsorgemöglichkeiten“ – Vortrag von Dr. Günter Weiss
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=27&thema=592

„Ein übler Urlaubsbegleiter“ - Artikel auf FOCUS Online von Carolin Stuiber
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/vorsorge/reisemedizin/tid-9642/reisekrankheit-ein-uebler-urlaubsbegleiter_aid_295580.html

„Wenn die Übelkeit mitfährt“ - Artikel auf stern.de von Lea Wolz
http://www.stern.de/gesundheit/reisekrankheit-wenn-die-uebelkeit-mitfaehrt-1578206.html

Lufthansa gibt Tipps gegen Reisekrankheit
http://www.lufthansa.com/de/de/Reisekrankheit

Zentrum für Reisemedizin
http://www.reisemed.at

 

Reiseapotheken im Web:
http://www.die-reise-apotheke.de
http://www.reiseapotheke.de


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 Nervosität
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Ich bin ja so nervös!
Die Hände zittern, das Herz rast, Schweiß bricht aus

Vor einem wichtigen Termin, einer Prüfung oder vor dem Traualtar – jeder war schon mal nervös. Was aber, wenn die Stresshormone nicht mehr aufhören durch den Körper zu rauschen?
Es ist kein angenehmes Gefühl: Diese innere Unruhe, diese akut auftretende innere Angespanntheit, die meist mit zitternden Händen, Schweißausbrüchen, Herzklopfen, wenn nicht sogar Herzrasen, und einer beschleunigten Atmung einhergeht. Und manchmal gesellen sich auch noch Gefühle der Unsicherheit, der Angstdazu. Man will der Prüfung, der Konfrontationen mit Vorgesetzten, der Rede vor dem Publikum, entfliehen.Derartige Situationen sind die Auslöser für eine Stress- bzw. Panikreaktion, wie Nervosität in der modernen Psychiatrie genannt wird.

Nicht nur negativ.
„Auf der körperlichen Ebene kommt es bei einer sogenannten Stressreaktionzu einer Überschwemmung des Körpers mit Stresshormonen, wie beispielsweise dem Adrenalin“, erklärt Dr. Elmar Weiskopf, Facharzt für Psychiatrie in Götzis sowie Geschäftsführer von pro mente Vorarlberg – eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung ambulante sozialpsychiatrische Betreuung, Krisenhilfe und Prävention bietet. Früher waren Panikreaktionen sogar überlebensnotwendig. Gewiss, heute befinden wir uns nur mehr selten inlebensbedrohlichen Situationen. Nichtsdestotrotz ist eine Stressreaktion an und für sich nichts negatives, kann vielmehr aktivierend wirken und maximale Leistung hervorbringen. „Wenn siejedoch“, räumt Weiskopf ein, „überschießend und lang anhaltend ist, wird diese sinnvolle physiologische Reaktion zu einem Problem.“

Nicht mehr nur nervös.
Steigern sich innere Unruhe, Angespanntheit und Erregung so weit, dass man befürchtet zu kollabieren oder zu ersticken, beziehungsweise einen Herzinfarkt zu erleiden, wird, laut Weiskopf, von einer Panikattacke gesprochen: „Diese können etwa in Situationen auftreten, die an und für sich harmlos sind, wie zum Beispiel beim Befahren eines Tunnels, beim Liftfahren oder wenn man Räume mit Menschenansammlungen betritt, also einen Konzert- oder Kinosaal oder ähnliches.“ Aus der Nervosität ist eine Angststörung geworden.„Abgesehen davon kommt eine ausgeprägte Nervosität,die andauernd vorhanden ist, das heißt, den ganzen Tag über, und etwa mit Schlafstörungenkombiniert ist, bei verschiedensten psychischen Erkrankungen vor“, so der Psychiater.

Was tun?
Leidet man unter Nervosität oder gar unter einer Angststörung, sollte man sich intensiv mit sich selbst,seiner Biographie undseinem Lebensumfeld auseinandersetzen,sagtWeiskopf: „In der Folge ist es hilfreich, seine Lebensführung und Lebensgestaltung zu überdenken.Dabei sollte sowohl das berufliche als auch das private Beziehungsumfeld einbezogen werden.“Gesunde Ernährung, der Verzicht auf Alkohol,sportliche Aktivität, ein regelmäßiger Schlaf-, Wachrhythmus und auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training wirken stabilisierend und vermindern Nervosität. „Führen solch allgemeinen Verhaltensmaßnahmen respektive Verhaltensänderung nicht zum Ziel, sollte entweder eine psychotherapeutische oder eine fachärztlich psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen werden“, rät Elmar Weiskopf.


„Wenn Nervosität so heftig auftritt, dass sie Lebensqualität und Handlungsfähigkeit wesentlich beeinträchtig, sollte fachärztlich psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe gesucht werden.“
Dr. Elmar Weiskopf, FA für Psychiatrie

 

Kontaktdaten:

Dr. Elmar Weiskopf, Götzis
FA für Psychiatrie
Montfortstraße 17
6840 Götzis
T: 05523 65359
E: el.weiskopf@medinfo.at

 

Buchtipps:

„Nervosität und Ichheit: Stressbewältigung von Innen. Ein Vortrag, gehalten in München am 11. Januar 1912“ von Rudolf Steiner (Verlag: Rudolf Steiner; Nachdruck;September 2010)

„Selbsthilfe bei Nervosität: Der Regenbogenweg zur Gesundheit“ (Audiobook + Audio-CD) von Kurt Tepperwein (Verlag: Nietsch; März 2010)

 

Weiterführende Links:

HademarBankhofer Gesundheitstipps: „Hilfe gegen Nervosität: Machen Sie Ihre Nerven stark!“
http://www.bankhofer-gesundheitstipps.de/artikel/86-Hilfe-gegen-Nervositaet-Machen-Sie-Ihre-Nerven-stark!.html

Mini Med Studium: „Harmonie für Körper, Geist und Seele: Traditionelle Chinesische Medizin“ – Vortrag von Dr. med. univ. Iris Pircher und Dr. med. Stefan Ulmer
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=35&thema=397


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weiterführende links
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 Die Schilddrüse
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Schmetterling unter den Organen

Geheimnisvoll mutet sie an, die Schilddrüse. Dabei ist sie eine wichtige Hormonfabrik unseres Körpers. Damit sie ihren Job gut macht, braucht sie ausreichend Jod – mehr eigentlich nicht.

Vieles hängt von diesem schmetterlingsförmigen Organ, das knapp unter dem Kehlkopf liegt, ab: ob wir zu- oder abnehmen, schwitzen oder frieren, hektisch oder müde sind. Und sogar, ob frau schwanger werden kann oder nicht. Was aber braucht die circa fünf Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Schilddrüse, damit sie so arbeitet, wie von Mutter Natur vorgesehen? Ganz einfach: Jod. Die Hauptfunktion der Schilddrüse ist eine generelle Stimulation des gesamten Organismus und diese erfolgt durch die Schilddrüsenhormone T4 und T3, erklärt Dr. Andreas Werle, Facharzt für Innere Medizin in Sulz: „Salopp gesagt ist die Schilddrüse ‚das Gaspedal des Körpers’. Bei einer Unterfunktion läuft der Körper auf 50 Prozent, bei einer Überfunktion auf 150 Prozent Leistung.“ 

Zu viel des Guten.
Neben dem Kropf, der durch eine verminderte Jodaufnahme verursacht wird, zählt die Schilddrüsenüberfunktion zu den typischen Erkrankungen. Diese kann sich etwa durch einen ständigen, fast zwanghaften Bewegungsdrang, geringe Ausdauer und Konzentration, schnellen Herzschlag, Gewichtsverlust trotz Hunger sowie warme, feuchte Haut zeigen. Laut Werle bedingt zum Beispiel eine Fehlfunktion des Immunsystems eine sogenannte Hyperthyreose: „Sie kann aber auch von einer Überfunktion eines Schilddrüsenknotens herrühren. Das ist ein Areal der Schilddrüse, welches unkontrolliert Hormone produziert.“ Je nach Ursache erfolgt eine medikamentöse oder operative Therapie. In manchen Fällen wird auch eine Radiojodtherapie angewendet: Ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren, die als nebenwirkungsarm und in der langjährigen Verlaufsbeobachtung als sicher gilt.

Oder eben zu wenig.
Gibt es eine Überfunktion, so auch eine Unterfunktion. Diese kann angeboren sein, aber auch durch einer Autoimmunerkrankung, nach einer Schilddrüsenoperation oder nach einer Schilddrüsenentzündung erworben werden. „Die Hypothyreose zeigt sich durch Leistungsabfall, Antriebsarmut, Müdigkeit, Verlangsamung, Kälteempfindlichkeit, trockene und teigige Haut, brüchiges Haar oder auch Darmträgheit“, weiß Internist Werle. Behandelt wird mittels Verabreichung des Hormons T4 – täglich und in natürlicher Menge, allerdings ein Leben lang.

Würzen mit Jod.
Leider lässt sich eine Schilddrüsenerkrankung mit einer gesunden Lebensweise weder verhindern noch verbessern. Dennoch sollte zur Unterstützung einer geregelten Schilddrüsenfunktion mit jodiertem Speisesalz gewürzt werden. Stichwort „Fukushima“: Radioaktives Jod ist sehr gefährlich für die Schilddrüse und führt oft zur Krebserkrankung. Im Falle einer radioaktiven Belastung würden vor allem junge Menschen spezielle Jodtabletten erhalten, so Andreas Werle: „Durch diese kurzzeitige Jodüberdosierung wird die Schilddrüse mit Jod gesättigt und nimmt dadurch kein radioaktives Jod auf. ‚Einfach so vorbeugend’ und ohne Anweisung dürfen diese Tabletten allerdings nicht eingenommen werden.“
 

„Die Schilddrüse benötigt eine gewisse Menge des Spurenelements Jod. Da wir in einem Jodmangelgebiet leben, wird empfohlen, maßvoll mit jodierten Salz zu würzen.“
Dr. Andreas Werle, FA für Innere Medizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Andreas Werle
FA für Innere Medizin
Praxis:
Austraße 30
6832 Sulz
T: 05522 44933
E: sekretariat@praxiswerle.at

H: www.praxiswerle.at

 

Buchtipps:

„Schilddrüse. Mehr wissen – besser verstehen: Der Weg zur sicheren Diagnose und den besten Therapien“ von Lothar-Andreas Hotze (Verlag: Trias; April 2008)

„Die Schilddrüse. Balance für Körper und Seele“ von Berndt Rieger (Verlag: Herbig; August 2007)

„Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Ratgeber“ von Leveke Brakebusch und Armin Heufelder (Verlag: Zuckschwerdt; März 2010)

„Leben mit Morbus Basedow: Ein Ratgeber“ von Leveke Brakebusch und Armin Heufelder (Verlag: Zuckschwerdt; Oktober 2007)

„Schilddrüse: Sich an der Therapie beteiligen“ von Hossein Ahmadzadehfar (Verlag: novum pro; Jänner 2011)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Geheimnisvolles Steuerwerk im Körper: Die Schilddrüse – ihre Aufgaben, ihre Leiden“ – Vortrag von Univ.Prof.in Dr.in Barbara Obermayer-Pietsch
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=72&thema=1129

Mini Med Studium: „Hormone für den ganzen Körper: Funktion und Erkrankungen der Schilddrüse“ – Vortrag von OA Dr. Paul Sungler
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=24&thema=27

Mini Med Studium: „Hormone für den ganzen Körper: Funktion und Erkrankungen der Schilddrüse“ –  Vortrag von Univ.-Prof Dr. Irene Virgolini
http://minimed.at/index.php?action=9&kat=24&thema=50&ref=53

Mini Med Studium: „Hormone für den ganzen Körper: Funktion und Erkrankungen der Schilddrüse“ – Vortrag von Univ.-Prof Dr. Irene Virgolini und Dr. Fabrizio Franzellin
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=24&thema=152


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 Rund um die Hand
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Wenn unseren Händen zu viel abverlangt wurde

Mit unseren Händen, Fingern und insbesondere mit unseren Daumen packen wir – mitunter kräftig – zu. Wird man älter oder belastet man seine Hände übermäßig, kann es zu abnützungsbedingten Erkrankungen kommen.

Karpaltunnelsyndrom, Schnellender Finger, Fingerarthrose, Daumensattelgelenksarthrose und Dupuytrensche Kontraktur sind häufige Erkrankungen der Hand. „Es sind Schäden, die durch das Älterwerden, aber auch durch Überlastung der Hände auftreten können“, erklärt Dr. Kurt Sandholzer, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Viele Menschen leiden darunter, dass ihre Hände nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten oder vielmehr, wie sie es gewohnt sind. Vorbeugen kann man eigentlich kaum, da es sich in manchen Fällen um erbliche Erkrankungen handelt, aber auch weil man oft die genaue Ursache gar nicht kennt. 

Kleine und größere Eingriffe.
Leidet man am Karpaltunnelsyndrom, so kommt es vor allem an den ersten drei Fingern zu Missempfindungen, Kribbeln und bei fortgeschrittenen Fällen auch zu einer Schwäche des Daumens. Die Behandlung ist keine große Sache: „Das Karpaltunnelsyndrom kann sehr gut minimalinvasiv operiert werden und zwar ambulant, in örtlicher Betäubung“, so Sandholzer, der solche Eingriffe in seiner Praxis in Götzis vornimmt. Im Sanatorium Mehrerau, wo er als Belegarzt tätig ist, werden größere Operationen durchgeführt. Ein Beispiel dafür ist die Dupuytrenschen Kontraktur: Bei der Behandlung wird eine wuchernde Gewebsschicht unter der Haut, die im fortgeschrittenen Stadium zu einer Beugestellung der Finger führen kann, entfernt.

Operation muss nicht sein.
Lässt sich ein Finger nur durch einen Klick wieder strecken, spricht man vom Schnellenden Finger. Verursacht wird dieser durch ein Hängenbleiben der Beugesehen unter dem Ringband. Anders gesagt: Die Sehnen gleiten nicht mehr. Bei Fingerarthrosen handelt es sich um Gelenksabnützungen, charakterisiert durch Knorpelverlust, Bewegungsschmerzen und manchmal auch Fehlstellungen. Schmerzen am Daumen – insbesondere, wenn man kräftig zugreift – verursacht die Daumensattelgelenksarthrose. Handgymnastik, Wärmetherapie in Form von Mikrowellenbestrahlung oder ein Handparaffinbad zeigen gute Wirkungen. Bei schweren Fingerarthrosen kommt man allerdings nicht um einen operativen Eingriff umhin. Sandholzer: „Sie werden am Daumen mit der Einlage eines Sehnenbällchens und am Fingermittelgelenk mit einem kleinen Kunstgelenk behandelt.“
Auch den Tennisellenbogen kennt Dr. Sandholzer gut: „Kommt es nach Therapien mittels Stoßwelle, Übungen und Friktionsmassage zu keiner Besserung, kann man einen kleinen Eingriff vornehmen, der in der Praxis durchgeführt wird.“ Übrigens: Nicht nur Tennisspieler leiden darunter. Es kann jeden treffen, häufig Handwerker, häufig auch Hausfrauen.

Mehrerauer Ärztegespräche
Am 7. Juni hält Dr. Sandholzer im Rahmen der Mehrerauer Ärztegespräche einen Vortrag mit dem Titel „Rund um die Hand“. Neben abnützungsbedingten Erkrankungen der Hand spricht der Facharzt auch über rheumatischbedingte Erkrankungen sowie Verletzungen der Hand und gibt Einblicke in deren nichtoperative und operative Behandlungsmöglichkeiten.
 

„Manche Erkrankungen, etwa den Tennisellbogen oder den Schnellenden Finger, kann man bei frühem Behandlungsbeginn ohne Eingriff wegbekommen. Andere zumindest lindern.“
Dr. Kurt Sandholzer, FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

 

Kontaktdaten:

Dr. Kurt Sandholzer
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie
Ambulante Chirurgie/Praxis
Am Garnmarkt 1
6840 Götzis
T: 05523 52585

 

Buchtipps:

„Erkrankungen und Verletzungen der Hand: Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Fachleute im Bereich der Handrehabilitation“ von Sabine Pauli und Sara Straub (Verlag: Schulz-Kirchner; Februar 2011)

„Präzise Hände – schmerzfrei und beweglich“ (DVD & Buch) von Christian Larsen und Bea Mischer (Verlag: Trias; April 2006)

„Blasenentzündung: Anleitung zur Selbsthilfe“ von Angela Kilmartin (Verlag: Trias; 2002)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Beweglichkeit bis ins hohe Alter – Vorbeugung und Behandlung von Gelenksschäden“ Vortrag von Prim. Priv.-Doz. Dr. Peter Peichl, Dr. Alexander Ditschner und DE Andrea Fauster
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=43&thema=611

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 Vom Harnwegsinfekt zur...
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Nierenbeckenentzündung

Ein leichtes Ziehen in der Nierengegend macht noch keine Nierenbeckenentzündung. Diese geht nämlich mit weitaus unangenehmeren Beschwerden einher. Nicht nur deshalb sollte man rasch zum Arzt. 

Wenn man mehrere Stunden im Regen, bei Wind und Kälte spazieren geht, wenn die Kleider nass sind und man keine Gelegenheit hat, sich aufzuwärmen, besteht zwar bei den meisten Menschen nicht gleich die Gefahr, dass sich eine Nierenbeckenentzündung entwickelt. Und doch: „Unterkühlung und nasse Kleidung können Faktoren sein, die die Entwicklung einer Harnwegsinfektion begünstigen. Vor allem wer bereits mehrfache Harnwegsinfekte gehabt hat, sollte sich besser vor Kälte und Nässe schützen“, betont Dr. Andreas Koch, Facharzt für Innere Medizin. Und da aus einem Harnwegsinfekt eine Nierenbeckenentzündung entstehen kann, sollten also doch ein paar, wenn auch nicht allzu laute Alarmglocken läuten.

Mit Antibiotika ins Bett.
Eine Nierenbeckenentzündung wird durch Bakterien verursacht und zeigt sich etwa durch sogenannte Flankenschmerzen – das sind wellenförmig auftretende und krampfartig wiederkehrende, sehr starke Schmerzen in der hinteren seitlichen Bauchregion im Bereich des Rumpfs. Damit noch nicht genug, gesellen sich meist auch Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Beschwerden beim Wasserlassen, also Brennen und häufiger Harndrang, hinzu. Da eine Nierenbeckenentzündung mit einem Antibiotikum und zusätzlich auch oft mit Schmerzmitteln behandelt werden muss, gilt es, einen (Fach-)Arzt aufzusuchen. Und danach: Ab ins Bett! Nicht gesichert ist, laut Koch, „ob eine reichliche Flüssigkeitszufuhr die Abheilung begünstigt. Bei Fieber besteht aber ohnehin ein größerer Flüssigkeitsbedarf.“ In den meisten Fällen klingt die Entzündung dank Antibiotika und Bettruhe gut ab. „Bei schweren Erkrankungen oder bei speziellen Risikofaktoren, beispielsweise wenn eine Patientin schwanger ist, muss die Behandlung jedoch stationär erfolgen“, sagt Internist Koch.

Risikogruppe: Frau!
Vorbeugen kann man im Grunde nur, indem man sich keinen Harnwegsinfekt einfängt. Leider treten diese aber oft gehäuft auf, etwa bei Diabetikern, vor allem aber auch bei Frauen. „Deswegen ist eine gute Hygiene wichtig, unter anderem die richtige ‚Wischrichtung’, nämlich von vorne nach hinten“, erklärt der Feldkircher Internist. Auch gibt es keine spezielle Diät, die Harnwegsinfektionen und Nierenbeckenentzündungen vorbeugen könnten. Einzig: Preiselbeerpräparate können das Anhaften von Bakterien an der Harnblasenwand vermindern. Sie dürften also, so Koch, „einen vorbeugenden Effekt in Bezug auf Harnwegsinfekte haben.“

Verhüten einmal anders.
Auch manche Verhütungsmittel können Harnwegsinfekte begünstigen. Und zwar jene, die spermienabtötende Mittel (Spermizide) enthalten. Hierunter fallen etwa viele Scheidenzäpfchen, aber auch einige Kondom-Hersteller versehen ihre Produkt mit spermiziden Gleitmitteln. Andreas Koch empfiehlt daher: „Bei gehäuften Harnwegsinfekten sollte lieber auf andere Methoden der Schwangerschaftsverhütung gewechselt werden.“


„Eine Harnwegsinfektion wird durch Bakterien ausgelöst, die durch die Harnröhre in die Harnblase wandern. Steigen sie bis hinauf zu den Nieren kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen.“
Dr. Andreas Koch, FA für Innere Medizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Andreas Koch
FA für Innere Medizin
Oberarzt am Krankenhaus Dornbirn, Abteilung für Innere Medizin
Praxis:
Waldfriedgasse 6
6800 Feldkirch
T: 05522 31546

Siehe auch Artikel „Blasenentzündung – Bekanntes Frauenleiden“

 

Buchtipps:

„Harnwegsinfektionen. Vorbeugen, Erkennen, Behandeln“ von Harald Fischer (Verlag: Verlagshaus der Ärzte; Oktober 2004)

„Blasenentzündungen, Blasenschmerzen... damit müssen Sie nicht leben!“ Ein Ärztlicher Ratgeber von Ines Ehmer (Verlag: Zuckschwerdt; August 2010)

„Blasenentzündung: Anleitung zur Selbsthilfe“ von Angela Kilmartin (Verlag: Trias; 2002)

 

Weiterführende Links:

Nierenbeckenentzündung: Informationen für Betroffene und Angehörige
http://www.nierenbeckenentzuendung.com/

Mini Med Studium: „Wenn Niere oder Blase streiken – Blasenentzündung, Harnweginfekt, Nierenbeckenentzündungen“ von  Univ.-Prof. Dr. Sabine Horn
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=54&thema=1159

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 Heuschnupfen
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Pollen im Anflug
Alle Jahre wieder: Heuschnupfen

Das Gras ist grün, die Bäume blühen. So schön der Anblick auch ist,viele freut er gar nicht, und es werden immer mehr. Über Heuschnupfen und was man dagegen nehmen, aber auch machen kann.
Warum die Anzahl der von Heuschnupfen geplagten Menschen stetig steigt, ist nicht wirklich bekannt. Manche führen es auf die zunehmende Sauberkeit und Hygiene zurück. Manche sind der Meinung, dass es mit der Lebensweise zusammenhängt. So auch Dr. Johannes Gächter, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde: „Viele Menschen haben immer weniger Zeit. Als Folge rebelliert der Körper und das kann sich durch eine Allergie, wie etwa Heuschnupfen, bemerkbar machen.“ Unser Immunsystem reagiert ständig auf Umweltreize: So ist Niesen ein natürlicher Reflex; bei verstärktem, übermäßige Auftretenkann es sich aber um eine Allergie handeln.

Kettenreaktion.
Gelangen Pollen, gegen die man allergisch ist, in die Atemwege, schwellen die Schleimhäute in Nase und Rachen, aber auch Augen jucken und es kommt zu einer vermehrten Flüssigkeitsproduktion. Anders gesagt: Die Nase rinnt. „Übrigens“,erklärt der Bregenzer HNO-Arzt, „finden Immunreaktionen am und im ganzen Körper statt. Daher haben Kinder mit Heuschnupfen mitunter rote Stellen an den Füßen, wenn sie barfuß durchs Gras laufen.“ Apropos: Bei Kindern sollte schon sehr früh mit einer Therapie begonnen werden. Unbehandelt kann es nicht nur zu Asthma kommen, es können sich auch Kreuzallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickeln.

Tabletten, Tropfen und mehr.
Während der Pollensaison können Medikamente, sogenannte Antihistaminika, für Linderung sorgen. Neben Tabletten, die man am besten regelmäßig einnimmt, gibt es auch Nasensprays und Augentropfen. Der Vorteil von Tabletten: Sie wirken im ganzen Körper, Tropfenhingegen lediglich dort, wo sie angewendet werden, also lokal. Fertigspritzen für den Notfall, deren Wirkung äußerst schnell eintritt, werden eher bei Insektenallergie als bei Heuschnupfen angewendet. Liegt jedoch etwa auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vor, so ist es ratsam, mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen.„Und dann gibt es noch Sprays, die die Atemwege erweitern und vor allem dann angewendet werden, wenn der Heuschnupfen bis in die Bronchien geht“, so Gächter.

Abgesehen von Medikamenten...
Lüften sollte man nur ganz früh am kühlen Morgen oder kurz nach dem Regen, dann ist die Pollenbelastung geringer. Ansonsten gilt: Pollen meiden – sofern das möglich ist. Und auf den Herbst warten, nicht weil die Pollensaison dann ihr Ende nimmt, sondern um sich austesten zu lassen. Johannes Gächter: „Nur wer weiß, gegen was er allergisch ist, kann etwas dagegen unternehmen.“ Etwa eineHyposensibilisierungs-Therapie: Diese kann aber eben erst im Herbst begonnen werden und da denken leider die wenigsten daran. Wir schon. In diesem Sinne: Wir lesen uns spätestens im Herbst wieder!


„Das Immunsystem kennt die Pollen, gegen die man allergisch ist. Gelangen diese durch den Atemstrom in die Nase, die Atemwege und bis in die Bronchien, folgt die allergische Reaktion.“
Dr. Johannes Gächter, FA für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde


Kontaktdaten:

Dr. Johannes Gächter
FA für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Bahnhofstraße 39/Top 15
6900 Bregenz
T: 05574 58163
E: hno@gaechter.eu
H: www.gaechter.eu

 

Buchtipps:

„Heuschnupfen“ von Annette Kerckhoff (Verlag: Kvc; März 2005)

„Homöopathie bei Heuschnupfen“ von Jörn Dahler, Michael Teut und Christian Lucae (Verlag: Hippokrates; Dezember 2008)

„Pollenallergie, Heuschnupfen, Asthma & Co: Ganzheitlich wirksamer Schutz des Immunsystems“ von Gerhard Leibold (Verlag: Oesch; Februar 2006)

 

Weiterführende Links:

Heuschnupfen Kalender online
http://www.heuschnupfen-kalender.de/oesterreich/

Mini Med Studium: „Heuschnupfen – Mehr als nur lästig?“ von Univ.-Prof. Dr. Norbert Reider
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=1093

Mini Med Studium: „Allergische Atemwegserkrankungen – Heuschnupfen und Asthma“ von Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=474

Mini Med Studium: „Atemwegsallergien – Eine neue Volkskrankheit“ von  Univ.-Prof. Dr. Horst Olschewski und Prim. MR Dr. Kurt Aigner
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=257


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 Ruhe! Bitte!
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Ich höre was, was du nicht hörst

Es pfeift, klingelt, summt, rauscht oder brummt im Ohr. Die einen hören das Geräusch ständig, die anderen nur ab und zu. In jedem Fall beeinträchtigt ein Tinnitus das Leben. Je früher behandelt, desto besser.

Wie sich ein Tinnitus bemerkbar macht, ist sehr unterschiedlich und laut Dr. René Summesberger, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, liegt gerade hier das Problem begraben: „Als behandelnder Arzt kann ich selbst das Geräusch nicht hören. Ich bin also auf die Angaben der Patienten angewiesen, auf deren subjektives Befinden.“ Etwa zehn Prozent der erwachsenen Österreicher leiden an einem Tinnitus – so wird jedenfalls geschätzt.

Auf Ursachensuche.
Viele berichten nach einem Konzert von einem hohen Pfeifen. Der Grund: Die Lärmbelastung war zu hoch, es kam zu einer Überreizung, wenn nicht sogar zu einer Schädigung der Sinneszellen im Ohr, was wiederum vom Gehirn als Pfeifen wahrgenommen wird. „Gerade ein durch Konzerte ausgelöster Tinnitus ist oft heilbar“, beruhigt Summesberger, um gleich darauf zu ergänzen: „Das Pfeifen kann aber selbstverständlich auch dauerhaft bestehen bleiben.“ Neben einer Lärmbelastung kann eine Verletzung des Trommelfells für einen Tinnitus verantwortlich sein. Ebenso ein Knalltrauma, ein Hörsturz, eine Hörminderung, eine Erkrankung des Mittelohrs oder schlichtweg ein Ohrenschmalzpfropf. „Leider“, so Summesberger, „findet man aber oft gar nichts und trotzdem klagt der Patient über ein Ohrgeräusch.“

Was kann man tun?
Liegt dem Tinnitus eine erkennbare Ursache zugrunde, so wird natürlich diese behandelt. Doch auch, wenn kein Auslöser gefunden wird, gibt es verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann im Akutstadium eine durchblutungsfördernde und antientzündliche Infusionstherapie Linderung verschaffen. Der Bludenzer HNO-Arzt nimmt zudem auch den alternativmedizinischen Weg: „Ich selbst biete Akupunkturtherapie an, arbeite aber auch mit Akustikern und Psychotherapeuten zusammen.“ Die Entscheidung „Psychotherapie ja oder nein“ liegt natürlich beim Patienten, betont Summesberger, doch: „Gerade ein Tinnitus ohne erkennbare Ursache kann nicht selten zu psychosomatisch bedingten Beschwerden, wie Depressionen und dergleichen, führen.“ Zuweilen ist die gesamte Behandlung erfolgreich. Doch bedauerlicherweise nicht immer. Zum Glück gewöhnen sich – zumindest viele – Tinnitusgeplagte an das Ohrgeräusch.

Wattestäbchen-Verbot.
Vorbeugen kann man nur dem Tinnitus, dem eine erkennbare Ursache zugrunde liegt: So gilt es, extremen Lärm zu meiden oder, wenn dies nicht möglich ist, einen Lärmschutz zu tragen. Gerade Musiker bzw. Menschen, die berufsbedingt dauerhaft Lärm ausgesetzt sind, sollten sich diesen vom Akustiker anpassen lassen. Außerdem gilt: Keine Wattestäbchen benutzen! Summesberger: 
„Das Ohr putzt sich von alleine. Mit dem Wattestäbchen holt man nur die äußerste Schicht des Ohrenschmalzes heraus. Das ist, als würde man den Finger in einen Farbkübel tauchen: Die Fingerspitze ist dann zwar voll Farbe. Der Topf aber ebenso.“


„Beim Tinnitus handelt es sich nicht um eine Krankheit. Eigentlich ist es „nur“ ein Ohrgeräusch, das in unserem Gehirn entsteht. Man könnte auch sagen: Das Hirn spielt uns einen Streich.“
Dr. René Summesberger, FA für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

 

Kontaktdaten:


Dr. René Summesberger
FA für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Bahnhofstraße 4
6700 Bludenz
T: 05552 32183
E: hno@summesberger.at 
H: www.summesberger.at


Selbsthilfegruppe Tinnitus Dornbirn
c/o Karl-Heinz Nagel Landeszentrum für Hörgeschädigte
Feldgasse 24
6850 Dornbirn,
T: 05572 25733



Buchtipps:


„Tinnitus – Musiktherapie“ von Annette Cramer (Verlag: Trias; Oktober 2008)

„Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr: Ursachen erkennen und ausschalten. Die besten Therapien für Akut- und Langzeitbehandlung. Mit großem Selbsthilfeteil“ von Eberhard Biesinger (Verlag: Trias; Februar 2007)

„Tinnitus – So finden Sie wieder Ruhe: Erprobtes ganzheitliches Übungsprogramm. Neueste Fakten und Behandlungsmöglichkeiten“ von Uwe H. Ross (Verlag: GU; August 2006)



Weiterführende Links:


Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte
http://www.vobs.at/lzh

Österreichische Tinnitus-Liga (ÖTL)
http://www.oetl.at

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 Mahlzeit! Gesundheit!
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Bewusst leben – bewusst ernähren

Im Grunde weiß jeder, wie Gesunde Ernährung „funktioniert“. Und doch klaffen Theorie und Praxis oft weit auseinander. Dabei ist es gar nicht so schwer – und auch nicht zeitraubend.

Immer wieder ist zu lesen: Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag reichen, um den Körper mit allen wichtigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu versorgen. Abgesehen davon, dass sich wohl einige fragen, wie sie diese Menge überhaupt zu sich nehmen sollen, müssen es gar nicht „Five a day“ sein, so Dr. Michaela Fabianek, Ärztin für Allgemeine und Alternative Medizin in Blons: „Dieser Slogan wurde kreiert, um mehr Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen.“

Ausgewogene Mischkost.
Sich gesund zu ernähren bedeutet, dass man zu Produkten greift, die der Jahreszeit entsprechen, aus heimischem Anbau stammen, schonend zubereitet und mit Genuss sowie Maß verzehrt werden. Konkret: Morgens Müsli oder Vollkornbrot, Mittags ausgewogene Mischkost. „Das heißt, zwei Mal in der Woche Fleisch, mindestens einmal Fisch, ab und zu eine süße Milchmahlzeit und ansonsten Gemüse in allen Variationen“, erklärt die Blonser Ärztin. Auf dem abendlichen Speiseplan sollte leichte Kost, jedoch keine Rohkost, stehen. Bestehen die Zwischenmahlzeiten dann noch aus Obst, könne man, so Dr. Fabianek, mit Sicherheit von einer gesunden Ernährung sprechen. 
 
Keine Zeit: Kein Argument.
Wenn einem die eigene Gesundheit und der Erhalt eben dieser am Herzen liegen, sollte man bewusst leben und sich auch dementsprechend ernähren. Dann geht es auch in Ordnung, wenn ab und zu Fertigprodukte oder Hausmannskost auf den Tisch kommen. Den Einwand, man könne einfach nicht kochen, lässt Michaela Fabianek übrigens nicht gelten: „Jeder von uns hat die Fähigkeiten und auch die Zeit, mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln der Küchentechnik in kurzer Zeit ein schmackhaftes Gericht auf den Tisch zu bringen.“
Die Zubereitung der Speisen ist dabei sehr wichtig, denn nur durch schonende Verarbeitung bleiben die wertvollen Vitamine und Nährstoffe in den Kohlenhydraten, Eiweißen und qualitativ hochwertigen Fetten erhalten. Vom Zusatz von Aromen rät die Allgemeinmedizinerin ab: „Unser Gaumen ist schon ganz ‚verwirrt’ vom vielen Würzen. Entsprechend produziert, hat jedes Lebensmittel seinen charakteristischen Eigengeschmack.“

Hör auf Deinen Körper!
Und dann wäre da noch die Frage: Nahrungsergänzungsmittel ja oder nein? Für Fabianek ist die Sache klar: „Wenn ich versuche, täglich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan zu haben, kein Spitzensportler bin oder an einer schwerwiegenden Erkrankung leide, ist es nicht nötig, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen.“ Überhaupt sollte man sich weniger Gedanken über empfohlene Nährstoffmengen machen, sondern vielmehr dem eigenen Körper vertrauen. „Er sagt einem nämlich genau, was auf dem Speiseplan stehen soll“, so die Ärztin.


„Nimm dir Zeit und nicht das Leben! Gesunde Ernährung bedeutet: Ich bin es mir wert, Zeit für eine frisch zubereitete Mahlzeit aufzubringen und diese in Ruhe und mit Genuss zu mir zu nehmen.“
Dr. Michaela Fabianek, Ärztin für Allgemeine und Alternative Medizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Michaela Fabianek
FA für Allgemeine und Alternative Medizin
Kirchdorf 95
6723 Blons
T: 05553 8102400
E: praxis@dr-fabianek.at
H: www.dr-fabianek.at 

 

Buchtipps:


„Die Kunst stillzusitzen: Ein Skeptiker auf der Suche nach Gesundheit und Heilung“ von Tim Parks (Verlag: Kunstmann; September 2010)

„Das Spiel des Lebens: Wie Wünsche wahr werden“ von Maya Brunold (Verlag: Books on Demand; Dezember 2009)

„Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben“ von Siegfried Meryn und Christian Skalnik (Verlag: Ecowin; Jänner 2009)

„Das Antikrebs-Buch. Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln“ von David Servan-Schreiber (Verlag: Goldman; Februar 2010)

„Milde Ableitungsdiät nach F.X. Mayr“ – Ein Kochbuch von Erich Rauch und Peter Mayr (Verlag: Trias; Februar 2011)



Weiterführende Links:


Internationale Gesellschaft der MAYR-Ärzte
http://www.fxmayr.com

Alpengasthof Bad Rothenbrunnen in Sonntag im Gadental in der Kernzone des Biosphärenparks: Unter der Leitung von Dr. Michaela Fabianek finden im Kurhotel Bad Rothenbrunnen F.X. Mayr-Kurwochen statt. Der nächste Termin: 14. bis 23. April 2011
http://www.rothenbrunnen.at

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 Auf zum Glück
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Vom Glücksmoment zum Lebenssinn

Das Glück ist ein Vogerl und jeder Mensch muss sein ganz eigenes Vogerl finden. Über die Suche nach dem ganz persönlichen Lebenssinn, der zufrieden und, ja, auch glücklich macht.


Glück hängt sehr stark mit den Lebensinhalten und dem Lebenssinn zusammen und diese sind nun mal von Mensch zu Mensch verschieden“, sagt Dr. Helmut Klien, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. Als Schüler von Viktor Frankl, dem Begründer der Existenzanalyse, der sich Zeit seines Lebens mit der Sinnfindung befasst hat, ist Klien der Meinung, dass jeder Mensch das Bedürfnis nach dem Sinn im eigenen Leben hat.

Der Weg ist das Ziel.
Dennoch sucht man erst dann Hilfe, wenn das Glück bereits abhanden gekommen ist. Für den Dornbirner Psychiater ist das keine große Überraschung: „Immerhin ist es keine Krankheit, wenn man das Glück nicht findet. Sehr wohl gibt es aber Krankheiten, die Glück verhindern. Als Psychiater ist es meine Aufgabe, diese Hindernisse wegzuschaffen.“ Das Ziel einer Therapie kann aber nie das Glück sein, nicht zuletzt da dieses von vielen Faktoren abhängt. Ein Beispiel: Man erklimmt den Gipfel eines Berges in der Hoffnung, dort das Glück zu finden. Oben angekommen schmerzt der Kopf und vom Glück ist weit und breit keine Spur. Und wie findet man dann das Glück? „Im Weg. Im Sinn, der hinter der Wanderung auf die Bergspitze, steckt. Der Grund für das Glücksgefühl ist weitaus wichtiger als das Gefühl selbst“, erklärt Dr. Klien.

Zufrieden und selbstbestimmt.
Wenn es um das Glück geht, spielt auch die Zufriedenheit eine wesentliche Rolle. Man setzt sich ein Ziel, erreicht dieses, ist zufrieden und auch glücklich. Allerdings wird der Mensch wohl nie wunschlos glücklich sein, denn nach ein gewiesen Zeit der Zufriedenheit, wird er ein neues Ziel anpeilen und das ist auch gut so. Wichtig ist aber, dass man sich erreichbare Ziele vornimmt und, dass es sich dabei nicht um Ziele handelt, die von außen, von der Gesellschaft vorgegeben werden, betont Klien: „Man muss natürlich wissen, was man will und auch was man kann. Man muss auf sich selbst hören. Dazu braucht es Mut.“

Ziel: Lebenssinn.
Schon der römische Dichter Juvenal sagte: „In einem gesunden Körper wohnt doch ein gesunder Geist“. Ebenso gilt: Sind wir glücklich, fühlen wir uns auch körperlich wohl. Die Erklärung dafür ist im Grunde simpel: Der Mensch ist eine Einheit. Da also körperliches und psychisches Wohlbefinden eng verknüpft sind, ist es umso wichtiger, für sich selbst den Sinn des Lebens zu finden und auf dem Weg dorthin Etappenziele zu erreichen, die einen zufrieden und eben auch glücklich machen.  


„Der Mensch hat Gott sei Dank eine gewisse Fähigkeit, glücklich zu sein. Den Sinn seines Lebens findet er, wenn er auf seine innere Stimme hört und sich erreichbare Ziele setzt.“
Dr. Helmut Klien, FA für Psychiatrie und Neurologie

 

Kontaktdaten:

Dr. Helmut Klien
FA für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut
Bahnhofstraße 26
6850 Dornbirn
T: 05572 24510

E: praxis@dr-klien.com
H: www.dr-klien.com

 

Buchtipps:

„Glück“ von Matthieu Ricard – Zitat: „Glück ist kein Zufall, sondern jeder kann es erlernen“ (Verlag: Knaur TB; Februar 2009)

„Glück kommt selten allein ...“ von Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist und Schriftstellers (Verlag: Rowohlt; Februar 2009)

„Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist“ von Wilhelm Schmid (Verlag: Insel; Juli 2007)

„Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ von Francois Lelord (Verlag: Piper; Oktober 2006)

 

Weiterführende Links:


PsychoTipps: Wege zum Glücklichsein
http://www.psychotipps.com/Glueck.html

Glücksarchiv: Alles zum Thema „Glücklich sein“
http://www.gluecksarchiv.de

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 Schleudertrauma
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Die Gewalt im Nacken

Auffahrunfälle passieren schneller als man denkt. Nicht selten folgt ein Schleudertrauma. Nach wenigen Wochen sollte der schmerzhafte Spuk aber wieder vorbei sein.


Man steht mit seinem Auto an der Kreuzung. Nichtsahnend. Und dann kracht’s: Der von hinten kommende Fahrer hat die rote Ampel übersehen oder zu spät erblickt. Wie auch immer, er knallt auf den eigenen PKW. Einige Stunden später schmerzt der Nacken, der Hals wird steif, eventuell gesellen sich auch noch Kopfschmerzen hinzu. Diagnose: Schleudertrauma. Abgesehen vom „Klassiker“ Auffahrunfall, kann auch ein Sportunfall, etwa beim Schifahren, eine derartige Verletzung nach sich ziehen. Primar Univ. Prof. Dr. Karl Benedetto, Leiter der Unfallchirurgie am LKH Feldkirch: „Durch eine plötzlich einwirkende Gewalt – sei es von hinten oder von der Seite – wird das Kopf-Hals-Segment gegenüber dem festen Oberkörper beschleunigt, so dass daraus ein klassisches Schleudertrauma der Halswirbelsäule resultiert.“

Langer oder kurzer Hals?
Ein Schleudertrauma – auch Peitschenschlagsyndrom genannt – ist eine Verletzung der Weichteile an der Halswirbelsäule und tritt mit unterschiedlichen Schweregraden auf: von einer leichten Zerrung der Muskulatur im Nackenbereich bis hin zu einer Veränderung im Bereich der Bandscheiben oder sogar Wirbelbrüchen. Wie folgenschwer die Verletzung ist, hängt natürlich von der Stärke der eintretenden Gewalteinwirkung ab, aber auch von der muskulären Anspannung während des Unfalls und vom allgemeinen Zustand der Muskulatur. Zudem spielen angeborene Unterschiede eine entscheidende Rolle, erklärt Primar Benedetto: „Ein langer Hals bedeutet mehr Mobilität und somit eine größere Verletzungsgefahr. Stämmige Menschen haben einen kürzeren Hals bzw. einen Stiernacken und sind daher eher geschützt.“

Ruhigstellen und ab zum Arzt!
Wie aber sollte der Verunfallte reagieren? In erster Linie muss der Halsbereich ruhig gestellt werden, danach gilt es, einen Arzt aufzusuchen – und zwar nicht nur wenn Fremdverschulden vorliegt und ein Attest für die Versicherung benötigt wird. Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad: „Bei leichten Verletzung reicht es, den Nacken kurzfristig ruhig zu stellen. In manchen Fällen werden auch entzündungshemmende Medikamente verschrieben“, erklärt Unfallchirurg Benedetto. Genaue Angaben über die Dauer der Genesung kann Primar Benedetto nicht machen: „Das ist sehr unterschiedlich. Allerdings dauert es erfahrungsgemäß länger, wenn Fremdverschulden vorliegt.“

Schleudertrauma-Syndrom.
Langzeitschäden treten nur äußerst selten auf, beruhigt Karl Benedetto: „Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir hierzulande sehr schnell mit einer Physiotherapie anfangen, wenn sich nach wenigen Tagen keine Besserung abzeichnet.“ Klagt der Patient allerdings auch nach mehreren Wochen noch über Schmerzen, muss neurologisch und mittels MRT abgeklärt werden, woran es liegt.
Am besten wäre natürlich, man würde von vornherein Unfälle, die ein Schleudertrauma nach sich ziehen können, vermeiden.


„Je nach Schweregrad des Schleudertraumas, sollten Schmerzen und Nackensteife nach wenigen Tagen oder Wochen abklingen.“
Primar Dr. Karl Benedetto, Unfallchirurgie am LKH Feldkirch
 


Kontaktdaten:


Primar Univ. Prof. Dr. Karl Benedetto
FA für Unfallchirurgie
Leiter der Unfallchirurgie am LKH Feldkirch
West-Trakt
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 05522 303-1100
H: www.khbg.at/feldkirch/unfallchirurgie

 

Buchtipps:

„Schleudertrauma. Das unterschätzte Risiko“ von Renata Huonker-Jenny (Verlag: Rüffer & Rub; September 2010)

„Schleudertrauma“ von Horst Kraemer und Astrid Wichmann (Verlag: Orell Fuessli; September 2006)

„Schwachstelle Genick: Wie große und kleine Unfälle in Beruf und Freizeit Ihre Halswirbelsäule zum unaufhaltsamen Krankheitsgenerator machen“ von Bodo Kuklinski und Anja Schemionek (Verlag: Aurum im Kamphausen Verlag; November 2006)

 

Weiterführende Links:


Netdoktor.at: Rund um das Schleudertrauma
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/schleudertrauma.htm

„Schleudertrauma und seine Folgen“:
Auf der Homepage der Gesundheitsplattform www.forumgesundheit.at der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.
http://www.forumgesundheit.at/portal27/portal/forumgesundheitportal/channel_content/cmsWindow?p_tabid=4&p_menuid=63348&action=2&p_pubid=636219

„Halskrause oft überflüssig“: Artikel vom 26. Jänner 2011 auf derstandard.at
http://derstandard.at/1295570857581/Schleudertrauma-Halskrause-oft-ueberfluessig

Mini Med Studium:
Heilen mit den Händen – Osteopathie und Chiropraktik
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=43&thema=645
 

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 Entzündete Bindehaut
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Die mit Abstand häufigste Augenerkrankung. Richtig behandelt, heilt eine Bindehautentzündung bald ab. Tut man aber nichts, wird das Auge unnötig strapaziert, wenn nicht sogar geschädigt.  

Die Augen schmerzen, tränen und jucken, sind gerötet und mitunter auch lichtempfindlich, manchmal wird ein schleimiges, eitriges Sekret abgesondert, am Morgen bekommt man die Lider nicht mehr auseinander, weil sie verklebt sind und nicht selten fühlt es sich an, als hätte man einen Fremdkörper im Auge. Derartige Beschwerden deuten auf eine Bindehautentzündung hin. Die Ursachen für eine Konjunktivitis, so der Fachausdruck, sind zahlreich, weiß Dr. Oliver Schuff, Facharzt für Augenheilkunde in Wolfurt: „In den meisten Fällen wird sie durch Bakterien oder Viren ausgelöst, aber auch mangelnde Flüssigkeitsbenetzung des Auges sowie allergische Reaktionen können dahinter stecken.“ Manchmal wird eine Bindehautentzündung auch durch äußere Reize, wie etwa Rauch, Wind, trockene Luft oder sonstige Umwelteinflüsse, ausgelöst.

Ab zum Augenarzt!
Bei geröteten Augen sollte man immer einen Augenarzt aufsuchen. Es gilt nämlich, andere Ursachen, wie beispielsweise der Grüne Star, auszuschließen. Treten weitere bzw. oben genannte Symptome auf, ist der Gang zum Facharzt unerlässlich – eine unbehandelte Bindehautentzündung kann das Auge unnötig strapazieren oder gar schädigen, bei schweren Verläufen unter Beteiligung der Hornhaut kann eine Beeinträchtigung des Sehvermögens nicht ausgeschlossen werden. „Im Normalfall heilt eine Konjunktivitis allerdings innerhalb von ein bis zwei Wochen ab“, beruhigt der Wolfurter Augenarzt. Und: „War nur die Bindehaut von der Entzündung betroffen, so ist nicht mit Folgen für das Augenlicht zu rechnen.“

Tropfen und Salben.
Behandelt wird je nach Ursache: So helfen etwa antibiotische Augentropfen oder -salben bei einer bakteriellen Konjunktivitis, bei einer allergischen Bindehautentzündung kommen antiallergische Augentropfen zum Einsatz. Überdies sollten jene Substanzen, welche die Allergie auslösen, gefunden und, wenn möglich, gemieden werden. „Bei einer durch einen Virus bedingten Konjunktivitis ist die ursächliche Behandlung meist nicht möglich. Schleimhautabschwellende Tropfen können die Beschwerden jedoch lindern“, erklärt Dr. Schuff.

Was man selbst tun, aber auch lassen sollte.

Eine wichtige Rolle spielt die Hygiene – vor allem bei infektiösen Bindehautentzündungen, da diese ansteckend sind. Das heißt: Hände waschen, Körperkontakt vermeiden, eigene und frische Handtücher verwenden usw. Überdies ist es ratsam, auf Augen-Make-up zu verzichten und grelles Sonnenlicht sowie Wind zu meiden. Und auch das Tragen von Kontaktlinsen sollte man lieber bleiben lassen, da diese die Bindehaut immer wieder reizen können.
Vorbeugen kann man leider nicht. Einzige Ausnahme: die allergische Konjunktivitis. Schuff dazu: „Durch Meidung des Allergens und Einnahme von Antihistaminika kann eventuell vorgebeugt werden.“ Und bei trockenen Augen vermögen künstliche Tränen, das Risiko einer Entzündung der Bindehaut zumindest zu verringern.


„Bei geröteten Augen sollte man stets ein Augenarzt konsultieren. Insbesondere, wenn weitere Symptome, wie Schmerzen, Jucken, Lichtempfindlichkeit oder Eiter auftreten.“
Dr. Oliver Schuff, FA für Augenheilkunde und Optometrie

 

Kontaktdaten:


Dr. Oliver Schuff
FA für Augenheilkunde und Optometrie
Augenordination Hofsteig
Unterlinden 24
6922 Wolfurt
T: 05574 64862
E:
info@augen-hofsteig.at
H: www.augen-hofsteig.at

 

Buchtipps:


„Heile Deine Augen: Bewährte Methoden der Naturheilkunde bei Augenkrankheiten und Sehstörungen“ von Andreas Nieswandt und Klaus Kleiber (Verlag: VerlagM; September 2008)

„Das andere Augenbuch: Seele und Sehen - ein Leitfaden für Betroffene“ von Ilse Strempel (Verlag: Kvc Verlag, Rottenburg; Jänner 2006)

 

Weiterführende Links:


Gesundheitsportal onmeda.de Rund um die Bindehautentzündung
http://www.onmeda.de/krankheiten/augenerkrankungen/a-z/bindehautentzuendung.html

konjunktivitis.net: Website rund um die Entzündung der Bindehaut
http://www.konjunktivitis.net

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 Haare lassen
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Der Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare. Sind es mehr, gilt es die Ursachen für den kranhaften Haarausfall zu finden.

Der Mensch hat zwischen 100.000 und 150.000 Kopfhaare und täglich verliert er „ein Büschel“ davon. Diesen natürlichen Haarausfall von bis zu 100 Haaren pro Tag nennt man „Mauserung“. Fallen mehr Haare aus, spricht man von krankhaftem Haarausfall. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel: „Etwa bei Neugeborenen, circa ab der achten Woche, kann es zum physiologischen Effluvium – so wird Haarausfall in der Fachsprache genannt – kommen“, erklärt Dr. Manfred Hinteregger, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Bregenz. Normal ist stärkerer Haarausfall bei jungen Menschen nach der Pubertät oder bei älteren Menschen durch Alterung der Haarfollikel.

Kann viele Ursache haben.
Krankhafter Haarausfall ist unter anderem auf schweren Blutverlust, hohes Fieber, schwere akute Infektionen, Schockzustände, Systemkrankheiten, Schilddrüsenunter- sowie Schilddrüsenüberfunktionen oder eine Vielzahl von Medikamenten zurückzuführen. Überdies spielt laut Hinteregger die Ernährung eine wichtige Rolle: „Forcierte Diäten sowie der Mangel von Proteinen, Eisen, Zink oder Vitaminen, wie beispielsweise Folsäure oder das Vitamin B 12, können Haarausfall verursachen.“ Ebenso Infektionen im Bereich des Haarfollikels oder übermäßige Traktion, also intensives Frisieren, das ständige Tragen eines Gummibandes oder stetiger Druck, etwa durch Kopfbedeckungen oder Perücken. Außerdem kann Wärme, beispielsweise durch einen Fön, ein Glätteisen oder auch durch die Sonne, eine schädigende Wirkung auf den Haarschaft haben und somit Haarausfall bedingen.

Was hilft wirklich?
In den meisten Fällen helfen Medikamente nicht im Kampf gegen übermäßigen Haarausfall. „Daher müssen die Ursachen behoben bzw. die zugrundeliegenden Störungen behandelt werden“, betont der Bregenzer Hautarzt. Es gilt also, auf eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung zu achten, die Haare vor Hitze zu schützen, sie nur leicht zu kämmen und lange Haare öfters auch offen über die Schultern fallen zu lassen. Eine Ausnahme stellt der genetisch bedingte Haarausfall dar: Abgesehen davon, dass hier medikamentöse Therapien angewendet werden können, besteht auch die Möglichkeit der Eigenhaartransplantation. Hinteregger: „Am Hinterkopf werden kleine Haarbüschel ausgestanzt, in ein zuvor ausgestanztes Loch im kahlen Areal wieder eingesetzt, wo sie in der Folge einwachsen. Von Kunsthaartransplantationen ist aufgrund der hohen Komplikationsraten dringend abzuraten.“

Wenn Frauen Haare lassen.
Krankhafter Haarausfall bei Frauen ist meist auf einen Eisenmangel oder Schilddrüsenstörungen zurückführen. Außerdem kann es bei Frauen nach der Geburt, nach Absetzen der Pille oder bei zu starken Monatsblutungen zu übermäßigem Verlust der Haarpracht kommen. „Auch in den Wechseljahren verlieren nicht wenige Frauen mehr Haare als üblich und zwar als Folge des relativen Überwiegens männlicher Sexualhormone“, so Manfred Hinteregger.


„Mit zunehmendem Alter ist Haarausfall auch bei Frauen normal, etwa in den Wechseljahren. Zur Kahlköpfigkeit kommt es aber nur sehr selten.“
Dr. Manfred Hinteregger, FA für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Kontaktdaten:

Dr. Manfred Hinteregger
FA für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Arlbergstraße 119/Top 22
6900 Bregenz
T: 05574 76506
E:
manfred@hinteregger.at
H: www.hinteregger.at/hautarzt 
 

 

Buchtipps:

„Haarausfall natürlich heilen: Das Geheimnis schöner und gesunder Haare“ von Brigitte Hamann (Verlag: Kopp, Rottenburg; November 2009)

„Nachwuchs für die Haare: Genetisch bedingter Haarausfall – Erfolgreiche Hilfe für bedrohte Köpfe  Erlebnis-Progammierung“ von Juern Steinhardt (Verlag: Books on Demand; Mai 2008)

 

Weiterführende Links:

Haarausfall.net: Informationen zum Thema Haarausfall
http://www.haarausfall.net/

haarausfall24.com: Der Ursache auf der Spur...
http://www.haarausfall24.com/

10 Tipps gegen den gefürchteten Haarausfall (Artikel auf vol.at)
http://www.vol.at/news/welt/artikel/10-tipps-gegen-den-gefuerchteten-haarausfall/cn/news-20101117-11491075

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 Gestörter Schlaf
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Wenn ich nur schlafen könnte. Schlafstörungen mindern die Lebensqualität. Schlafhygiene, eine behagliche Schlafumgebung und der Weg zum Arzt können helfen.

Manche Menschen können nicht einschlafen, manche nicht durchschlafen, manche wachen sehr früh auf und wälzen sich im Bett herum, bis sie „endlich“ aufstehen dürfen. Wer subjektiv das Gefühl hat, schlecht zu schlafen und am Morgen nicht erholt aufzuwachen, leidet an einer Schlafstörungen. Die Ursache dafür können vielfältig sein, betont Dr. Siegfried Hartmann, Arzt für Allgemeinmedizin in Rankweil: „Im Großen und Ganzen können Schlafstörungen von außen bedingt sein, psychische Gründe haben oder auf körperliche Erkrankungen zurückgeführt werden.“

Auf Ursachensuche.
Dauern die Schlafstörungen bereits geraume Zeit an, ist deren Grund nicht erkennbar und beeinträchtigen sie spürbar die Lebensqualität, sollte der Weg zum Arzt nicht zu weit sein. Ärzte und Psychotherapeuten mit schlafmedizinischen Fachkenntnissen können Diagnosen unmittelbar und ausschließlich aufgrund der gesundheitlichen Vorgeschichte stellen. Vom Griff zu schlafanstoßenden Medikamenten – die Schlaftablette an sich gibt es gar nicht mehr – wird wegen des hohen Abhängigkeitspotenzials abgeraten. Kurzfristig und bei leichten Störungen können pflanzliche Medikamente etwa mit Hopfen, Baldrian helfen. Prinzipiell gilt jedoch: Ursache suchen – Störung beheben. „Übrigens kann man oft auch selbst durch Verhaltensänderungen zur Verbesserung beitragen und einer Chronifizierung vorbeugen“, so der Allgemeinmediziner.

Schlaf pflegen.
Abgesehen davon sollte man auf die Schlafhygiene achten: Große Mahlzeiten und übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, bevor man Schlafen geht. Probleme oder Konflikte nicht mit ins Bett nehmen bzw. den Lösungsversuch ganz bewusst auf einen anderen Zeitpunkt, etwa den nächsten Tag, verschieben. Außerdem helfen Schlafrituale, Entspannungsübungen, ein Abendspaziergang und der Grundsatz „Erst zu Bett, wenn man wirklich müde ist“. Was aber, wenn man partout nicht einschlafen kann? Hartmann: „Dann steht man wieder auf, geht in ein anderes Zimmer und erst wieder ins Bett, wenn man müde ist.“ Auch eine behagliche Schlafumgebung trägt zum guten Schlaf bei: So sollte im Schlafzimmer etwa eine Temperatur zwischen 15 und 18 Grad herrschen, Lärm und Licht vermieden werden und ein Bett mit qualitativ hochwertigem Lattenrost sowie mittelweicher Matratze stehen.

Aus negativ wird positiv.

Leider machen sich Betroffene oft schon am Abend Sorgen, ob sie ein- oder durchschlafen können. Doch je negativer das nicht oder nicht wieder Einschlafen-können empfunden wird, umso eher wird dieses verhindert. Daher sollten derart negative Gedanken aufgelöst werden: „Man kann sich beispielsweise sagen: ‚Es ist angenehm im Bett. Ich ruhe mich auch aus, wenn ich wach bin. Ich muss noch nicht aufstehen, um zu arbeiten.’ Durch solch positive, angenehme Gedanken, kommt der Schlaf oft wie von selbst wieder“, erklärt Hartmann.


„Laut Schlafforschern ist das Fernsehen, aber auch das Lesen im Schlafzimmer bzw. im Bett nicht schlaffördernd. Im Schlafzimmer soll man sich lieben und schlafen, mehr nicht.“
Dr. Siegfried Hartmann, Arzt für Allgemeinmedizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Siegfried Hartmann,
Arzt für Allgemeinmedizin
Zehentstraße 17
6830 Rankweil
T: 05522 41100

 

 Buchtipps:

„Die kleine Schlafschule: Wege zum guten Schlaf“ von Jürgen Zulley und Barbara Knab (Verlag: Herder; neu überarbeitete Ausgabe erscheint am 8. Februar 2011)

„So schlafen Sie gut!“ von Jürgen Zulley (Verlag: Zabert Sandmann GmbH; Juli 2008)

„Wege in die Entspannung + Gesunder Schlaf“ – Audio-Book mit Audio-CD mit Übungen zur Atementspannung, Muskelentspannung und Visualisierung. Von Ralf Maria Hölker (Verlag: Kölner Institut für Stressverminderung; Juli 2007)

 

Weiterführende Links:

Schlaflabor am Landeskrankenhaus Hohenems:
http://www.khbg.at/hohenems/pulmologie/index.php?v_id=0bf29ab7a246711c6d4dccfd2aa00de1

Initiative Gesunder Schlaf – Frisch in den nächsten Tag
http://www.gesunder-schlaf.at

Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM)
http://www.schlafmedizin.at

Mini Med Studium: „Erholsame Nächte, erfolgreiche Tage – Lebenselixier Schlaf und seine Störungen“, Vortrag von OA Dr. Christoph Röper, OA Dr. Rudolf Schwarz und Ass. Dr. Gerhard Kos
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=63&thema=386

Mini Med Studium: zum selben Thema: Univ.-Prof. Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=63&thema=526

Mini Med Studium: „Schlafe ich gesund? Von der Schlafhygiene bis zu Schlafstörungen?“, Vortrag von OA Dr. Angelika Kugi
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=32&thema=249

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 Wenn Harn ungewollt fließt
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Inkontinenz beeinträchtigt das Leben der darunter leidenden Menschen nicht nur physisch, sondern auch psychisch massiv.


Menschen, die ungewollt Harn verlieren, leiden an Inkontinenz. Für Betroffene – und davon gibt es mehr als man denkt – ist dies eine immense Belastung. Einerseits körperlich, immerhin ist der Intimbereich ständig feucht, wenn nicht sogar nass. Andererseits ist es aber auch psychisch extrem schmerzlich, weiß Dr. Patrick Rein, Facharzt für Urologie: „Die Haut weicht auf und man muss Windeln tragen. Außerdem neigt Harn dazu zu stinken, was natürlich einmal mehr unangenehm ist.“

Unterschiedliche Ursachen...
Im Großen und Ganzen werden zwei Formen unterschieden: Verliert man etwa beim Husten oder Heben schwerer Lasten Harn, spricht man von Belastungsinkontinenz. „Bei der Dranginkontinenz handelt es sich hingegen um eine sehr überaktive Blase. Der Weg zur Toilette ist zu weit, der Harn geht schon davor ab“, erklärt Patrick Rein. Bei Frauen, die oft aufs WC müssen, den Drang aber zurückhalten können, spricht man aber nicht von Inkontinenz, sondern von einer überaktiven Blase im eigentlichen Sinn. Leider haben Frauen ein höheres Risiko, inkontinent zu werden, welches durch Geburten, Zuckerkrankheit, Blasenentzündungen, chronischen Husten, Verstopfungen, Multiple Sklerose oder Demenz zusätzlich gesteigert wird. Männer leiden meist unter einer Belastungsinkontinenz. Rein: „Ursachen können Operationen an der Prostata sein, aber auch eine vergrößerte Prostata.“

...unterschiedliche Behandlung.
Durch Beckenbodentraining können Frauen die Funktion ihres Schließapparates wesentlich verbessern. Dabei ist es jedoch wichtig, dass das beim Physiotherapeuten erlernte Programm auch zuhause konsequent fortgeführt wird. Handelt es sich um eine Dranginkontinenz, kann diese medikamentös, in seltenen Fällen auch operativ, behandelt werden. Auch bei Männern wird ursachenbedingt vorgegangen, betont Dr. Rein: „Ist die Inkontinenz etwa auf ein Prostataleiden zurückzuführen, so muss dieses behoben werden.“ Vorbeugen kann man unglücklicherweise nicht – abgesehen davon, dass Übergewicht vermieden werden sollte und dass Frauen nach einer Geburt ihren Beckenboden trainieren sollten.

Kinder machen ins Bett.
Ob es sich bei Bettnässen um Inkontinenz handelt, hängt vom Alter ab: Bis zu einem bestimmten Alter ist das unwillkürliche Ablassen von Harn nämlich ganz natürlich. „Kinder müssen erst lernen, die Kontrolle über das Harnlassen zu gewinnen. Daher werden Kinder auch frühestens ab dem fünften Lebensjahr behandelt“, weiß der Dornbirner Urologe. Die Behandlung von Kindern ist allerdings nicht ganz leicht, denn die kleinen Patienten können ihre Beschwerden nicht gut in Worte fassen. Viel Zeit nimmt sich Rein daher für die Diagnose: „Sobald die Ursachen geklärt sind, kann kindliche Inkontinenz entweder mit Medikamenten, die das Wasser im Körper halten, behandelt werden oder durch sogenannte Bettnässer-Warngeräte.“


„Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter – vor allem bei Frauen. Das hängt mit der schwächer werdenden Muskulatur zusammen.“
Dr. Patrick Rein, FA für Urologie

 

Kontaktdaten:

Dr. Patrick Rein, FEBU
Facharzt für Urologie
Am Kehlerpark 2, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 398099 - 20
E:
ordination@urologie-rein.at
H: www.urologie-rein.at 

Praxis am Kehlerpark
...vereint mehrere medizinische Fachrichtungen unter einem Dach. Neben Dr. Patrick Rein als Facharzt für Urologie ordinieren zwei Internisten, ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie zwei Physiotherapeutinnen.

Am Kehlerpark 2, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 398066
H:
www.praxis-am-kehlerpark.at

 

Buchtipps:

„Volkskrankheit Harninkontinenz. Das Selbsthilfe-Buch: Mit Übungs-CD“ von Prof. Dr. Stefan Corvin und Dr. Hauke Hammerl (Verlag: Mankau; Mai 2010)

„Inkontinenz: Fragen und Antworten“ von Frank Perabo und Stefan C. Müller (Deutscher Ärzte-Verlag; Februar 2009)

„Beckenbodentraining für Männer: Harninkontinenz und Erektionsstörungen mindern und überwinden“ von Ute Michaelis (Verlag: Elsevier; Dezember 2009)

„Beckenboden: Wie Sie den Alltag zum Training nutzen“ von Irene Lang-Reeves (Verlag GU – Gräfe & Unzer; März 2007)

„Beckenboden. Das Training für mehr Energie (inkl. Übungs-CD)“ von Irene Lang-Reeves und Thomas Villinger (Verlag GU – Gräfe & Unzer; Februar 2002)

 

Weiterführende Links:

Inkontinenz Selbsthilfe e.V.: Helfen, Informieren und Fördern
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com

MKÖ – Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich: Potenzprobleme deutscher Männer
http://www.inkontinenz.at

Mini Med Studium: „Die Blase – Harninkontinenz und Bettnässen“, Vortrag von OA. Dr. Josef Pointner und Dr. Patrick Rein
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=54&thema=813

Mini Med Studium: „Die Blase – Harninkontinenz und Bettnässen: Ursachen und neueste Therapiemöglichkeiten“, Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Günter Janetschek, Dr. Susanne Ribeiro, Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl und Dr. Reinhold Posch-Zimmermann
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=54&thema=701

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 Baby unterwegs
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Gesunde Schwangerschaft: Was ist gut für mich und das Baby: Darf ich...? Darf ich nicht...? Soll ich...? Soll ich nicht...?


Nur weil man schwanger ist, muss man sein Leben nicht komplett umstellen. Schließlich ist man nicht krank, sondern „in anderen Umständen“. Schwangere Frauen müssen auch nicht für zwei essen. Dies ist, laut Dr. Susanne Hämmerle, Oberärztin für Frauenheilkunde- und Geburtshilfe am Krankenhaus Dornbirn, eine überholte Ansicht: „Der tägliche Energiebedarf steigt erst ab dem vierten Monat mäßig an, circa um 250 Kalorien täglich. Schwangere sollten nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gut essen und sich ausgewogen, abwechslungsreich und gesund ernähren. Qualität vor Quantität eben.“ Kurz und gut: viel frisches Obst und Gemüse, Fisch, nicht allzu fettes Fleisch, eher magere Milchprodukte sowie hochwertige Fette essen.

Vitamine, Nährstoffe und viel trinken.
Schwangere haben allerdings einen erhöhten Bedarf an den Vitaminen B1, B6, D, A und C sowie an den Mineralien, Magnesium, Kalzium, Eisen und Jod (Details dazu auf
www.arztinvorarlberg.at). Außerdem ist es wichtig, dass man während der Schwangerschaft ausreichend trinkt, am besten zwei bis drei Liter am Tag. Als gute Durstlöscher gelten Leitungs- und Mineralwasser oder ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. „Der Genuss von Kaffee und Schwarztee sollte sich im Rahmen halten, das heißt, nicht mehr als ein bis zwei Tassen pro Tag“, so Hämmerle. Ein absolutes „No-Go“ ist Alkohol. Schon geringe Mengen können negative Auswirkungen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben.

Gutes Immunsystem.
„Bei unauffällig verlaufenden Schwangerschaften ist moderate Sportausübung und Bewegung nicht nur erlaubt, sondern durchaus empfehlenswert“, erklärt die Dornbirner Gynäkologin. Schwimmen, Aquajogging, Spaziergänge an der frischen Luft, Laufen, aber auch Joggen, Radfahren, Tanzen oder Golfen werden empfohlen. Hingegen sollten Leistungssport, Wettkämpfe, hartes Ausdauertraining und Basket- oder Handball – aufgrund der Verletzungsgefahr – vermieden werden.
Gesunde Ernährung und Bewegung stärken zudem das Immunsystem und helfen somit, Krankheiten vorzubeugen. Nichtsdestotrotz kann es auch Schwangere einmal erwischen. Susanne Hämmerle: „Selbst bei rezeptfreien Erkältungsmittel sollte vorher das Okay des Arztes eingeholt werden. Bei Halsschmerzen, Husten und Schnupfen helfen bewährte Hausmittel, wie Wickel, Tees oder Inhalieren. Bei länger anhaltendem Fieber oder auch bei sehr hohem Fieber führt nichts daran vorbei, einen Arzt aufzusuchen.“

Entspannen Sie sich.
Übrigens spielt auch das Stresslevel eine wichtige Rolle. Starke seelische Belastungen bzw. psychischer Stress schwächen nicht nur das Immunsystem der werdenden Mutter, sondern können auch Schwangerschaftskomplikationen oder ein niedriges Geburtsgewicht begünstigen. Zur Stressvermeidung und -bewältigung eignen sich Entspannungstechniken und regelmäßige Ruhepausen. „Wenn die werdende Mutter entspannt ist, geht es auch dem Baby gut“, betont Hämmerle.


„Schwangere sollten auf ihren Körper hören, einen gesunden Lebensstil pflegen, sich ausreichend bewegen und sich ausgewogen ernähren. Im Grunde sollte dies aber jeder von uns tun.“
Dr. Susanne Hämmerle, OÄ für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

 

Kontaktdaten:

Dr. Susanne Hämmerle
Oberärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Dornbirn
Lustenauerstraße 4
6850 Dornbirn
T: 05572 303 2403
E:
susanne.haemmerle@dornbirn.at  

 

Buchtipps:

„Alles über meine Schwangerschaft Tag für Tag“, von Dr. Maggie Blott (Verlag: Dorling Kindersely; Jänner 2010)

„Das Mami Buch: Schwangerschaft, Geburt und die zehn Monate danach“ von Katja Kesller (Verlag: Coppenrath; 2008)

„1000 Fragen an die Hebamme“ von Birgit Laue, (Verlag: GU - Graefe und Unzer; September 2008)

 

Weiterführende Links:

eumom: Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt & Ihr Baby
Mutter zu werden kann die wunderbarste und erschreckendste Sache zugleich sein - besonders wenn man zum ersten Mal schwanger ist. Die Website von eumom (eine Initiative des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. sowie des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.) ist dazu gedacht, werdende Mütter mit relevanten, gut recherchierten Informationen zu allen Fragen durch die Schwangerschaft und die Zeit als junge Eltern zu begleiten.
http://www.eumom.at

Babycenter
http://www.babycenter.at  

Familienplanung.de ist ein Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu allen wichtigen Themen der Familienplanung. Das Onlineportal richtet sich an Frauen und Männer in unterschiedlichen Lebenssituationen. Je nach Interesse finden sie ihre Themen in vier verschiedenen Themenkanälen: "Schwangerschaft/ Geburt", "Kinderwunsch", "Verhütung" und "Beratung". Der fünfte Kanal "Schwanger unter 20" richtet sich speziell an Jugendliche und junge Erwachsene.
http://www.familienplanung.de

Artikel auf wellfit: „Schwanger: Was darf ich, was darf ich nicht?
http://wellfit.freundin.de/2010/10/schwanger-was-darf-ich-was-darf-ich-nicht.html

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 Nahrungsmittelunverträglichkeiten
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Das vertrag’ ich nicht!
Leben mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Oft ist die Haut rot, juckt oder bildet Bläschen, nicht selten sind die Atemwege betroffen und manchmal reagieren die Betroffen mit Herzrasen. Die Rede ist von Symptomen, die mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit einhergehen. Laut Dr. Simon Zünd, Facharzt für Innere Medizin, wird der Begriff aber grundsätzlich dann verwendet, „wenn ein Mensch über Beschwerden im Verdauungstrakt klagt, welche in zeitlichem und kausalem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme stehen.“ Dabei haben aber auch psychosomatische Faktoren wie Völlegefühl, Druck oder allgemeines Unwohlsein beim Auftreten von Intoleranzerscheinungen eine große Bedeutung. „Die sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte ist daher sehr wichtig“, betont Zünd.

Häufig bei Kindern.
Prinzipiell kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit in jedem Alter auftreten, sehr oft jedoch bei Kindern. Die Gründe dafür reichen von einem noch unreifen Magen-Darm-Trakt über das Nicht-Stillen bis hin zum angeborenen oder erworbenen Defekt bzw. Mangel von Enzymen, die für den Stoffwechsel unverzichtbar sind. „Immunreaktionen auf Kuhmilch, Hühnereiweiß, Getreide und Soja verschwinden oft bis zur Pubertät, vorausgesetzt die jeweiligen Nahrungsmittel werden gemieden. Nuss- und Fischallergien bleiben oft lebenslang bestehen“, so der Lustenauer Internist.

In verschiedensten Produkten.
Ein bis zwei Prozent der Europäer leiden unter einer Lebensmittelallergie, wobei Nüsse, Fische, Krusten- und Schalentiere, Kreuzallergene auf Obst und Gemüse und die Glutenunverträglichkeit im Vordergrund stehen. Circa 20 Prozent der Österreicher klagen über eine Lactoseintoleranz, was darauf zurückzuführen ist, dass das Milchzuckerspaltende Enzym Lactase mit zunehmendem Alter abnimmt. Auch die Unverträglichkeit auf Histamin, Sulfit und Glutamat tritt nicht selten auf. Histamin ist etwa in Rotwein, geräuchertem Fleisch, aber auch in vielen Fischprodukten, in gereiften Käsesorten oder Hefe und Bier enthalten. Sulfite werden als Konservierungsmittel bei Wein, Trockenobst und Kartoffelprodukten eingesetzt. Glutamat kommt oft in chinesischen Gerichten, daher spricht man bei einer Intoleranz auch vom China-Restaurant-Syndrom.

Meiden oder reduzieren.
Durch eine angepasste Ernährungsweise kann man mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten leben – Chance auf Heilung besteht leider so gut wie nie. Wichtig ist aber, ob es sich um eine Allergie handelt. Zünd dazu: „Allergien sind Reaktionen des Immunsystems und nicht abhängig von der konsumierten Menge. Daher muss man das Lebensmittel, das die Allergie auslöst, meistens ein Leben lang meiden. Außerdem können Antiallergika die Beschwerden lindern.“ Alle anderen Lebensmittelintoleranzen hängen hingegen stark von der Dosis ab. Das heißt: Man sollte die Menge der entsprechenden Nahrungsmittel reduzieren oder auf alternative Produkten zurückgreifen – etwa Gluten- oder Lactosefreie Nahrungsmittel und Speisen, die übrigens auch schon in einigen Restaurants auf der Menükarte stehen.


„Es ist wichtig, dass man das unverträgliche Nahrungsmittel kennt und auch dass man über deren Mechanismen bzw. Auswirkungen auf den eigenen Körper Bescheid weiß.“
Dr. Simon Zünd, FA für Innere Medizin 

 

Kontaktdaten:

Dr. Simon Zünd
Facharzt für Innere Medizin
Schillerstraße 12
6890 Lustenau
T: 05577 62444 0 

 

Buchtipps:

„Wegweiser Nahrungsmittel-Intoleranzen: Wie Sie Ihre Unverträglichkeiten erkennen und gut damit leben“ von Maximilian Ledochowski (Verlag: Trias; Februar 2009)

„Nahrungsmittel-Intoleranzen: Beschwerdefrei genießen“ von Doris Fritzsche (Verlag: GU – Gräfe & Unzer; März 2009)

„Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten: Genussvoll essen – unbeschwert leben“ von Doris Paas und Dr. med. Erich Krämer (Verlag: Compact; September 2008)

 

Weiterführende Links:

Das Portal für Nahrungsmittelintoleranz
http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com

ISS Gesund – das Journal für gesunde Ernährung: Nahrungsmittelunverträglichkeiten & Intoleranzen
http://www.issgesund.at/gesundessen/ernaehrungstips/nahrungsmittelunvertraeglichkeit.html

Mini Med Studium: Der versteckte Angriff - Allergie und Intoleranz von Lebensmitteln
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=62&thema=190 

 

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 Potenzstörungen
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Potenzstörungen
Ein Thema, worüber man sprechen sollte


Es ist immer noch ein absolutes Tabuthema: „Mann“ spricht nicht über Potenzstörungen, nichtsdestotrotz treten sie wohl öfter auf, als man denkt. „Wir kennen drei Formen: den vorzeitigen Samenerguss, den Libidoverlust – das heißt, wenn die Lust schwindet – und die erektile Dysfunktion. Diese liegt vor, wenn die Erektion nicht aufrechterhalten werden kann bzw. der Penis nicht steif wird“, erklärt Dr. Patrick Rein, Facharzt für Urologie. Leider schleppen Männer ihre Beschwerden mitunter jahrelang mit sich herum, bevor sie Hilfe beim Facharzt suchen.

Wie lebt Mann?
Um herauszufinden, um welche Art der Potenzstörung es sich handelt, wird eine klinische Untersuchung von Penis und Hoden durchgeführt, Blut abgenommen, ein Ultraschall gemacht und ein Fragebogen ausgefüllt. Das Um und Auf ist jedoch ein ausführliches Erstgespräch. „Ich muss wissen, wie der Patient lebt, denn Potenzstörungen hängen oft mit einem ungesunden Lebensstil zusammen“, sagt Rein. Erhöhte Blutfette, Übergewicht oder Diabetes können etwa eine erektile Dysfunktion hervorrufen, aber auch Operationen oder Medikamente. Die Ursachen für den vorzeitigen Samenerguss liegen oft im psychischen Bereich. Auch der Libidoverlust kann psychisch bedingt sein, ist aber nicht selten auf einen Hormonmangel zurückzuführen.

Verschiedenste Therapien.
Die Behandlung hängt von Art der Potenzstörung, aber auch von der Ursache ab. Wird der Libidoverlust beispielsweise durch das sogenannte Testosteron-Mangel-Syndrom verursacht, erhält der Patient eine Hormonersatztherapie. „Allerdings muss man dies gut mit dem Patienten absprechen, denn dadurch kann sich unter Umständen die Prostata vergrößern“, so der Dornbirner Urologe. Beim vorzeitigen Samenerguss helfen Verhaltensmaßnahmen, Salben, die, auf die Eichel aufgetragen, eine betäubende Wirkung haben, oder Priligy. Rein: „Studien haben bewiesen, dass dieses Medikament, das mit Antidepressiva verwandt ist, gut wirkt.“
Erektile Dysfunktionen werden meist medikamentös behandelt. Allerdings dürfen Viagra und Co. nicht mit Alkohol oder fetten Speisen kombiniert werden. Außerdem, so Dr. Rein, „handelt es sich nicht um Wundermittel, die man einnimmt und schon funktioniert es. Das Umfeld muss passen, man muss in Stimmung sein.“ Sollten die Medikamente nicht wirken, kann Mann auch mittels Spritze, Vakuumpumpe oder schlimmstenfalls durch eine Penisprothese zur Erektion gelangen.

Was, wenn...
...Potenzstörungen nicht behandelt werden? Dann werden sie nicht nur schlimmer, wirken sich nicht nur auf die Psyche belastend aus, sondern können auch weitreichende Folgen haben. Nur zwei Beispiele: Testosteronmangel kann möglicherweise zu Osteoporose führen. Hinter einer erektilen Dysfunktion steckt manchmal eine Herzkreislauferkrankung. „Potenzstörungen haben zum Teil große Signalwirkung und gehören schon alleine deshalb untersucht und behandelt“, betont Patrick Rein.

„Werden Potenzstörungen behandelt, können sie sich bessern. Ohne medikamentöse Therapie schaut es aber schlecht aus. Umso wichtiger ist es, durch einen gesunden Lebensstil vorzubeugen.“
Dr. Patrick Rein, FA für Urologie

 

Kontaktdaten:

Dr. Patrick Rein, FEBU
Facharzt für Urologie
Am Kehlerpark 2, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 398099 - 20
E:
ordination@urologie-rein.at
H: www.urologie-rein.at

Praxis am Kehlerpark
...vereint mehrere medizinische Fachrichtungen unter einem Dach. Neben Dr. Patrick Rein als Facharzt für Urologie ordinieren zwei Internisten, ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie zwei Physiotherapeutinnen.

Am Kehlerpark 2, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 398066
H:
www.praxis-am-kehlerpark.at

 

Buchtipps:

„Potenz aus Natur und Apotheke: Ein Buch für Männer und alle, die Männer lieben“ von Dr. Werner Esser (Verlag: Books on Deman; 2002)

„Men's Health: VigorRobic - Potenter durch gezieltes Fitnesstraining - Übungen und Trainingsprogramme zum Erhalt und zur Steigerung der männlichen Sexualität“ von Frank Sommer (Verlag: Meyer & Meyer; November 2008)

 

Weiterführende Links:

netdoktor.at Health Center: Mann & Potenz
http://www.netdoktor.at/health_center/ed

MensHealth: Potenzprobleme deutscher Männer
http://www.menshealth.de/potenzprobleme-deutscher-maenner.75040.htm

Hilfe für dein Potenzproblem: Ratschläge und Tipps gegen Potenzprobleme
http://www.potenzproblem.org

Mini Med Studium: Sexualität als Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden
Vortrag von Prim. Univ.-Prof. Dr. Walter Stackl, Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Weidinger und Priv.-Doz Dr. Harald Stingl
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=67&thema=497

Vortrag zum selben Thema von Dr. Hubert Volgger und OÄ Dr. Alexandra Ciresa-König
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=67&thema=512

 

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 Gestresste Eltern
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Gestresste Eltern...
...Kranke Kinder

Laut einer 2008 von der Universität Rochester, New York, durchgeführten Studie leidet der Nachwuchs von gestressten Eltern signifikant häufiger unter Krankheiten als andere Kinder. Auch hierzulande ist diese Tatsache nicht unbekannt. Laut dem Bregenzer Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Hans-Peter Oswald, sind Kinder Symptomträger. „Wenn Kinder ihre Eltern als gereizt, überfordert, unachtsam, oberflächlich, ausnutzbar, unerreichbar usw. erleben, reagieren sie eventuell mit Auffälligkeiten.

Modewort: Stress.
Es gibt positiven, aber eben auch negativen Stress – in der Fachsprache unterscheidet man zwischen Eustress und Distress, wobei lediglich letzterer negative Auswirkungen auf die eigene, aber eben auch auf die Gesundheit der Kinder haben kann. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Distress um eine nicht zu bewältigende Anstrengung. Dr. Oswald: „Sobald einem die Fähigkeit, Zeit, Kraft, was auch immer fehlt, verursacht eine Beanspruchung Distress.“ Der Nachwuchs reagiert darauf sehr unterschiedlich: mit psychosomatischen Beschwerden – etwa Bauchweh oder Kopfweh –, aber auch mit diversen Verhaltensauffälligkeiten, wie Nägel knabbern, zu viel oder zu wenig essen, Bettnässen, übermäßiges Fernsehschauen oder Computer spielen. „Die einen ziehen sich komplett zurück. Die anderen wenden sich stark nach außen, wodurch insbesondere bei Jugendlichen die Gefahr besteht, in problematische Gruppen und Kreise zu geraten“, warnt der Experte.

Woher kommt der Stress?
Ob ein Kind wirklich mit Auffälligkeiten auf den Distress der Eltern reagiert, hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Manche Kinder sind belastbarer, andere nicht. Manchmal hat nur ein Elternteil Sorgen und Probleme, während das andere wie ein ausgleichender Pol auf das Kind wirkt. Oft können auch die Großeltern eine beruhigende Wirkung auf die Kinder haben. Überdies gilt zu klären, was den negativen Stress verursacht, betont Dr. Oswald: „Handelt es sich um eine Phase oder sind die Eltern ständig im Distress? Beispielsweise ist man häufiger angespannt, wenn man gerade ein Haus baut. Auch der Job ist oft ein Distress-Faktor oder eine Scheidung.“

Beratung für die ganze Familie.
Schlussendlich gehen nicht nur die Kinder zu Dr. Oswald in Therapie, Beratungsgespräche mit den Eltern gehören genauso dazu. Manche der kleinen Patienten müssen aber auch mit Medikamenten behandelt werden, etwa wenn ein Kind oder ein Jugendlicher unter Depressionen leidet. „Prinzipiell gilt allerdings, dass eine Therapie mit Pharmaka immer nur ein Teil eines gesamten Behandlungsplanes ist“, erklärt Dr. Oswald. Entscheidend ist, dass sich die gesamte Familie mit der Problematik auseinandersetzt und etwas daran ändert. Nur dann können Kinder und auch Eltern ein größtenteils unbeschwertes (Familien-)Leben führen.


„Kinder spiegeln die Probleme und Sorgen der Eltern wider. Daher werden auch die Eltern stark in die Behandlung einbezogen. Wir Kinderpsychiater stehen dazu: Wir geben Rat.“
Dr. Hans-Peter Oswald, FA für Kinder- und Jugendpsychiatrie 

 

Kontaktdaten:

Dr. Hans-Peter Oswald
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Schoeller 2welten / Süd
Mariahilfstraße 29
6900 Bregenz
T: 05574 64352
E: dr.hp.oswald@aon.at

 

Buchtipps:

„Gestresste Eltern... starke Kinder: Wie gute Erziehung trotz Krisen und Überlastung gelingt“ von Frank Maibaum (Verlag: Steinkopf; April 2004)

„Starke Kinder brauchen starke Eltern: Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes“ von Paula Honkanen-Schoberth (Verlag: Urania; 2010)

„Regeln finden ohne Tränen. Erziehungstipps für gestresste Eltern“ von Helga Gürtler (Verlag: Urania; 1999)

 

Weiterführende Links:

Artikel über die Studie der Universität Rochester:
http://www.focus.de/schule/gesundheit/medizin/gesundheit_aid_265738.html

Thema „Stress“ auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stressor

 

 

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kontakt
Günter Schelling
guenter.schelling@aekvbg.at

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 Fußpilz
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Fuß mit Pilz
Nicht nur lästig, sondern gefährlich

Selbst im Sommer verstecken manche ihre Füße in geschlossenen Schuhen. Zu sehr schämt man sich, die weißliche Haut, die schuppenden Stellen oder die braunen Zehennägel öffentlich zur Schau zu stellen. Dabei kann ein unbehandelter Fußpilz weitreichende Folgen haben – insbesondere jener zwischen den Zehen, erklärt Univ. Doz. Dr. Robert Strohal, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Leiter der Dermatologie am Landeskrankenhaus Feldkirch: „Als Folge kann sich der Rotlauf, auch Wundrose genannt, entwickeln. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion – eine gefährliche Infektion, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Patienten müssen mit einem Krankenhausaufenthalt von bis zu zehn Tagen rechnen.“

Unterschiedlichste Anzeichen.
Fußpilz ist die am häufigsten vorkommende Infektionskrankheit der Haut. Er kann, muss aber nicht jucken. In den Zehenzwischenräumen zeigt sich Fußpilz durch weißlich, wie verkocht wirkende Haut mit offenen Stellen. Beim Nagelpilz werden die Nägel braun, verdicken und können nicht mehr wachsen. Aber auch starke Hornhautbildung mit weißer Schuppung an den Fußsohlen können Anzeichen für Fußpilz sein. Laut Primar Strohal ist dies auch eines der größten Probleme, wenn es darum geht, dass Patienten selbst erkennen, ob sie an einem Fußpilz leiden oder nicht. Strohal rät daher: „Im Zweifelsfall sollte man immer einen Arzt aufsuchen. Das muss nicht einmal unbedingt ein Hautarzt sein. Fußpilz kann auch von einem praktischen Arzt diagnostiziert und behandelt werden.“

Cremen, Nagellack und Medikamente.
Patienten sollten ihre Füße zwei Monate lang mit der vom Arzt verschriebenen Creme einschmieren und zwar zwei Mal täglich. Zur Behandlung von Fußpilz gibt es aber auch Medikamente zum Einnehmen und für Nagelpilz, der nur medikamentös behandelt werden kann, stehen überdies spezielle, wirkstoffhaltige Nagellacke, die tief in den Nagel einziehen, zur Verfügung.

Damit es gar nicht erst so weit kommt.
Da wirklich jeder Fußpilz bekommen kann, gilt es, die Füße täglich gründlich zu waschen. „Vor allem sollte man dabei die Zehenzwischenräumen nicht vergessen und zwar beim Waschen selbst, insbesondere aber auch beim Abtrocknen“, betont Dr. Strohal. Weiters: Jeden Tag die Socken wechseln, nur in Ausnahmefällen Gummistiefel tragen und auf enges Schuhwerk verzichten, denn: Langes Tragen von engen und geschlossenen Schuhen oder auch starkes Fußschwitzen fördert das Entstehen des Fußpilzes. Die eigene Familie zählt übrigens zu den häufigsten Ansteckungsquellen. In den eigenen vier Wänden teilt man sich Bad und Dusche und läuft auch gerne barfuß. Hat ein Familienmitglied Fußpilz, so verteilt derjenige die Pilzsporen bei jedem Schritt und Tritt.   
 

„Fußpilz wird äußerlich übertragen und entsteht überall dort, wo der Fuß mit den Pilzsporen, wo auch immer diese liegen, in Kontakt kommt. Die Ansteckungsmöglichkeiten sind also sehr vielfältig.
Prim. Dr. Robert Strohal, FA für Haut- und Geschlechtskrankheiten 

 

Kontaktdaten:

Primar Doz. Dr. Robert Strohal
Leiter der Abteilung Dermatologie und Venerologie
am Landeskrankenhaus Feldkirch
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 0 5522 303-1200
E: dermatologie@lkhf.at
H: http://www.lkhf.at/feldkirch/dermatologie  

 

Buchtipps:

„Gesunde Füße: Schritt für Schritt zum Wohlbefinden“ von Gilbert Klüppel und Ulrich Kuhnt (Verlag: Compact; April 2008)

„Fuß-Diagnostik: Füße als Spiegel der Seele“ von Ann Gadd (Verlag: Schirner; Februar 2008)

  

Weiterführende Links:

Ratgeber Fußpilz: Informationen über Hautpilzerkrankungen
http://www.fusspilz.net

Bayer Health Care: Fußpilz fasst Fuß
http://www.consumercare.bayer.at/canesten_fusspilz.html

 

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 Blutspenden
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Saft des Lebens
Bluten spenden – Leben retten

Blut ist für das Funktionieren eines Gesundheitssystems unentbehrlich. Das lebensrettende Medikament wird sowohl bei Unfällen oder Notoperationen eingesetzt, als auch bei geplanten operativen Eingriffen sowie bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen. „Pro Woche werden in Vorarlberg circa 250 bis 300 Blutkonserven benötigt. Im Jahr sind es rund 15.000 Stück“, erklärt Primar Dr. Peter Fraunberger, Leiter des Medizinischen Zentrallabors am Landeskrankenhaus Feldkirch.

42 Tage.
Nicht nur rund um den 14. Juni, dem Weltblutspendetag, sondern das ganze Jahr über wird der „rote Lebenssaft“ gespendet. In Vorarlberg werden beispielsweise regelmäßig zwei bis drei Blutspendeaktionen pro Woche vom Blutspendedienst des Vorarlberger Roten Kreuzes durchgeführt. Auf der Homepage des Blutspendedienstes (www.blut.at) oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 190 190 erfährt man sämtliche Termine sowie viele weitere wichtige Informationen. „Da die roten Blutkörperchen nur 42 Tage überleben, ist eine konstante Abnahme von Blutkonserven erforderlich. Die Konserven können also nicht im Voraus gesammelt und dann bis zu ihrer Verwendung im Kühlfach aufbewahrt werden“, erklärt Primar Fraunberger die Hintergründe für die zahlreichen Blutspendeaktionen.

42 Fragen.
Nicht jeder kann Blut spenden. Selbstverständlich kommen nur gesunde Menschen in Frage, denn schon die kleinsten Krankheitskeime können für den Empfänger gefährlich sein. Abgesehen davon muss man über 18 bzw. dürfen Erstspender nicht älter als 60 Jahre alt sein. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle: Blutspender müssen mindestens 50 Kilogramm auf die Waage bringen. Auf www.blut.at findet man weitere Spendekriterien. Vor Beginn des Blutspendens gilt es, 42 Fragen rund um die Gesundheit zu beantworten. Ein Arzt stellt daraufhin die Spendetauglichkeit fest. Die Blutspende, bei der 450 ml Blut abgenommen wird, dauert in etwa zehn Minuten. Danach ist eine Ruhezeit von circa 30 Minuten vorgesehen. Selten kommt es zu Schwindelgefühl, Müdigkeit, Blässe oder zur Bildung eines Blutergusses um die Einstichstelle. „In jedem Fall ist medizinisches Personal für die Nachbetreuung sofort verfügbar“, betont Fraunberger. Gut sechs Wochen nach der Erstspende erhält man einen Blutspendeausweis. Diesen sollte man stets bei sich tragen, denn darin sind Blutgruppe und Rhesusfaktor vermerkt. Blutspenden kann also im Notfall auch für den Spender selbst lebensrettend sein.

Übrigens:
Der Weltblutspendetag wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Dadurch soll die Wichtigkeit des Blutspendens unterstrichen werden, so Peter Fraunberger: „Der 14. Juni soll aufmerksam machen, dass weltweit über 80 Prozent der Menschen keinen Zugang zu sicheren Blutspenden haben.“ Laut WHO verfügen nur 40 Länder über ein freiwilliges Blutspendesystem.

„Blut ist das Notfallmedikament schlechthin. Blutspenden ist eine einfache und effiziente Art, seinen Mitmenschen zu helfen.“
Dr. Peter Fraunberger, Leiter des Blutspendedienstes und des Medizinischen Zentrallabors

 

Kontaktdaten:

Prim. Univ.-Doz. Dr. Peter Fraunberger
Leiter des Medizinischen Zentrallabors (MZL)
Leiter des Blutspendedienstes des ÖRK Vorarlberg

Medizinisches Zentrallabor
Carinagasse 41
6800 Feldkirch
T: 0 5522 3480-0
E: info@mzl.at
H: http://www.mzl.at

Rotes Kreuz Vorarlberg
Blutspendedienst
H: http://www.v.roteskreuz.at/21.html
Kostenlose Servicenummer für Fragen zur Blutspende: 0800 190 190


Weiterführende Links:

Homepage des Blutspendedienstes des Roten Kreuzes: Hier findet man Blutspendetermine plus Infos rund um das Thema Blutspenden. http://www.blut.at

Wann darf ich wieder Blut spenden?
http://www.info-media.at/blutrechner/

 

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 Solarium
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Bräune aus der Sonnenbank
Solarium ab 18 Jahre

Die Geschäfte von Solarienbetreiber laufen bestens: Immer mehr Menschen lassen sich auf der Sonnenbank bräunen und insbesondere bei Jugendlichen wurde diesbezüglich in den letzten Jahren ein steigender Trend registriert. Dass nun – konkret seit dem 1. September 2010 – eine Verordnung in Kraft getreten ist, die die Benutzung von Solarien erst ab 18 erlaubt, wird vonseiten der Medizin begrüßt: „Neueste medizinische Studien belegen, dass ein Zusammenhang zwischen Intensität und Dauer der UV-Bestrahlung im Kindes- und Jugendalter und dem Melanom-Risiko besteht“, weiß Dr. Claudia Schiessl, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Junge Haut ist anders.
Je öfter man sich also UV-Strahlen aussetzt, desto größer ist die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Und dies gilt vor allem für Kinder und Jugendliche. Ihre Haut ist nämlich wesentlich empfindlicher als die von Erwachsenen. Schiessl: „
Junge Haut ist sehr dünn, kann nicht ausreichend bräunen und bildet noch keine schützende Hornhaut. Da sie nicht über derartige Schutzmechanismen verfügt, bekommen Kinder und Jugendliche besonders schnell einen Sonnenbrand.“ Dies ist aber keineswegs ein „Freifahrschein“ für die Haut ab 18. Vielmehr erhöht jeder Solariumsbesuch das Hautkrebsrisiko, denn UV-Strahlen verursachen Schäden in der Erbsubstanz, der DNS. Während geringfügige DNS-Veränderungen von körpereigenen Reparaturenzymen ausgebessert werden können, entstehen bei immer wiederkehrender UV-Überdosierung dauerhafte Schäden. Erst nach Jahren zeigen sich die Folgen: Falten, Pigmentflecken und im schlimmsten Fall auch Hautkrebs.

Schnelle Bräune.
Die UV-A-Dosis im Solarium ist meist wesentlich höher als die der Sonnenstrahlung. UV-A-Strahlen dringen viel tiefer in die Haut ein und bewirken vor allem eine rasche Hautbräunung. Immerhin liegt man meist nur zehn Minuten auf der Sonnenbank. „Dieser Bräunungseffekt führte in den vergangenen Jahren zunächst zu einer günstigeren Bewertung von Solarien. Inzwischen wissen wir jedoch, dass auch UV-A-Strahlen das Hautkrebsrisiko erhöhen“, warnt die Feldkircher Hautärztin.

Experten warnen.
UV-Strahlung hat positive Effekte für den Körper – egal ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium stammt. Für die Ausschüttung von Endorphinen bzw. körpereigenen Glückshormonen reicht aber schon ein sehr kurzes „UV-Bad“ und dieses muss nicht unter der prallen Sonne stattfinden. Jedoch steigt die Zahl der Menschen, die weltweit an verschiedenen Formen von Hautkrebs und anderen bösartigen Hauttumoren erkranken, kontinuierlich an. An der schlimmsten Form, dem Melanom, sterben in Österreich jährlich etwa 400 Patienten. „Trotzdem gilt braune Haut noch immer als attraktiv, ja sogar als gesund. Die Warnhinweise der Experten müssen endlich ernst genommen werden“, mahnt Dr. Schiessl.

Erst nach Jahren zeigen sich die Auswirkungen der UV-Strahlung durch Falten, Pigmentflecken oder auch Hautkrebs. Daher spreche ich mich generell gegen übermäßige Sonnenbäder aus.“

Dr. Claudia Schiessl, FÄ für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Kontaktdaten:

Dr. Claudia Schiessl
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Bahnhofstraße 6c/24
6800 Feldkirch
T: +43 (0) 5522 72229
E:
claudia.schiessl@gnv.at

 

Weiterführende Links:

GESUNDHEIT AKTUELL auf netdoktor.at: Solariumverbot: Künstliche Sonne erst ab 18
http://www.netdoktor.at/nachrichten/?id=121195&date=2010-04-07

Sonnen im Solarium: Bräunen mit Maß und Ziel
http://www.gesund.co.at/gesund/Fitness_Beauty/Beautycorner/solarium-beautycorner.htm

Mini Med Studium: Die Sonne und ihre Einwirkungen auf die Haut
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=29&thema=614

Mini Med Studium: Hautkrebs – vermeiden, früherkennen und behandeln
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=42&thema=236

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 Mobile Strahlen + Information im Überfluss
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Mobile Strahlen
Wie schädlich sind Handys?

Immer erreichbar marschieren wir durchs Leben. Etwa vier Milliarden Menschen besitzen ein Mobiltelefon. Doch: Was ist mit der elektromagnetischen Strahlung? Wie schädlich sind all diese Strahlen? Laut Dr. Christine Klien, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Geschäftsführerin der ameco HEALTH PROFESSIONALS GmbH in Bregenz, lässt sich das nicht so einfach sagen: „Wir kennen elektromagnetische Strahlung in unserer natürlichen und technischen Umwelt in verschiedenen Formen. So zählen neben der Strahlung von Mobilfunk etwa Radiowellen des Hörfunks und Fernsehens, elektrische und magnetische Felder von Hochspannungsleitungen, Röntgenstrahlen, aber auch das sichtbare Licht dazu – um nur ein paar wenige zu nennen.“

Heißes Ohr.
Die einzelnen Strahlungen unterscheiden sich durch ihre Frequenz. Mobilfunk oder kabellose Internetzugänge zählen zum sogenannten Elektrosmog, dessen primäre Wirkung sich durch die Erwärmung des Körpergewebes zeigt. Anders gesagt: Wenn wir lange mit dem Handy telefonieren, wird unser Ohr heiß. Ob die Strahlen auch unser Wohlbefinden beeinflussen, ist, so Klien, schwierig zu bewerten: „Akute Wirkungen starker Felder wie Röntgen oder UV-Strahlung sind zwischenzeitlich eingehend erforscht und wissenschaftlich abgesichert. In Bezug auf schwache Felder – und dazu zählt der Mobilfunk – wurden und werden zwar viele Studien durchgeführt, allerdings liegen leider immer noch keine verlässlichen Ergebnisse vor.“ Dass Migräne, Schlaflosigkeit oder Tumorerkrankungen auf das Handy zurückzuführen sind, konnte also bis dato nicht bewiesen werden.

Achtsamer Umgang.
Es gibt auf der Erde keinen natürlichen strahlungsfreien Raum. Zudem sendet jede Stromquelle, jeder Akku und jeder Funkwecker elektromagnetische Strahlung aus. Beim Mobilfunk handelt es sich, wie beim optischen Licht, um einen Teil des natürlichen elektromagnetischen Strahlenspektrums. Dennoch empfiehlt die Expertin für Arbeitsmedizin einen achtsamen Umgang mit dem Handy: „Die Verwendung eines Headsets ist mit Sicherheit zu empfehlen, insbesondere wenn man viel telefoniert. Weiters sollte man beim Kauf eines Mobiltelefons auf den SAR-Wert achten und idealerweise Handys mit einem Wert von unter 0,6 benutzen.“ Je mehr Funktionen ein Handy besitzt, desto höher der Wert. Unter www.handywerte.de findet man die SAR-Werte von so gut wie allen gängigen Modellen.

Wir wissen zu wenig.
Es gibt aber auch Menschen, die unter Elektromagnetischer Hypersensibilität leiden und etwa über Rötungen oder gar Verbrennungsgefühle, Müdigkeit oder Schwindel klagen. „Obwohl es bislang keine hinreichenden Beweise für Elektromagnetische Hypersensibilität gibt, sollten die Ängste dieser Menschen ernst genommen werden. Sie müssen aufgeklärt werden, beispielsweise, dass es sich auch bei Tageslicht, GPS und Fernbedienung um elektromagnetische Strahlung handelt. Überhaupt wissen die meisten viel zu wenig darüber“, so Klien.

„Man sollte schon achtsam sein im Umgang mit Strahlungen und somit auch im Umgang mit dem Handy. Zudem sollte man sich wohl auch die Frage stellen: ‚Muss ich immer erreichbar sein?’“
Dr. Christine Klien, FÄ für Arbeitsmedizin

 

 

Information im Überfluss
Unser Gehirn muss (zu) viel verarbeiten


Menschen, die kein Handy besitzen, werden heutzutage fast schon „schräg“ angeschaut. Andere wiederum haben gar zwei Mobiltelefone, schalten das Handy nicht mal in der Nacht ab, haben es gar auf dem Nachttisch liegen. Auch sonst ist man ständig erreichbar und ruft seine E-Mails unterwegs, etwa über einen mobilen Internetzugang, ab – man könnte ja etwas verpassen. Und sowohl im Büro, als auch im trauten Heim haben längst kabellose Internetzugänge Einzug gehalten. All diese technischen Geräte sollen uns das Leben erleichtern. Der Informationsfluss „verfolgt“ uns quasi auf Schritt und Tritt. „Leider können diese Vielfalt und Unmenge an Informationen auch negative Folgen auf unseren Körper haben“, erklärt die Fachärztin für Arbeitsmedizin und Geschäftsführerin der ameco HEALTH PROFESSIONALS GmbH in Bregenz Dr. Christine Klien.

Zu viel Information kann schaden.
Sämtliche Informationen, die der Mensch durch seine Sinnesorgane wahrnimmt, werden vom Gehirn verarbeitet. Durch unsere technischen Erfindungen, wie Telefon, PC und Internet, sehen und hören wir heutzutage mehr Informationen pro Zeit und wollen bzw. müssen diese auch unter einen Hut bringen. Wie viel Information unser Hirn verarbeiten kann, ist von Mensch zu Mensch verschieden. „Ein Übermaß an Informationen kann unser Gehirn aber überfordern und auf lange oder auch auf kurze Sicht erhebliche Auswirkungen auf das bio-psycho-soziale Gleichgewicht des Menschen haben. Daraus können etwa Stress und negative Beanspruchung resultieren“, warnt Klien. 

Prioritäten und Grenzen setzen.
Die Kunst besteht darin, die verschiedenen Informationen ihrer Wichtigkeit nach zu ordnen. Zudem gilt es, Grenzen zu setzen und sich zu fragen: Was ist wirklich wichtig für mich? Was muss jetzt und auf der Stelle erledigt werden? Was oder auch wer kann warten? Im beruflichen Alltag fällt es sicherlich schwerer, Prioritäten zu setzen, weiß auch die Bregenzer Arbeitsmedizinerin: „Dennoch oder vielleicht sogar umso wichtiger ist es, dass man sagt, wann etwas zuviel wird, dass man nach Lösungen sucht, wie Aufgaben und Anforderungen eventuell auf andere und weniger stressige Art erledigt werden können, dass man eins nach dem anderen und nicht alles gleichzeitig erledigt, dass man auf offene und vertrauensvolle Kommunikation achtet.“

Einfach mal nichts tun.
Immer öfter jagt aber auch abseits des Berufslebens ein Termin den anderen. Dabei sollte man gerade in der Freizeit auf Ausgleich achten, etwa durch ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung oder beim gemütlichen Abendessen mit Familie oder Freunden. Und laut Dr. Klien, kann man auch einfach einmal aus dem Fenster schauen und nichts tun.


„Gegen einen möglichen Überfluss an Informationen soll und kann man auch etwas unternehmen. Gelingt das nicht, überfordern wir unser Gehirn. Stress bis zum Burn-Out können die Folge sein.“
Dr. Christine Klien, FÄ für Arbeitsmedizin

 
 


Kontaktdaten

Dr. Christine Klien
Fachärztin für Arbeitsmedizin
Ärztin für Allgemeinmedizin
Geschäftsführerin der ameco HEALTH PROFESSIONALS GmbH

ameco HEALTH PROFESSIONALS GmbH
Rheinstraße 61
6900 Bregenz
T: 05574 64570 - 1031
E: office@ameco.at
H: http://www.ameco.at


Buchtipps:

„Im Netz der Frequenzen: Elektromagnetische Strahlung, Gesundheit und Umwelt. Was man darüber wissen muss“ von Grazyna Fosar und Franz Bludorf (Michaels-Verlag; 2004)

„Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben - Was sie denken - Wie sie arbeiten“ von John Palfrey und Urs Gasser (Verlag: Hanser Wirtschaft; 2008)


Weiterführende Links:

Fachinformationen zum Thema elektromagnetischer Felder: Unter anderem sind auf dieser Website die SAR-Werte von beinahe allen gängigen Handy-Modellen zu finden.
http://www.handywerte.de

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 Warzen
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Warzen ...
sind nichts „grausiges“!

Viele Menschen „grausen“ sich vor Warzen. Unberechtigterweise, meint Dr. Claudia Schiessl, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, handelt es sich dabei doch „meist um harmlose, aber oft lästige und auch kosmetisch beeinträchtigende Wucherungen der Haut, die durch eine Virusinfektion mit humanen Papillomviren entstehen.“ Warzen sind also nicht „grauslig“, sondern eine normale Hautinfektion, mit der so gut wie jeder einmal oder mehrere Male in seinem Leben zu „kämpfen“ hat. Praktisch überall am Körper können die fiesen Störenfriede auftreten, vorwiegend sind sie jedoch an Händen und Füßen zu finden. „Warzen entwickeln sich innerhalb von wenigen Tagen bis hin zu einigen Monaten an Stellen, wo der Erreger in die Haut eingedrungen ist. Dazu ist meist ein Hautdefekt, etwa kleine Risse in der Fußsohle, erforderlich“, erklärt die Feldkircher Hautärztin.

Man kann sich schützen.
Obwohl Warzen in jedem Alter auftreten können, sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. Ihr Immunsystem ist nämlich noch nicht ausreichend gegen die Viren gewappnet. Außerdem sind sie im Vergleich zu Erwachsenen viel öfter barfuss und in Schwimmbädern unterwegs. Damit Warzen erst gar keine Chance haben, sollte man in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen Schuhe oder Sandalen tragen und die Füße anschließend desinfizieren. Zudem gilt es, eine Schutzbarriere durch regelmäßiges Eincremen aufzubauen, so Schiessl: „Zur Vorbeugung von Warzen sind vor allem eine intakte Haut und ein starkes Immunsystem wichtig.“

Wie werd’ ich sie wieder los?
Behandelt wird je nach Warzentyp: Entweder mit ätzenden Mitteln in Form von Lösungen, Pflastern oder Tinkturen, durch Vereisen, elektrisches Verschorfen, mithilfe eines Lasers oder durch wassergefilterte Infrarotbestrahlung, die bei sehr hartnäckigen Fällen angewendet wird. „Solange die Wucherungen keine Schmerzen verursachen und kein kosmetisches Problem darstellen, ist der Besuch beim Arzt nicht unbedingt notwendig“, sagt Schiessl. Betroffene, die privat oder beruflich viel Körperkontakt mit anderen Menschen haben, sollten die Warzen jedoch sofort von einem Facharzt behandeln lassen. Laut Dr. Schiessl, gilt das insbesondere für Genitalwarzen: „Diese sind sehr leicht durch Geschlechtsverkehr übertragbar und können zudem bösartig werden.“

Plötzlich weg.
Eine Behandlung, die Warzen mit Sicherheit entfernt, gibt es übrigens nicht. Und der Heileffekt durch das Warzenmännlein oder die Schnecke, die bei Vollmond über die Warze kriecht, ist genauso umstritten, wie einige medikamentöse Therapien der Schulmedizin. Schiessl: „Da Warzen in vielen Fällen von selbst abheilen – etwa wenn das Immunsystem die Viren vernichtet –, kann nicht gesagt werden, ob die Heilung auf die jeweilige Therapie zurückzuführen ist oder nicht.“

„Warzen legen eine merkwürdige Verhaltensweise an den Tag: Sie können ohne erkennbaren Grund spontan verschwinden, sich aber gegenüber therapeutischen Maßnahmen auch als sehr hartnäckig erweisen.“
Dr. Claudia Schiessl, FÄ für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Kontaktdaten

Dr. Claudia Schiessl
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Bahnhofstraße 6c/24
6800 Feldkirch
T: +43 (0) 5522 72229
E: claudia.schiessl@gnv.at


Buchtipp:

„Warzen: Homöopathische Bedeutung, ganzheitliche Betrachtung, Risiken der Unterdrückung, Therapiemöglichkeiten“ von Ilka-Dunja Timm (Verlag: Grundlagen und Praxis; 2004)


Weiterführende Links:

die Warze: Website „rund um Warzen“
http://www.die-warze.de

Mini Med Studium: Genitalwarzen auf dem Vormarsch
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=45&thema=560

 

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 Zecken
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Gefahr in Sicht
Zecken haben wieder Saison

Von Frühling bis Herbst beißen die kleinen, zur Klasse der Spinnentiere zählenden, Zecken mit ihren Kieferklauen zu. Doch ein Zeckenbiss allein ist noch kein Grund zur Panik, beruhigt Dr. Bernhard Jochum, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Impfreferent der Ärztekammer Vorarlberg: „Nur in seltenen Fällen kommt es zur Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine durch den FSME-Virus ausgelöste und von Zecken übertragene Erkrankung.“

Trotzdem: Vorsicht geboten!
Der Lustenauer Arzt warnt allerdings davor, die Infektionskrankheit, deren Symptome von grippeähnlichen Beschwerden, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit – als Symptom für die Hirnhautentzündung – bis hin zu Lähmungserscheinungen reichen, zu unterschätzen: „Eine FSME kann mild verlaufen, aber auch schwere Entzündungen der Hirnhäute und der angrenzenden Gehirnbereiche verursachen, die mitunter zu bleibenden Lähmungen führen.“

Risikogebiete.
Alle in Vorarlberg bekannt gewordenen FSME-Infektionen – 2009 waren es drei Fälle – wurden im Walgau und im vorderen Teil des großen Walsertales verzeichnet. Somit zählt das Gebiet Bludenz bis Feldkirch ebenso zu Österreichs Risikoregionen, wie etwa das Tiroler Inntal und die südlichen sowie östlichen Bundesländer. Da viele Vorarlberger in den kommenden Wochen aber auch außerhalb von Österreich urlauben werden, rät der Impfexperte, sich rechtzeitig Informationen über die Situation am Urlaubsort sowie in dessen näherer Umgebung einzuholen: „In Europa gelten insbesondere Süddeutschland, Tschechien, die Slowakei, Ostpolen und das Baltikum als sogenannte Endemiegebiete. Auch in weiten Teilen Asiens, etwa in der ehemaligen Sowjetunion und in China, herrscht ein erhöhtes FSME-Infektionsrisiko.“ Übrigens: Ab einer Meereshöhe von 1.560 Meter werden keine FSME-Infektionen beobachtet.

Impfen schützt.
Menschen, die in einer der genannten Risikoregionen leben, aber auch jenen, die eine Reise in eines dieser Gebiete planen, wird empfohlen, sich impfen zu lassen. Insbesondere wenn man sich viel in der Natur aufhält. Den FSME-Impfstoff erhält man in der Apotheke, verabreicht wird er vom Arzt. Für die Grundimmunisierung braucht es drei Teilimpfungen: Die ersten beiden erfolgen im Abstand von ein bis drei Monaten, neun bis zwölf Monate nach der zweiten folgt die dritte Teilimpfung. Erst dann ist wirksamer Schutz geboten. Die erste Auffrischung ist nach drei Jahren fällig. Um dauerhaft vor der Zeckengefahr geschützt zu sein, sollte die Impfung alle fünf Jahre erneuert werden. Und falls man doch einmal eine Zecke am Körper findet? „Dann sollte diese mit einer Pinzette möglichst tief unten am Kopf gefasst und einfach herausgezogen werden. Von der früher empfohlenen Technik des Drehens oder von der Verwendung von Öl raten wir heutzutage ab“, so Bernhard Jochum.

„Bei Einhaltung der empfohlenen Intervalle schützt die Impfung mit einer 99-prozentigen Sicherheit vor einer FSME-Erkrankung.“
Dr. Bernhard Jochum, Impfreferent der Ärztekammer für Vorarlberg

 

Kontaktdaten:

Dr. Bernhard Jochum
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
Impfreferent der Ärztekammer für Vorarlberg
Leiter des Forums Impfungen beim Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks)

Ordination:
Widum 5
6890 Lustenau
T: +43 (0) 5577 82700


aks Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin
Rheinstraße 61
6900 Bregenz
T: +43 (0) 5574 202-1042
H: http://www.aks.or.at  

 

Weiterführende Links:

Österreichische Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Zeckenschutz-Impfung und FSME der ARGE Gesundheitsvorsorge
http://www.zecken.at/

Informationsseite zu Zecken und FSME
http://www.zeckeninfo.de

Mini Med Studium: Moderner Impfschutz von Zeckenimpfung bis zu Gebärmutterhalskrebs
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=27&thema=90

 

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weiterführende links
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 Augenlaseroperation
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Im Auge des Patienten
Sichere Augenlaseroperation

Durch einen operativen Eingriff kann dem Wunsch vieler Menschen, endlich wieder ohne Brille oder Kontaktlinsen sehen zu können, entsprochen werden. Zu den Möglichkeiten gehören etwa Linsenimplantationen und Linsentausch, die hierzulande unter anderem von Dr. Wolfgang Diem, Facharzt für Augenheilkunde und Augenchirurgie, durchgeführt werden. Laseroperationen nimmt der Augenchirurg in der Smile Eyes Augenklinik in München vor: „Dort stehen mir sterile Räumlichkeiten, neuestes Equipment und ein bestens ausgebildetes sowie eingespieltes Team zur Verfügung. Überdies kann ich mich mit kompetenten Kollegen austauschen.“

Eingriff am Auge.
Obwohl eine Laseroperationen grundsätzlich als sicher gilt, handelt es sich doch um einen gravierenden medizinischen Eingriff am Auge, der vereinzelt auch mit Komplikationen verbunden sein kann. So kommt es etwa bei einem von 3.500 bis 5.000 Patienten zu einer postoperativen Infektion. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist, laut Diem, eine gute Nachbetreuung genauso wichtig, wie gründliche Voruntersuchungen und ein hervorragendes Operationsumfeld: „Aus meiner Erfahrung ist zudem ein ausführliches Vorgespräch von großer Bedeutung. Dabei wird der Patient nicht nur über die Laserbehandlung und Alternativen dazu informiert, sondern auch eine Vertrauensbasis geschaffen.“

„All-inclusive“-Angebote.
Die Behandlungskosten, die sich hierzulande auf rund 4.200,- Euro belaufen, muss der Patient tragen. Dass man da „in Versuchung kommt“, wenn man von Augenoperationen in der Türkei liest, die innerhalb weniger Tagen abgewickelt und zu einem viel günstigeren Preis, inklusive Flug und Hotel, angeboten werden, ist – auch für den Hohenemser Augenarzt – verständlich: „Dabei behaupte ich gar nicht, dass die Eingriffe schlecht sind. Im Gegenteil: Die Ergebnisse sind aufgrund hoher Operationsfrequenzen meistens gut. Die Gefahr besteht eher darin, dass man keinen Ansprechpartner für die Nachbetreuung hat.“ Solange alles gut geht, ist das kein Problem. Mittlerweile sind jedoch bereits Fälle aufgetreten, bei denen Vorarlberger nach einer Laseroperation in der Türkei aufgrund postoperativer Komplikationen stationär in einem hiesigen Krankenhaus behandelt werden mussten.

Vorarlberger Augenärzte empfehlen.
Bei dieser „Abwanderung ins Ausland“ sollte das Arzt-Patientenverhältnis mit einer gewissen Skepsis beurteilt werden. Entgegen Werbeaussagen ist, laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest, in einigen Zentren ein vertrauensvolles Gespräch kaum möglich und eine verständliche Aufklärung über die Operation nur schwer zu erhalten. Zudem entfallen die üblichen Nachuntersuchungen. Deshalb empfiehlt Diem, wie andere Vorarlberger Augenärzte auch, „sich vorab von einem heimischen Facharzt beraten zu lassen. Erst wenn ein Patient über sämtliche Möglichkeiten informiert wurde, kann er abwägen, ob er die Risiken einer Operation im Ausland oder doch die höheren Kosten für eine Behandlung in München auf sich nimmt.“ Die Entscheidung liegt in jedem Fall beim Patienten.

„Ich bin der Überzeugung, dass Komplikationen immer vom zuständigen Augenchirurgen selbst behandelt gehören. Wenn dieser irgendwo im Süden sitzt, kann das gefährlich werden.“
Dr. Wolfgang Diem, FA für Augenheilkunde


Kontaktdaten:

Dr. Wolfgang Diem
FA für Augenheilkunde und Optometrie
Oberarzt am LKH Feldkirch, Augenabteilung
Konsiliartätigkeit mit operativen Belegbetten am LKH Hohenems
Belegarzttätigkeit am Sanatorium Mehrerau
Operateur für refraktive Chirurgie am Münchner Standort der Smile Eyes Augenkliniken

Praxis für Augenheilkunde und Optometrie
Kaiser-Franz-Josef-Straße 8
6845 Hohenems
T: 05576 78440

LKH Feldkirch, Augenheilkunde
Carinagasse 47
6807 Feldkirch
T: 05522 303-1700
Augenambulanz: Mo und Do, 10.00 – 12.00 Uhr (nur mit Zuweisung)

Weiterführende Links:

Smile Eyes Augen Laser Kliniken
http://www.smileyes.de

Österreichische Ophthalmalogische Gesellschaft: Größte österreichische Vereinigung von Augenärzten
http://www.augen.at/

Mini Med Studium Österreich: „Besser Sehen: Aktuelle Möglichkeiten der Korrektur von Fehlsichtigkeiten“
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=53&thema=567

Mini Med Studium Österreich: „Leben ohne Brille: Neue Möglichkeiten der Korrektur der Fehl- und Alterssichtigkeit“
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=53&thema=478

 

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weiterführende links
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 Darmkrebsvorsorge
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Gesunder Darm
Dem Darmkrebs vorgesorgt

Die schlechte Nachricht: Darmkrebs kann jeden treffen. Die gute Nachricht: Früherkennung rettet Leben. Infolge des Darmkrebsrisikoprogramms, das bereits 1991 mit Unterstützung der Österreichischen Krebshilfe Vorarlberg startete, führte man die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung 2007 als Teil der Gesundenuntersuchung ein. Seither haben sich fast 9.000 Vorarlberger einer Darmspiegelung (Vorsorgekoloskopie) unterzogen. Tendenz steigend. Bei 153 Menschen wurde eine Krebs-Vorstufe erkannt, 151 von ihnen konnten geheilt werden. 2006 erkrankten fast 50 Personen weniger an Darmkrebs als noch fünf Jahre zuvor. „Außerdem liegt die Zahl der Neuerkrankungen in Vorarlberg inzwischen 31 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt. Ein Erfolg jahrzehntelanger Vorsorgemaßnahmen“, zeigt sich Univ. Prof. Dr. Gebhard Mathis, Facharzt für Innere Medizin und Präsident der Österreichischen Krebshilfe Vorarlberg, erfreut.

Sanfte Darmspiegelung.
Die gängigste Methode der Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung ist die Darmspiegelung, die ambulant und hierzulande von 15 spezialisierten Fachärzten durchgeführt wird. Mathis betont, dass „diese Ärzte hohe Qualitätsstandards hinsichtlich Untersuchungsfrequenz, technischer Ausrüstung und Hygienekontrollen ausweisen müssen.“ Dank der sogenannten „Sanften Koloskopie“ muss man heute keine Angst vor der Untersuchung haben: „Durch eine kurz wirkende Schlafspritze merken die meisten Patienten nichts. Manche fragen sich, wenn sie aufwachen, ob sie überhaupt dran gekommen sind“, beruhigt der Rankweiler Internist.

Keine Chance den Polypen.
Ärzte empfehlen, ab dem 50. Lebensalter alle sieben bis zehn Jahre eine Darmspiegelung machen zu lassen. Sind Mutter, Vater oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt, sollte man zehn Jahre vor dem Erkrankungsjahr des Angehörigen zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehen. In 15 Prozent der Fälle besteht nämlich eine familiäre Neigung. Das Problem ist allerdings, dass der Patient selbst nicht bemerkt, wenn sich ein anfangs gutartiger Polyp im Darm zu einem bösartigen Krebsgeschwür entwickelt. Polypen verursachen keine Beschwerden. Hingegen erkennt der endoskopierende Arzt sehr wohl Vorstufen des Darmkrebses. „Umso wichtiger ist die Untersuchung bei der Vorsorgedarmspiegelung, bei der die Polypen gleich abgetragen werden können “, so Mathis.

Vorsorge ist mehr.
Bei Fragen rund um die Vorsorge kann man sich auch an die Österreichische Krebshilfe Vorarlberg wenden, die zudem ein breit gefächertes Angebot bietet: So werden etwa Vorträge und Workshops zu den unterschiedlichsten Themen in Schulen, aber auch bei „Partnerfirmen“ abgehalten. „Im Rahmen einer partnerschaftlichen und innovativen Zusammenarbeit bietet die Krebshilfe Vorarlberger Unternehmen mit sozialer Verantwortung Informationen zu Vorsorge- und Früherkennungsthemen“, weiß Mathis. Vorsorge bedeutet eben nicht nur, sich vom Facharzt untersuchen zu lassen, sondern auch regelmäßig Sport zu betreiben, sich gesund zu ernähren oder schlicht, auf seinen Körper zu achten.

„Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Zwei Drittel der Darmkrebspatienten werden heute geheilt. Durch Früherkennung und bessere Behandlung könnten es künftig 80 Prozent sein.“
Dr. Gebhard Mathis, FA für Innere Medizin

 

Kontaktdaten:

Univ. Prof. Dr. Gebhard Mathis
FA für Innere Medizin
ZF Gastroenterologie und Hepatologie
ZF Hämatologie und Internistische Onkologie
Präsident der Österreichischen Krebshilfe Vorarlberg

Ordination:
Bahnhofstraße 16
6830 Rankweil
T: +43 (0) 5522 41964

Österreichische Krebshilfe Vorarlberg
Mag. (FH) Andrea Feuerstein, Geschäftsführerin
Franz-Michael-Felder-Straße 6
6845 Hohenems
H: http://www.krebshilfe-vbg.at
Beratungsstelle Hohenems
Mo – Fr, 8.00 – 17.00 Uhr
Beratungsstelle Bludenz
Di und Do
Beratung jeweils nach telefonischer Vereinbarung
Mo – Fr, 10.00 – 12.00 Uhr
T: +43 (0) 5576 73572


Weiterführende Links:

Darmkrebs-Vorsorge höchst erfolgreich (Artikel auf vol.at)
http://www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/darmkrebs-vorsorge-hoechst-erfolgreich/cn/news-20100416-01083095

DARMKREBS.AT – das österreichische Info- & Service-Portal für Patienten & Angehörige – will allen Österreichern, insbesondere den PatientInnen und deren Angehörigen fundierte Informationen und Hilfestellungen von der Vorsorge über die Diagnose bis hin zum Leben mit Darmkrebs bieten.
http://www.darmkrebs.at

Mini Med Studium: Darmkrebs vermeiden – Ernährung, Vorsorge und medizinische Krebsnachsorge
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=25&thema=266

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 Leben im Biorhythmus
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Leben im Biorhythmus

 Körperbedürfnisse wahrnehmen, empfinden und spüren
„Alles, was ich tue oder nicht tue beeinflusst die Körperfunktionen und somit den eigenen Biorhythmus“, erklärt die Dornbirner Homöopathin Dr. Gitte Nenning. Die biologischen Funktionen des Körpers arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten mal mehr, mal weniger. Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, seine ganz individuellen Hoch- und Tiefphasen. Diese tageszeitlichen Schwankungen werden durch viele Dinge beeinflusst. Am deutlichsten ist das bei Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, beispielsweise durch Nachtarbeit oder die Zeitumstellung im Frühling und Herbst, zu spüren.

Kein Entkommen.
Selbst, wenn man seinen eigenen Biorhythmus nicht kennt, lenkt dieser das Leben. Das beginnt schon am Morgen, wenn wir die Augen aufmachen: Unsere Nerven leiten die Information „Hell, Licht“ an unser Gehirn weiter, der Körper schaltet auf Tag und stellt sich auf Aktivität ein. Hingegen kümmert er sich am späteren Abend beispielsweise mehr um die Verdauung. Man entkommt dem Einfluss also nicht. Von Berechnungstools, mit deren Hilfe man seinen „ganz persönlichen Biorhythmus“ bestimmen kann, hält die Allgemeinmedizinerin nicht viel: „Biorhythmus ist nicht etwas, das genau um zwölf Uhr mittags passiert. Es ist vielmehr ein fein abgestimmtes, dynamisches System von Körperfunktionen, das Tag ein Tag aus seinen Dienst verrichtet.“

Leben mit allen Sinnen.
Nach dem Biorhythmus leben, heißt: Lernen, seine Körperbedürfnisse wieder wahrzunehmen und dem Körper genau das zu geben, was er verlangt. Nenning: „Wenn man Unruhe verspürt, tut manchen Menschen Entspannung gut. Andere wiederum müssen sich dann bewegen. Das ist sehr unterschiedlich.“ Zudem sollte man die Signale, die der Körper sendet, richtig deuten und auch wissen, warum der Körper bestimmte Bedürfnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt hat. So kann etwa Unruhe verschiedenste Gründe haben: Manchmal ist man aufgrund von Bewegungsmangel unruhig, manchmal aus Nervosität, manchmal auch aus Angst.

Aus dem Rhythmus.
Natürlich kann man nicht immer exakt nach seinem Biorhythmus leben: Ein wichtiges Meeting steht an, die Kinder wollen spielen oder der Tennispartner wartet, doch man selbst befindet sich gerade in einer Tiefphase. Zum Glück kann der Körper Systeme aber auch auf Befehl aktivieren, weiß Gitte Nenning: „Bei einem wichtigen Meeting etwa wird Adrenalin produziert, wodurch der Körper in einen aktiveren, wacheren Zustand gelangt. Und schon habe ich den Rhythmus verändert.“ Allerdings ist es wichtig, die entspannende Phase, um den man den Körper gebracht hat, später nachzuholen. Werden körperliche Signale – und somit der Biorhythmus – ständig ignoriert, gerät man mit der Zeit aus dem Rhythmus, aus dem Gleichgewicht und wird krank.

„Unser Körper sagt uns, wann er müde ist, wann er Hunger hat, wann er Bewegung braucht. Dazu benötigen wir keine Rechenmaschine – das funktioniert über Wahrnehmung, Empfinden, Erleben.“
Dr. Gitte Nenning, Homöopathin

 

Kontaktdaten:

Dr. Nenning Brigitte
Ärztin für Allgemeinmedizin
Homöopathin
Klaudiastraße 6, 4. Stock
6850 Dornbirn
T: +43 (0) 699 11979934
E: kontakt@ordination-nenning.at 
H: http://www.ordination-nenning.at


Buchtipps:

„Deine Nahrung sei dein Heilmittel – Ernährung im Biorhythmus“, Ratgeber Gesundheit von Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg (Verlag: Mankau; 2006)

„Unsere Innere Uhr. Natürliche Rhythmen nutzen und der Non-Stop-Belastung entgehen“ von Jürgen Zulley und Barbara Knab (Verlag: Mabuse, 2009)


Weiterführende Links:

Chronobiologie (Fachbegriff für Biorhythmus) und Chronomedizin
http://www.shiatsu-austria.at/einfuehrung/wissen_26.htm

Fehlendes Morgenlicht verzögert den Schlaf: Artikel auf vol.at
http://www.vol.at/news/tp:vol:gesundheit/artikel/fehlendes-morgenlicht-verzoegert-den-schlaf/cn/news-20100218-04490573

 

 

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 Vorfall: Bandscheibe
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Vorfall: Bandscheibe

Wenn der Schmerz im Rücken siegt
Rückenschmerzen laufen anderen Erkrankungen den Rang ab: So „erreichten“ sie 2009 etwa in der Kategorie „Krankenstand“ mit über 8,5 Mio. Tagen den ersten Platz – ein wahrlich unerfreulicher Sieg. Oft beruhen die Schmerzen auf einem Bandscheibenvorfall. „Patienten klagen über massive Rückenschmerzen, die ins Bein oder in den Arm ausstrahlen. Teils können auch Gefühlsstörungen, wie Taubheit oder Kribbeln, auftreten. Ein großer Bandscheibenvorfall zieht mitunter auch eine Teillähmung nach sich“, erklärt Dr. Reinhard Spöttl, Facharzt für Orthopädie in Dornbirn.

Falsch bewegt.
Unsere Wirbelsäule hat zwei große Schwachstellen: Die Lendenwirbelsäule – dort, wo die Wirbelsäule ins Becken übergeht – und die Halswirbelsäule. Wird einer dieser Bereiche fortwährend falsch belastet, kann es zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Die Bandscheibe, die sich zwischen den Wirbelknochen im Inneren der Wirbelsäule befindet, besteht aus einem Bindegewebsring und einem zentralen, weichen Kern aus einer gallerartigen Masse. Dieser dient, laut Spöttl, der Beweglichkeit und ist gleichzeitig eine Art Stoßdämpfer: „Durch falsche Bewegung, können sich Risse am Rand des Kerns bilden, die gallerartige Masse verlagert sich in den Wirbelkanal und drückt auf den Nerv. Das verursacht die Schmerzen.“

In die Rückenschule.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, müssen wir unsere Rücken- und Bauchmuskulatur stärken, vor allem aber lernen, uns richtig zu bewegen. „Bauarbeiter etwa haben seltener Probleme mit den Bandscheiben, denn schwere Lasten hebt man im Normalfall richtig auf. Und zwar indem man in die Knie geht. Je näher der Schwerpunkt der Last am Körper ist, desto besser“, weiß Spöttl. Im Rahmen einer sogenannten Rückenschule, die unter anderem von Physiotherapeuten angeboten wird, lernt man, Gegenstände richtig aufzuheben. Aber auch, wie man sich bei der Hausarbeit, beim Bügeln, Kochen oder Staubsaugen, korrekt bewegt oder wie man während des Zähneputzens stehen sollte.

Lebensgewohnheiten ändern.
Oft ist es jedoch zu spät: Die Hilfe eines Facharztes wird benötigt. Eine Operation sei allerdings das letzte Mittel, so der Dornbirner Orthopäde: „Meist versuchen wir mittels individuell abgestimmter Therapie, den Bandscheibenvorfall zu beheben. Hier stehen uns etwa Medikamente, Spritzen, Elektrotherapie oder Streckbehandlung zur Verfügung. Das Um und Auf ist aber die Mitarbeit des Patienten.“ Neben der Kräftigung der Muskulatur, sollte der Patient seine Lebensgewohnheiten ändern. Dazu gehört nicht nur, sich richtig zu bewegen, sondern vor allem auch Sport: Schwimmen ist die Rückensportart schlechthin. Ebenso empfiehlt Reinhard Spöttl Nordic Walking, Wandern oder Langlaufen: „Im Prinzip jede Sportart, die den Rücken nicht belastet.“

„Falsch durchgeführte, alltägliche Bewegungen oder Bewegungsmangel führen zum Bandscheibenvorfall. Richtige Bewegung und Sport sind daher essentiell – zur Vorbeugung und im Rahmen einer Therapie.“
Dr. Reinhard Spöttl, FA für Orthopädie

 

Kontaktdaten:

Dr. Reinhard Spöttl
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
Ordination
Ärztezentrum
Marktstraße 36
6850 Dornbirn
T: +43 (0) 5572 26655
E: info@dr-spoettl.at
H: http://www.dr-spoettl.at

Günter Hofer
Diplomierter Gesundheitstrainer
Am Schlatt 33
6890 Lustenau
T: +43 (0) 5577 88668
E: gesund@linework.at
H: http://www.gesund.linework.at

Gertrud und Hanno Weiss
Kinesiologische Bewegungsberatung
Cantienica® - Methode für Körperform und Haltung
Armin-Diem-Gasse 14
6850 Dornbirn
T: +43 (0) 5572 20774
E: office@movendo-dornbirn.at
H: http://www.movendo-dornbirn.at

 

Buchtipps:

„Die Rückenschule: Das ganzheitliche Programm für einen gesunden Rücken“ von Hans-Dieter Kempf, Jürgen Fischer, Frank Hänsel und Hans Steiner (Verlag: rororo; 2008)

„Die Neue Rückenschule: Das Praxisbuch“ von Hans-Dieter Kempf (Verlag: Springer; 2009)

„Ihr Aktivprogramm bei Bandscheibenleiden: Endlich wieder schmerzfrei. Dauerhaft belastbar bleiben. Gezielt zu den richtigen Übungen“ von Doris Brötz und Michael Weller (Verlag: Trias; 2006)


DVD-Tipp:

„Dein Gesunder Rücken“ von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer Neben Wissenswertem über Aufbau und Funktionsweise unserer Wirbelsäule stehen 3 verschiedene Trainingsprogramme im Mittelpunkt der DVD: Rückentraining, Alltagstraining, Basisübungen zum Merken und Machen


Weiterführende Links:

Tipps für einen gesunden Rücken vom aks (Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin)
http://www.aks.or.at/angebote-fuer-erwachsene/bewegung/mehr-zum-thema-bewegung/bewegungstipps/tipps-fuer-einen-gesunden-ruecken/

Mini Med Studium: Bandscheiben, Kopf und Wirbelsäule
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=57&thema=217

Mini Med Studium: Wenn das Kreuz schmerzt – Neueste Erkenntnisse zu Vorbeugung und Therapie
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=43&thema=344

 

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 Trochene Haut
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Ausgetrocknet!
Trockene Haut – nicht nur im Winter

Das Ende der Heizperiode bedeutet für viele Menschen auch eine Auszeit für deren trockene Haut. Doch nicht wenige leiden das ganze Jahr an Xerosis cutis – so der medizinische Fachausdruck. Laut Dr. Herwig Schäppi, Facharzt für Hautkrankheiten, tritt trockene Haut insbesondere mit zunehmendem Alter auf: „Etwa ab der Lebensmitte verliert die oberste Hautschicht zusehends die Fähigkeit, Wasser zu binden.“ Die Haut ist aber nicht nur trocken, sondern oft auch rau, matt, fein schuppend, gelegentlich leicht gerötet und unter Umständen können sich gar Trockenheitsekzeme bilden. Bei einer stärkeren Ausprägung kommt teils quälender Juckreiz hinzu.


Verschiedenste Ursachen.
„Verursacht wird trockene Haut durch bestimmte Lebensgewohnheiten, etwa übermäßige Körperhygiene, aber auch durch verschiedenste Hautkrankheiten oder andere allgemeine Erkrankungen – beispielsweise Diabetes, chronische Niereninsuffizienz, Magersucht, Alkoholismus oder Neurosen wie Waschzwang“, erklärt Schäppi. Insbesondere der Winter stellt die Haut auf eine harte Belastungsprobe, denn bei sinkenden Temperaturen verringert die Haut ihre Fettproduktion und gibt somit ihren Eigenschutz auf. Der Wechsel zwischen warmer, trockener Heizungsluft und klirrender Kälte im Freien belastet zusätzlich. Doch auch die warme Jahreszeit kann für die empfindliche Haut insbesondere durch intensive Sonnenbestrahlung und chlorhaltige Bäder sehr belastend sein.


Richtige Pflege.
Für Menschen mit sehr trockener Haut ist die richtige Hautpflege also das ganze Jahr über von enormer Wichtigkeit. Der Facharzt empfiehlt: grundsätzlich kurz und nicht zu heiß duschen oder baden, sparsam mit Shampoo, Duschgel und vor allem Seife umgehen, rückfettende Dusch- und Badeöle verwenden und beim Abwaschen Handschuhe tragen. Und danach: Eincremen! „Im Sommer genügen oft schon liposomale Lotionen. Im Winter sind wegen der Lufttrockenheit Pflege- oder gar Fettsalben nötig“, so der Hautarzt. In vielen Produkten findet man Urea. Der Harnstoff gehört zu einer Gruppe körpereigener Substanzen, die Wasser in der Oberhaut binden. Dass sich die Haut an den täglichen Griff in den Cremetiegel gewöhnt und in der Folge immer mehr davon benötigt, sei nicht der Fall, so Schäppi: „Wie bei einem Vitaminmangel, bei dem Vitamine ersetzt werden, führt man hier der Haut Substanzen zu, die den Wasserverlust bremsen, den Wassergehalt der Hornschicht steigern und rückfetten.“


Vorsicht!
Bei pflanzlichen Ölen und Fetten, die hinsichtlich der Behandlung von trockener Haut zunehmend an Beliebtheit gewinnen, ist, laut Herwig Schäppi, größte Vorsicht geboten: „Einige, beispielsweise Kokosnussbutter, fördern die Entwicklung von Mitessern. Andere, etwa Erdnussöl, können zu Allergien führen. Ebenso sind aus medizinischer Sicht allergene Hausmittel, wie Ringelblumensalbe oder Johanniskrautöl, abzulehnen.“


„Menschen mit trockener und besonders empfindlicher Haut sollten eine Hautanalyse durchführen lassen, um falsche Pflege und teure Fehlkäufe zu vermieden. Der Preis sagt nichts über die Qualität des Produktes aus.“
Dr. Herwig Schäppi, FA für Hautkrankheiten


Kontaktdaten:

Dr. Schäppi Herwig
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Ordination:
Ärztezentrum
Marktstraße 30
6850 Dornbirn
T: 05572 394 010
E: office@schaeppi.at
H: http://www.schaeppi.at/


Buchtipp:
„Gesunde Haut: Ratgeber von A-Z“ von Bernd Kardoff (Verlag: Springer, Berlin; 2004)

„Gesunde Haut: Von Fältchen bis Akne: So bleibt Ihre Haut jung, gesund und schön“ von Werner Voss, Stefan Siebrecht und Roland Jermann (Verlag: Trias; 2005)


Weiterführende Links:

Mini Med Studium: Die Haut - Mantel der Seele und des Körpers
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=29&thema=109

Trockene Haut auf „Lifeline Hausapotheke“: Ein Service von Springer Business Media. Unter dem Motto „schneller gesund werden“ bietet dieses Portal seinen Nutzern schnelle, praktische und fundierte Informationen und Beratung zu den häufigsten Krankheiten, die mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden können.
http://www.trockene-haut.yavivo.de

Trockene Haut auf „Onmeda“, einem der führenden Gesundheitsportale in Deutschland: Leicht verständliche Informationen zum Thema Gesundheit und Medizin für alle Menschen, die sich aktiv um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden kümmern. http://www.onmeda.de/ratgeber/gesunde_haut/probleme/trockene_haut.html

 

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 Blinddarmentzündung
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Blinddarmentzündung:
Ab ins Spital!
Die akute Blinddarmentzündung ist in den Industrieländern die am häufigsten durchgeführte Notfalloperation in der Bauchchirurgie. Auch hierzulande zeigt sich kein anderes Bild: Laut Dr. Michael Knauer, Facharzt für Chirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch, werden in Vorarlberg jährlich rund 600 Blinddarmoperationen durchgeführt. Die meisten Patienten, die mit oder ohne Überweisung vom Hausarzt ins Krankenhaus kommen, sind zwischen zehn und 19 Jahre alt. „Doch eine Blinddarmentzündung kann auch in allen anderen Phasen des Lebens auftreten“, so Knauer.

Schmerzen im rechten Unterbauch.
Vor allem im Anfangsstadium sind die Beschwerden mit der einer Magendarmgrippe zu vergleichen: plötzlich auftretende Bauchschmerzen – meistens um den Nabel herum –, Übelkeit und Erbrechen. Werden die Schmerzen aber immer schlimmer, verlagern sie sich in den rechten Unterbauch und kommt Fieber hinzu, handelt es sich sehr oft wirklich um eine akute Blinddarmentzündung. Dann gilt es, schnell zu handeln – also ab ins Spital! Obwohl sich die Verläufe sehr unterschiedlich darstellen, fest steht: Werden die Symptome ignoriert, kommt es möglicherweise zu einem lebensbedrohlichen Darmdurchbruch, der eine absolute Notfalloperation verlangt.

Nach zwei Wochen wieder fit.
Man unterscheidet heute zwei Operationsvarianten: Zum einen die herkömmliche Methode, bei der ein kleiner Schnitt rechts unten am Bauch vorgenommen wird. Zum anderen die Bauchspiegelung, die bei dickeren oder älteren Patienten und vor allem bei Frauen angewendet wird. Knauer über den wesentlichen Vorteil dieser Methode: „Durch das Einführen einer kleinen Kamera sehen wir der gesamte Bauchraum und können somit abklären, ob sonst noch ein Problem vorliegt.“ Beide Methoden zählen zu den Routine-Eingriffen. „Dennoch besteht, wie bei jeder Operation, ein Restrisiko, über das der Patient im Vorfeld natürlich aufgeklärt wird“, betont Dr. Knauer. Zwei bis drei Tage nach dem Eingriff kann man das Krankenhaus wieder verlassen und nach gut zwei Wochen Schonung ist man auch wieder richtig fit.

Blinddarm oder Wurmfortsatz?
Eigentlich wird ja nicht der Blinddarm, sondern der entzündete Wurmfortsatz entfernt. Trotzdem ist der Begriff „Blinddarmentzündung“ nicht falsch, denn der Wurmfortsatz ist ein wurmförmiges Anhangsgebilde am Beginn des Dickdarms und eben dort befindet sich der Blinddarm. Nicht korrekt ist, dass der Wurmfortsatz – wie oft behauptet – gar keine Funktion hat. „In Bezug auf die Abwehr hat er, wie überhaupt der gesamte Darm, sehr wohl eine Funktion. Es ist aber so, dass es für den Körper bzw. für die Abwehrfunktion des Darms keine Folgen hat, wenn man den Wurmfortsatz entfernt“, weiß Michael Knauer.

„Es gibt keine begünstigenden oder auslösenden Faktoren. Man kann also im Prinzip nicht vorsorgen, denn wirklich jeder kann an einer akuten Blinddarmentzündung erkranken.“
Dr. Michael Knauer, FA für Chirurgie

 

Kontaktdaten:

Dr. Knauer Michael
Facharzt für Chirurgie
Abteilung für Chirurgie
Landeskrankenhaus Feldkirch
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: +43 5522 303 - 2400
E: michael.knauer@lkhf.at
H: http://www.lkhf.at/feldkirch/chirurgie

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: Von der Gallenblase bis zur Dickdarmoperation: Sanfte Chirurgie heute Auch Minimal invasive Chirurgie oder „Schlüssellochchirurgie“ genannt. Am LKH Bregenz werden beispielsweise über 95 % der Blinddarmoperationen auf die sanfte Art durchgeführt. http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=39&thema=78

Mini Med Studium: Bauchschmerzen: Typen, Ursachen, Behandlung
http://minimed.at/index.php?action=9&modul=8&kat=26&thema=158

 

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 Herzrhythmusstörungen
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Aus dem Takt geraten
Herzrhythmusstörungen: Vorsicht ist geboten!
Emotionaler Stress, aber auch unbändige Freude lassen das Herz schneller schlagen. Das ist ganz normal. Fühlt es sich hingegen an, als würde das Herz grundlos bis zum Hals schlagen, kann es sich um Herzrasen handeln – ein typisches Symptom für Herzrhythmusstörungen. „Ebenso ist bei Herzstolpern Vorsicht geboten“, so der Bregenzer Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Dr. Anton Glöcklhofer.

Krankes Herz?
Kann man eine der folgenden Fragen mit einem „Ja“ beantworten, so ist das auf jeden Fall als Alarmzeichen zu werten: Ist es schon zum Auftreten von Schwindelanfällen oder gar einer Bewusstlosigkeit gekommen? Bestehen andere Beschwerden, wie Brustschmerzen oder Luftmangel bei körperlicher Belastung? Ist jemand der engeren Verwandten an einem plötzlichen Herztod verstorben? Ob hinter den Rhythmusstörungen nun wirklich eine ernsthafte Erkrankung des Herzens steckt, muss, laut Dr. Glöcklhofer, jedoch ein Fachmann klären.

Verschiedenste Störungen.
Herzrhythmusstörungen zeigen sich in unterschiedlichster Art und Weise: Häufig klagen die Patienten über einen zu langsamen Puls oder „Zwischenschläge“, die manchmal auch mit dem Gefühl eines kurzen Aussetzers einhergehen. Glöcklhofer: „Es gibt außerdem verschiedene Formen von Herzrasen. Bedrohlich ist es, wenn das Rasen von den Herzkammern ausgeht. Lebensgefährlich ist das sogenannte Kammerflimmern. Hier muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.“ Die häufigste, ernste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern, bei dem es zu Herzrasen mit unrhythmischem Puls kommt. „Das ist sehr unangenehm. Gefährlich ist dabei aber weniger das Herzrasen selbst, als die Gefahr von Gerinnselbildungen im linken Vorhof. Wenn sich ein Gerinnsel löst und über die Schlagadern ins Gehirn gelangt, führt das zum Schlaganfall“, warnt Dr. Glöcklhofer.

Behandlung und Vorbeugung.
Herzstolpern muss oft gar nicht behandelt werden. Ein Herzschrittmacher wird bei einem zu langsamen Puls oder bei Pausen eingesetzt. Herzrasen kann häufig durch Veröden einer kleinen Stelle im Herzen geheilt werden. Medikamente haben sich insbesondere bei lebensbedrohlichen Formen nicht bewährt, daher raten Kardiologen immer öfter zum Defibrillator: „Dieses kleine Gerät wird unter der Haut im Brustbereich eingesetzt und kann mit kleinen elektrischen Impulsen oder notfalls auch mit einem Elektroschock die Lebensgefahr bannen“, erklärt der Bregenzer Herzspezialist.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt Anton Glöcklhofer „regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Bestimmung der Blutfette und des Blutzuckers, um Herzinfarkte und in der Folge Herzrhythmusstörungen zu vermeiden.“ Weiters sollten Menschen mit Bluthochdruck optimal behandelt werden, weil sonst das Herz geschädigt wird. Und mit Nachdruck betont der Kardiologe: „Rauchen ist überhaupt das ärgste Gift fürs Herz!“

„Herzrhythmusstörungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Man muss Symptome aber immer ernst nehmen, denn angeborene Störungen äußern sich oft schon in frühen Jahren.“
Dr. Anton Glöcklhofer, FA für Innere Medizin und Kardiologie

 

Kontaktdaten:

Dr. Anton Glöcklhofer
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Belegsarzt am Sanatorium Mehrerau in Bregenz
Ordination:
Deuringstraße 3/3
6900 Bregenz
T: 05574 522 33
E: kardiologe@gloecklhofer.at
H: http://www.gloecklhofer.at


Sanatorium Mehrerau Bregenz
Mehrerauerstr. 72
6900 Bregenz
T: 05574 6740-0
E: office@sanm.at
H: http://www.sanatorium-mehrerau.at


Institut für Interventionelle Kardiologie
am Landeskrankenhaus Feldkirch
Leiter: Prim. Univ. Doz. Dr. Werner Benzer
Carinagasse 47
A-6800 Feldkirch
T: 05522 303 2100
E: kardiologie@lkhf.at
H: http://www.lkhf.at/feldkirch/kardiologie/index.php?v_id=fc157a91089a7e6218425ca20d040ae3


Buchtipp:

„Herzrhythmusstörungen: Medizinisches Wissen“, von Matthias Manz (Verlag: Hirzel; 2008)
 

Weiterführende Links:

Neue Methode gegen Herzrhythmusstörungen
Am Landeskrankenhaus Feldkirch wird seit kurzem eine neue invasive Methode zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen angeboten. Bei der „Katheterablation“ werden Drähte ins Herz eingeführt und Problembereiche verödet.
http://www.lkhf.at/feldkirch/kardiologie/index.php?type=show&id=KN2010-01-18-241424&v_id=327fd71a5d48517139267de48779ee1a

Öffentlich zugänglicher Defibrilator für Laien in Düns
Anfang 2010 wurde auf Initiative der Feuerwehr sowie der Gemeinde Düns und der First-Response-Gruppe Jagdberg mitten im Dorfzentrum von Düns ein öffentlich zugänglicher Defibrillator stationiert.
http://duens.vol.at/news/tp:meinegemeinde:duens/artikel/oeffentlich-zugaenglicher-laiendefi-in-duens/cn/news-20100218-10181158/gemeinde/duens

Website einer Rhythmuspatientin
http://www.herzrhythmusstoerungen-online.de

Mini Med Studium: Wenn das Herz aus dem Takt gerät: Herzrhythmusstörungen
http://minimed.at/index.php?action=9&kat=41&thema=140

Mini Med Studium: Wenn das Herz zu langsam wird
http://minimed.at/index.php?action=9&kat=41&thema=821

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 Hallux Valgus
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Hallux Valgus
Große Zehe auf Abwegen

Füße haben’s nicht leicht, tragen sie doch unser gesamtes Körpergewicht. Manche fristen zudem in engen, hohen Schuhen ein wahrlich trauriges Dasein, kommen nur selten an die frische Luft und der Genuss des Barfußlaufens wird ihnen so gut wie immer verwehrt. Insbesondere die große Zehe „reagiert“ mit einer Fehlstellung, die in der Fachsprache Hallux Valgus – kurz: Hallux – genannt wird. „Dabei kommt es beim ersten Mittelfußknochens, der am inneren Fußrand von der Fußwurzel bis zur Großzehe verläuft, zu einem Abweichen nach innen. In weiterer Folge weicht die Großzehe zur Gegenseite ab. Sie ist also in Richtung der anderen Zehen abgewinkelt“, erklärt Dr. Thomas Spiegel, Bregenzer Facharzt für Orthopädie sowie orthopädische Chirurgie und Chefarzt im Sanatorium Mehrerau in Bregenz.

Flache Schuhe sind besser.
Der Hallux, der im Volksmund auch Frostbeule oder Überbein genannt wird, ist im Grunde eine westliche Zivilisationskrankheit, von der Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Der Grund für das Auftreten dieser Zehenfehlstellung ist eine Bindegewebsschwäche, die, laut Spiegel, durch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen oder engem Schuhwerk begünstigt wird: „Dabei wird nämlich der Vorfuß zunehmend belastet. Flache Schuhe sind also von Vorteil.“ Abgesehen davon hilft Zehengymnastik und Barfußlaufen, weil dadurch die Fußmuskulatur gestärkt wird.

Heilung meist nur durch Operation.
Die Fehlstellung der großen Zehe ist nicht nur unschön, sondern kann manchmal auch schmerzhaft sein. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Liegt ein leichter Hallux Valgus vor, kann zumindest dessen Fortschreiten durch Zehentraining und eine sogenannte Halluxschienung vermieden werden. Orthopäde Spiegel räumt jedoch ein, dass „eine dauerhafte Heilung größtenteils wirklich nur operativ möglich ist.“ Allerdings: „Je jünger der Patient zum Operationszeitpunkt ist, umso wahrscheinlicher wird sich über die Jahre hinweg neuerlich eine Fehlstellung einstellen.“

Heilungsprozess dauert fast ein halbes Jahr.
„Voraussetzung für eine Operation sind Schmerzen sowie das Überschreiten des erlaubten Winkels zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen von zehn Grad“, so Facharzt Spiegel. Zwischen 200 und 250 Operationen werden hierzulande jährlich durchgeführt – die meisten davon im Sanatorium Mehrerau, auch wenn ein derartiger Eingriff grundsätzlich an allen orthopädischen Abteilungen des Landes möglich ist. Nach der Operation muss der Patient vier bis sechs Wochen Spezialschuhe tragen, im Anschluss etwa vier Monate Sportschuhe, so lange neigt der Fuß nämlich dazu, anzuschwellen. Nach einem guten halben Jahr kann man dann endlich wieder „große Sprünge machen“ – hoffentlich in flachen und nicht zu engen Schuhen.

 

„Solange keine Schmerzen vorliegen, ist ein Arztbesuch nicht zwingend notwendig. Jedoch empfehle ich ein Informationsgespräch über die Folgen eines unbehandelten Hallux Valgus.“
Dr. Thomas Spiegel, FA für Orthopädie

 

Kontaktdaten:

Dr. Thomas Spiegel
Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Chefarzt am Sanatorium Mehrerau in Bregenz

Ordination:
Rheinstraße 16/5
6900 Bregenz
T: 05574-83660
E: thomas.spiegel@gnv.at

Sanatorium Mehrerau Bregenz
Mehrerauerstr. 72
6900 Bregenz
T: 05574/6740-0
E: office@sanm.at
H: http://www.sanatorium-mehrerau.at


Buchtipp:

Gut zu Fuß ein Leben lang: Fehlbelastungen erkennen und beheben / Trainieren statt operieren: die Erfolgsmethode Spiraldynamik ® / 50 Übungen bei Hallux, Fersensporn, Spreizfuß & Co“ von Christian Larsen (Verlag: Trias; 2007)


Weiterführende Links:

Österreichische Gesellschaft für Fußchirurgie
http://www.fussgesellschaft.at

Hallufix AG: Hallufix® Orthopädieprodukte, unter anderem die international ausgezeichnete Hallufix® Hallux Valgus Schiene, stehen für innovative Technik, hochwertige Materialien und präzise Verarbeitung.
http://www.hallufix.org

 

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 Brustkrebs
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Diagnose: Brustkrebs

Teil 1: Von der Diagnose...

Rund 280 Vorarlberger Frauen erkrankten 2008 an Brustkrebs (Mammakarzinom), in ganz Österreich sind es jährlich etwa 5.000. In den letzten Jahren hat die Häufigkeit von Brustkrebserkrankungen zugenommen. „Doch dank der Teilnahme der Bevölkerung an Vorsorgeuntersuchungen sowie verbesserter Therapien hat die Sterblichkeit deutlich abgenommen“, weiß Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, Facharzt für Allgemein- und Thoraxchirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch. Von 1994 bis 2004 gab es in Deutschland elf Prozent mehr Neuerkrankungen. Demgegenüber wurde bei den Sterbefällen im selben Zeitrum ein Minus von 15 Prozent verzeichnet. Laut Dr. Haid dürfen diese Zahlen auch für Österreich angenommen werden.

Heilung bei über 70 Prozent.
Nichtsdestotrotz ist die Diagnose „Brustkrebs“ immer noch eine enorme emotionale Belastung für Frauen. Die Angst vor Brustoperation, Chemo- und Strahlentherapie ist sehr groß. Anton Haid sowie vielen anderen Ärzten zufolge fußt diese jedoch auf einem Informationsmangel, denn Brustkrebs ist heutzutage ungleich besser diagnostizier- und behandelbar: Über 70 Prozent aller Patientinnen mit einem Mammakarzinom können geheilt werden. Natürlich besteht trotzdem die Gefahr, dass nach einer erfolgreichen Behandlung wieder neues Tumorwachstum auftritt. Daher wird auch sehr viel Wert auf die Nachfolgeuntersuchungen gelegt, die in den ersten drei Jahren alle vier Monate, später alle sechs Monate durchgeführt werden sollten.

Sensible Aufklärung.
Im LKH Feldkirch werden die Betroffenen unmittelbar nach der Diagnose in einem ausführlichen Erstgespräch über ihre Erkrankungen informiert – auf Wunsch werden Angehörige, Partner oder eine Freundin miteinbezogen. Zudem erhalten alle Patientinnen eine auf das Haus zugeschnittene und auf verständliche Weise geschriebene Broschüre. Dr. Haid: „Darin finden sich auch Kontakthinweise, etwa zur Krebsberatungsstelle, zur Frauenselbsthilfegruppe, aber auch welche Fachärzte wofür zuständig sind.“ Speziell ausgebildete Krankenschwestern, sogenannte „breast care nurses“, kümmern sich besonders um die Betroffenen, denen übrigens auch psychotherapeutische Hilfe angeboten wird. „Es ist ein überaus emotionales Thema, daher achten wir sehr auf eine sensible Aufklärung“, so Anton Haid.

Risiko minimieren.
Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken kann durch eine gesunde Lebensweise minimiert werden. Dazu zählen etwa Sport, eine gesunde sowie abwechslungsreiche Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und Rauchen sowie ein vorsichtiger Einsatz von Hormonpräparaten insbesondere in den Wechseljahren. Zu den Risikogruppen zählen Frauen, wenn zwei und mehr Familienmitglieder der ersten Verwandtschaftslinie – Mutter, Großmutter, Geschwister – Brust- oder Eierstockkrebs hatten. Dr. Haid empfiehlt jedoch jeder Frau, neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die monatliche Selbstuntersuchung, also das Abtasten der Brüste: „Früherkennung ist immer noch das beste Mittel im Kampf gegen Brustkrebs.“

„Glücklicherweise kann heutzutage die Mehrzahl aller Brustkrebs-Patientinnen geheilt werden. Für die Behandlung standen noch nie so viele Möglichkeiten zur Verfügung wie heute.“
Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, FA für Allgemein- und Thoraxchirurgie

 

Teil 2: ...über Vorbehandlung und Operation...

Die Diagnose „Brustkrebs“ muss frau erst einmal verdauen. Am Landeskrankenhaus Feldkirch werden die Patientinnen in einem Erstgespräch ausführlich über ihre Erkrankung informiert. Zu Beginn der Behandlung wird durch eine Gewebeentnahme die Bösartigkeit des Tumors bewiesen und das Brustkrebs-Stadium geklärt. Erst dann kann die Therapie für jede Betroffene individuell festgelegt werden – ein Standardverfahren gibt es nicht. In manchen Fällen wird vor der Operation eine Chemo- oder Hormontherapie durchgeführt, erklärt Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, Facharzt für Allgemein- und Thoraxchirurgie am LKH Feldkirch: „Eine derartige Vorbehandlung kann die Heilungschancen erhöhen, denn es besteht die Möglichkeit, den Tumor dadurch zu verkleinern. In 15 bis 50 Prozent der Fälle kommt es gar zum völligen Verschwinden.“

Hormontherapie?
Zwischen 40 und 80 Prozent der Brustkrebsgewächse hängen in ihrem Wachstumsverhalten von den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen ab. Haid: „Spezielle Medikamente können die Wirkung, die diese körpereigenen Hormone auf die Tumorzellen haben, abblocken.“ Dies kann vor einer Operation erfolgen, viele Patientinnen entscheiden sich aber auch nach einer erfolgreichen Behandlung für eine mehrjährige Hormontherapie – um die Gefahr eines Rückfalls einzudämmen. Allerdings kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen. „Etwa 20 Prozent der Patientinnen klagen über Beschwerden wie in den Wechseljahren. Derartige Beeinträchtigungen des allgemeinen Wohlbefindens können aber meist durch pflanzliche Präparate gelindert werden“, so der Experte.

Mehrzahl brusterhaltend operiert.
Ob mit oder ohne Vorbehandlung, um eine Operation kommen die wenigsten herum. Viele Frauen befürchten, dass dies gleichbedeutend mit einer kompletten Brustentfernung ist. Anton Haid beruhigt: „Eine Radikaloperation ist nur etwa bei 20 bis 25 Prozent aller Patientinnen erforderlich. Die Mehrzahl kann brusterhaltend operiert werden.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass nur der Tumor entfernt wird. Um bereits im Zuge des Eingriffs das Rückfallrisiko zu verringern, werden auch eine Art „Sicherheitssaum“ gesunden Gewebes rund um den Tumor sowie Lymphknoten aus der gleichseitigen Achselhöhle entnommen.

Wunsch nach Brustimplantaten.
Trotzdem: In machen Fällen ist eine Radikaloperation, also eine Brustamputation, erforderlich. Selbstverständlich hat die sichere und komplette Entfernung des Tumors Priorität, doch ein radikaler Eingriff bedeutet für viele Frauen auch den Verlust der Weiblichkeit und lässt den Wunsch nach Brustimplantaten aufkommen – falls möglich, werde dieser auch erfüllt, so Haid: „Je nach Erkrankungsstadium und sofern der Wunsch besteht, führen wir dies auch bei der Erstoperation zusammen mit Kollegen von der Plastischen Chirurgie durch. Ist eine Nachbestrahlung notwendig, empfehlen wir den Aufbau erst nach abgeschlossener Behandlung.“


„Welche Art der Therapie angewendet und ob eine voroperative Behandlung durchgeführt wird, wird von Fall zu Fall und selbstverständlich stets in Absprache mit der Patientin entschieden.“
Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, FA für Allgemein- und Thoraxchirurgie

 

Teil 3: ...bis zu Strahlen- und/oder Chemotherapie

Etwa 70 Prozent der Brustkrebsfälle werden heutzutage vollständig geheilt. Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg: Von der Diagnose über Vorbehandlung und Operation bis zu Strahlen- und/oder Chemotherapie. Während der gesamten Behandlung treffen sich die zuständigen Spezialisten mindestens einmal wöchentlich. „Bei diesen sogenannten Tumorboards wird die Therapie für jede Patientin individuell besprochen, festgelegt und falls nötig angepasst“, weiß Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, Facharzt für Allgemein- und Thoraxchirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch.

Strahlentherapie: Rückfälle vermeiden.
Bei einer Operation werden Tumor, umliegendes gesundes Gewebe und Lymphknoten entfernt. Haid: „Zur Vermeidung von Rückfällen ist aber in der Regel eine Nachbestrahlung erforderlich, denn kleine und noch nicht sichtbare Tumorzellnester müssen abgetötet werden.“ Zwei bis drei Wochen nach der Operation wird mit der Strahlentherapie begonnen. Etwa sechs Wochen dauert die Behandlung, denn die gesamte Dosis wird auf circa 30 bis 35 Einheiten aufgeteilt, von denen die Betroffenen jeweils nur eine täglich erhalten. Dadurch werden Haut und Allgemeinzustand so gering wie möglich belastet. Während und auch nach der Bestrahlung können Rötungen wie bei einem Sonnenbrand ersten Grades auftreten. „In seltenen Fällen kommt es auch zur Blasenbildung. Die Nebenwirkungen verschwinden aber nach einigen Tagen oder Wochen wieder vollständig“, so der Facharzt.

Chemo greift Zellen an.
Je nach Tumorcharakteristik und bei fortgeschritteneren Fällen ist – vor der Bestrahlung – eine Chemotherapie erforderlich. Die sogenannten Zyklen erfolgen normalerweise im Abstand von drei Wochen, insgesamt sechs Mal und im Rahmen tagesklinischer Aufnahmen. Ärzte und Pflegepersonal sind dabei sehr gefordert, denn eine Chemotherapie verlangt, laut Haid, hohes Fachwissen sowie viel Erfahrung über Wirkung und Nebenwirkungen dieser nicht ungefährlichen Substanzen: „Die hier verwendeten Medikamente greifen jene Zellen an, die sich rasch teilen. Leider zählen nicht nur Tumorzellen dazu, sondern auch gesunde Zellsysteme, wie weiße Blutkörperchen, deren Hauptaufgabe in der Abwehr von Krankheitserregern besteht.“ Daher sind Chemopatienten recht anfällig für Infektionserkrankungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Übelkeit oder Haarausfall. Dagegen hilft viel Ruhe, Schlaf und die Aussicht, den Krebs zu besiegen.

Helfen, lindern, beistehen.
Es gab auch schon Patientinnen, die eine Behandlung ablehnten – leider nicht selten mit einem sehr tragischen Ausgang, berichtet Dr. Haid: „Auch die Schulmedizin hat nicht für alle Situationen eine sichere Therapie anzubieten. Helfend und lindernd einzugreifen und beizustehen, gelingt ihr jedoch in vielen Fällen. Schlussendlich kann und muss aber sicher jeder Mensch selbst entscheiden, was mit ihm geschieht.“


„Chemo- und Strahlentherapie können Nebenwirkungen haben. Unsere Aufgabe ist es, die einzelnen Behandlungen zu erläutern. Die Entscheidung ‚für oder gegen’ liegt bei der Patientin.“
Univ.-Doz. Dr. Anton Haid, FA für Allgemein- und Thoraxchirurgie

 

Kontaktdaten:

Univ.-Doz. Dr. Anton Haid
Facharzt für Chirurgie
Oberarzt in der Abteilung für Allgemein- und Thoraxchirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch
Ambulanz Ost, LKH Feldkirch
Carinagasse 47 6800 Feldkirch
T: 05522 303 4150
E: anton.haid@lkhf.at

Brustambulanz am LKH Feldkirch
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 05522 303 4610
Ambulanzzeiten:
Montag, 14.00 bis 17.00 Uhr
Donnerstag, 14.00 bis 16.00 Uhr

Österreichische Krebshilfe Vorarlberg
Franz-Michael-Felder-Straße 6
6845 Hohenems
Montag bis Freitag, 8.00 bis 17.00 Uhr
H: http://www.krebshilfe-vbg.at/home.shtm

frauenselbsthilfe nach krebs – vorarlberg
Gertraud Burgstaller
Burgen 771
6861 Alberschwende
T: 05579 4046
E: brustkrebs@frauenselbsthilfe.at
H: http://www.frauenselbsthilfe.at


Buchtipps:

„Brustkrebs. Wissen gegen Angst: Das Handbuch“ von Lilo Berg (Verlag: Goldmann; 2002)

„Wieder im Leben: Mein neuer Anfang nach der Diagnose Brustkrebs“ von Muriel Simon (Verlag: Lübbe; 2006)

„Jetzt ist heute: Mein Leben nach der Diagnose“ von Kora Decker (Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; 2009)


Weiterführende Links:

Brustambulanz am Landeskrankenhaus Feldkirch
http://www.landeskrankenhaus.net/feldkirch/chirurgie/index.php?detail=1&v_id=fddb25945b3b8ff55fff3d0970a1cefe&id=07883f724da86fd82a67a0ff824b5b0d&PHPSESSID=8d37428cede1658ed05a2eb860b006be
Abteilung Chirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch: Mammachirurgie (Brustchirurgie)
http://www.khbg.at/feldkirch/chirurgie/index.php?v_id=eaf4fa388c4e0ff1e6d352073b6ee035

Österreichische Gesellschaft für Chirurgische Onkologie (ACO – Austrian Society of Surgical Oncology)
http://www.aco-asso.at

 

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 Blutdruck
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Blutdruck
Von niedrig bis zu hoch

Über den Blutkreislauf wird der gesamte Körper des Menschen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch die Pumpkraft des Herzens und den Widerstand der Gefäße entsteht dabei der für den Kreislauf nötige Blutdruck. Dieser ist bei vielen zu hoch, bei anderen – insbesondere bei jungen und schlanken Menschen – niedriger. Über Letzteres darf man sich laut Kardiologe Dr. Wolfgang Fuchs freuen: „Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) stellt einen Schutz für die Gefäße dar und macht beim Gesunden keine Beschwerden.“

Blutdruck pushen.
Sofern keine schwere Grunderkrankung, wie Herzmuskelschwäche oder Hormonmangel, dafür verantwortlich ist, so ist ein niedriger Blutdruck also positiv. Kommt jedoch beispielsweise ein Flüssigkeitsmangel oder -verlust – etwa aufgrund einer Durchfallerkrankung – dazu, kann eine gutartige Hypotonie zu Schwäche, Leeregefühl im Kopf, Herzklopfen, Schwindel und sogar zu kurzer Bewusstlosigkeit führen. Um dies zu vermeiden, sollte man viel trinken – insbesondere kohlensäurearme Getränke –, blähende Speisen meiden und den Blutdruck durch Wechselduschen, eine ausreichende Salzaufnahme sowie regelmäßiges Krafttraining „pushen".

Bluthochdruck: Jeder dritte Vorarlberger.
Hingegen ist der hohe Blutdruck (Hypertonie) ein zu wenig beachtetes Problem mit enormer Tragweite. Beim sogenannten „tödlichen Quartett“ – Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörung – ist weltweit eine erschreckende Epidemie zu beobachten. Zum Jahrtausendwechsel litten weltweit 26 Prozent darunter, 2003 waren es in Europa gar 44 Prozent. „In Vorarlberg dürfte jeder dritte Erwachsene einen zu hohen Blutdruck haben“, so der Dornbirner Facharzt. Das Problem: Ein erhöhter Blutdruck kann jahrelang keine Beschwerden verursachen, bevor er zur Katastrophe führt: Hypertonie ist der Hauptrisikofaktor für den Schlaganfall. „Weitere typische Erkrankungen sind Herzschwäche, Vorhofflimmern sowie eine eingeschränkte Nierenfunktion“, weiß Wolfgang Fuchs.

Gesunder Lebensstil.
Ursache für einen zu hohen Blutdruck ist vor allem der ungesunde Lebensstil. Daher muss auch hier angesetzt werden, erklärt Dr. Fuchs: „Auf den Lebensstil wirken sich vor allem regelmäßige Bewegung, normales Körpergewicht, Nichtrauchen und eine mediterran orientierte Diät positiv aus.“ Demnach sollte man Olivenöl verwenden, viel Gemüse und Obst, jedoch wenig Salz und Milchprodukte zu sich nehmen, Beilagen wie Kartoffel, Reis oder Pasta betonen und statt zu dunklem Fleisch, zu Fisch und Geflügel greifen. Allerdings muss man das, laut Fuchs, realistisch sehen, „es ist im Großen und Ganzen nämlich leider die Ausnahme, dass der Lebensstil gut umgestellt wird.“ Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten ist also in vielen Fällen nicht zu umgehen und sogar wichtig. Dadurch lässt sich nämlich das Risiko wieder auf das Maß von Menschen ohne Bluthochdruck senken.

„Nur etwas mehr als die Hälfte der Bluthochdruckpatienten wird behandelt. Davon wiederum nur die Hälfte ausreichend. Es gibt also viel zu tun!“
Dr. Wolfgang Fuchs, FA für Innere Medizin


Kontaktdaten:

Dr. Fuchs Wolfgang
Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin
Oberarzt für Interventionelle Kardiologie
am Landeskrankenhaus Feldkirch

Ordination:
Marktstrasse 54a, 6850 Dornbirn
T: 05572 201121
H: www.kardiofuchs.at


Buchtipps:

„Bluthochdruck selbst senken in 10 Wochen.“ Selbsthilfeprogramm für Betroffene. Mit ausführlichen Informationen zu allen wichtigen Aspekten des Bluthochdrucks von Dr. med. Ramon Martinez (Verlag: Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei; 2009)

„Bluthochdruck senken: Das 3-Typen-Konzept“ von Annette Bopp und Thomas Breitkreuz (Verlag: Gräfe & Unzer; 2009)

Niedriger Blutdruck: Hilfe durch bewährte Naturheilverfahren von Gerhard Leibold (Verlag: Oesch Verlag; 2006)


Weiterführende Links:

Niedriger Blutdruck auf netdoktor.at:
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/hypotonie.htm

Hoher Blutdruck auf netdoktor.at:
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/bluthochdruck.shtml

Niedriger Blutdruck auf netdoktor.de:
http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Niedriger-Blutdruck/

Hoher Blutdruck auf netdoktor.de:
http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Bluthochdruck/

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 Altersakne
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Akne fernab der Pubertät
Wenn das Gesicht im Alter blüht

Wie der Name schon vermuten lässt, tritt die Altersakne – auch Rosazea genannt – erfahrungsgemäß jenseits der Pubertät, etwa ab dem 30. Lebensjahr, auf. „Bei dieser meist langwierigen Hautkrankheit handelt sich um eine andere Erkrankung als die Akne, unter der Jugendliche leiden“, erklärt Dr. Mirjam Volgger, Fachärztin für Haut und Geschlechtskrankheiten in Hohenems.


Von Rötungen bis zur Knollennase.

Rosazea beginnt normalerweise schleichend, verläuft in Stadien und tritt schubweise auf. Zunächst kommt es zu Hautreizungen, die sich anfangs als leichte, anfallsartige Rötungen der Wangen einschließlich der Nasenflügel darstellen, später „zusammenfließen“ und auch auf Stirn sowie Kinn übergreifen können. Der Name „Rosazea“ – wörtlich übersetzt „kleine Rosenblüten“ – rührt übrigens von dieser lila-roten Verfärbung der betroffenen Hautstellen. Im Krankheitsverlauf zeigen sich kleine Entzündungen, Eiterbläschen, Pickel, aber auch tiefe Knoten. Im Gegensatz zu der normalen Akne treten jedoch keine Mitesser auf. „In seltenen Fällen können auch die Augen betroffen, das heißt, gerötet sein. Und im Spätstadium kann eine sogenannte Knollennase entstehen“, so die Hautärztin.


Cremes, Tabletten und Lasertherapie.

Die genauen Ursachen für das Entstehen einer Rosazea sind (noch) unklar. Es handelt sich zwar nicht um eine Erbkrankheit, dennoch wird laut Volgger eine genetische Komponente vermutet: „Der dazu neigende Hauttyp kann nämlich schon von den Eltern übernommen werden. Abgesehen davon zählen etwa Stress, UV-Strahlung, Wärme und eine durchblutungsfördernde Ernährung zu den Auslösern, sogenannten Triggerfaktoren.“ Menschen, die zu Altersakne neigen, sollten daher scharfe und heiße Speisen, aber auch übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden. Chance auf Heilung in Folge einer fachärztlichen Behandlung besteht leider nicht. Trotzdem macht Mirjam Volgger Hoffnung, denn „manchmal kommt es sogar zur Spontanheilung. Außerdem ist der Verlauf sehr unterschiedlich und so können auch Jahre zwischen den einzelnen Schüben liegen.“ Behandelt wird Rosazea mithilfe spezieller Cremes und Tabletten. Die oft unschönen Gefäßerweiterungen können mittels Lasertherapie verödet werden.


Weniger ist mehr.

Weiters ist eine sanfte Hautpflege zu empfehlen. Peelings, Gesichtsmasken sowie Saunabesuche und Dampfbäder sollten vermieden oder zumindest nicht zu oft angewendet werden, denn sie verstärken die Gefäßerweiterungen. Zudem trocknen derartige Anwendungen die Haut aus. Entgegen der gängigen Meinung, müssen Betroffene nicht auf Make-up verzichten – zum Glück, denn wie jede Hauterkrankung nagt auch Rosazea oft am Selbstwertgefühl. Freilich müssen hautverträgliche Produkte gewählt werden: Abdeckende, aber nicht zu fette Pflege- und Korrekturcremes lassen Rötungen regelrecht verschwinden. Weiters kann man Concealer, leichte Foundations oder Puder verwendet. Alles in allem sollte jedoch immer gelten: Weniger ist mehr!

„Litt man als Jugendlicher unter Pickeln, Mitessern & Co., bedeutet das nicht, dass die Gefahr größer ist, auch Altersakne zu bekommen. Viele Rosazea-Patienten hatten nie Jugendakne.“
Dr. Mirjam Volgger, FÄ für Haut- und Geschlechtskrankheiten


Kontaktdaten:

Dr. Miriam Volgger
Fachärztin für Haut und Geschlechtskrankheiten
Rheinstraße 15
6845 Hohenems
T: 05576 72455
E: info@dermatologie-praxis.at


Buchtipp:

„Rosazea – Ein Ratgeber“ von Volker Nölle (Verlag: Wiku-Verlag; 2003)


Weiterführende Links:

Altersakne bzw. Rosazea auf medizin.de:
http://www.medizin.de/ratgeber/themen-a-z/r/rosacea.html

Website der DermIS – Dermatology Information Service (Abt. klinische Sozialmedizin / Uni Heidelberg): Umfassende Informationen über die Erkrankung Rosacea, ihre Behandlung, Triggerfaktoren, Varianten der Rosacea und wie man diese voneinander unterscheiden kann. http://rosacea.dermis.net/content/index_ger.html

Website der National Rosacea Society (Englisch)
http://www.rosacea.org/

 

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 Schwerhörigkeit
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Wie bitte?
Schwerhörigkeit – nicht nur bei älteren Menschen

MP3-Player gehören heutzutage insbesondere bei Kindern und Jugendlichen im wahrsten Sinne des Worte zum „guten Ton“. Und das obwohl immer wieder vor den „musikgeladenen Ohrstöpseln“ gewarnt wird, denn die Nähe der Lautsprecher zum Trommelfell kann zu Hörschädigungen führen. HNO-Facharzt Dr. Georg Hollenstein betont jedoch, dass nicht nur MP3-Player jugendliche Schwerhörigkeit verursachen: „Am schädlichsten sind Knalltraumen beispielsweise durch Böller, Silvesterknaller, Schreckschusspistolen und dergleichen. Dadurch kann es quasi von Heute auf Morgen zu Hörschädigungen kommen.“ Hingegen führen häufige Konzertbesuche, aber auch beruflicher Dauerlärm oft schleichend zu einer Schädigung des Innenohrs.


Folgeschäden vermeiden.

 Neben erworbenen Hörstörungen gibt es angeborene. Ebenso muss zwischen Mittelohr- und Innenohrstörungen sowie vorübergehender und permanenter Schwerhörigkeit unterschieden werden. „Angeborene Hörstörungen werden hierzulande durch das flächendeckende Hörscreening unmittelbar nach der Geburt früh erkannt und sogleich mit Hörhilfen versorgt“, erklärt der Bregenzer HNO-Arzt. Dadurch werden weitreichende Folgeschäden im seelischen, sozialen und intellektuellen Bereich, aber auch Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache vermieden oder zumindest reduziert. Schwerhörigkeit, die erst später auftritt, wird operativ oder mittels verschiedenster Hörgeräte – von „Hinter dem Ohr“-Geräten bis hin zu Implantaten – behandelt.


Wie macht sich eine Hörstörung bemerkbar?

Geringe Hörverluste fallen in vielen Fällen kaum auf. Hollenstein: „Bei Kindern, die oft an Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündung leiden, sollte ein fachärztlicher Hörtest erfolgen. Es gibt aber noch andere Symptome, die auf Hörschwierigkeiten hinweisen. Dazu gehört etwa eine verzögerte Sprachentwicklung, das heißt, wenn ein Kind weniger Worte als der Großteil der gleichaltrigen Kinder kennt und spricht.“ Weitere Auffälligkeiten: Kinder reagieren oder erschrecken bei lauten Geräuschen nicht, ziehen sich zurück, träumen vor sich hin, spielen nicht gerne mit Gleichaltrigen oder benötigen immer Sichtkontakt – das kann, laut Georg Hollenstein, nämlich darauf hindeuten, „dass sie zum Verstehen der Sprache von den Lippen ablesen müssen.“


Vernünftig Vorbeugen.

Obwohl man hierzulande nur selten Jugendliche mit Hörgeräten antrifft, bedeutet das nicht, dass es keine schwerhörigen Jugendlichen gibt – oder dass Lärmbelastungen durch Böller, MP3-Player sowie in Diskotheken nicht langfristig zu Hörschwierigkeiten führen können. Vorbeugen ist also auch hier besser als nachsorgen: „Die Vernunft ist das ‚Maß allen Gehörs’. Bei MP3-Player empfiehlt sich etwa die ‚60-60-Regel’: 60 Prozent Lautstärke – 60 Minuten am Tag“, so Dr. Hollenstein. Bei Konzerten sollte man nicht unmittelbar vor den Boxen stehen, auch wenn dort am meisten Platz ist. Und für das nächste Silvesterfeuerwerk kann man sich schon jetzt Gehörschutzstöpsel besorgen.

 „Kinder und Jugendliche sollten achtsam mit ihrem Gehör umgehen. Eine Hörstörung beeinträchtigt nicht nur das private Leben. Viele Berufe sind für Gehörgeschädigte nicht erlern- bzw. ausführbar.“
Dr. Georg Hollenstein, FA für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

 

Kontaktdaten:

Dr. Georg Hollenstein,
Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf und Halschirurgie
Konsiliarfacharzt mit operativer Tätigkeit am LKH Bregenz

Praxisadresse:
Gerberstraße 4, 1. Stock
6900 Bregenz
T: 05574 43937
H: http://www.hno-hollenstein.at/


Buchtipps:

„Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so!“ von Dr. Ulla Schultens-Kaltheuner, Fachärztin für Allgemeinmedizin, die seit ihrem 30. Lebensjahr an einer zunehmenden Innenohrschwerhörigkeit leidet (Verlag: Verlagshaus Mainz; 2009)

„Wenn die Ohren müde werden: Selbstsicher und aktiv leben mit Hörschwäche“ von Gerhard M. Wissler, (Verlag: Kösel-Verlag; 2008)

„Schwerhörigkeit und Hörgeräte: 111 Fragen und Antworten“ von Karl-Friedrich und Katrin Hamann (Verlag: Zuckschwerdt; 2005)


Weiterführende Links:

Aktuelle Studie bezüglich tragbaren Musikgeräten und Gehör: von der EU beauftragt und 2008 veröffentlicht: http://ec.europa.eu/health/opinions/de/gehoerverlust-mp3-player/index.htm

Implantierte Hörgeräte http://www.vibrant-medel.com/Lang/ger/faq/index.asp?m=9

„Junge Stimme“ – die junge Schwerhörigen Bewegung http://www.jungestimme.at

„Hear-it Youth“ richtet sich speziell an Jugendliche und bietet jede Menge Informationen rund um die Themen Gehör und Schwerhörigkeit. http://german.youth.hear-it.org

Projekt „Schnecke“ – Bildung braucht Gesundheit: Das Projekt will dazu beitragen, Hörschäden vorzubeugen, Seh- und Gleichgewichtsschwierigkeiten präventiv zu begegnen sowie vorschulischen, schulischen und außerschulischen Lärm zu senken. http://schnecke.inglub.de

Mini Med Studium: „Schwerhörigkeit, Hörsturz, Tinnitus – Häufige Schäden unseres Hörvermögens und neueste Therapien“ http://www.minimed.at/index.php?action=9&kat=32&thema=139&PHPSESSID=hfjhl86f9v20rbej2m11j5mdo4

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 Trockene Augen
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Trockenen Auges
Wenn die Tränenproduktion nachlässt

Immer mehr Menschen klagen über trockene Augen: In Österreich sind es circa 1,6 Mio. Österreicher, das ist etwa jeder Fünfte. Frauen sind häufiger betroffen, denn der sogenannte Tränenfilm – eine von der Tränenflüssigkeit gebildete Flüssigkeitsschicht, die den vorderen Teil des Augapfels bedeckt und somit für die Feuchtigkeit im Auge sorgt – ist hormonell gesteuert, wie Dr. Ulrike Röser, Fachärztin für Augenheilkunde, weiß: „So manche Frau leidet während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren an dieser Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Aber auch ältere Männer berichten von trockenen Augen, denn die Tränenproduktion lässt im Alter generell nach.“ Weiters können Rheuma, Neurodermitis oder Schilddrüsenerkrankungen Trockenheit in den Augen verursachen.

 

Tropfen nicht gleich Tropfen.

Ebenso können Faktoren „von außen“ negativ auf den Tränenfilm einwirken, etwa trockene Raumluft, das Tragen von Kontaktlinsen, aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente. „Auch der chronische Gebrauch sogenannter Weißmacher kann zu Beschwerden führen. Derartige Augentropfen bewirken nämlich eine Verengung der Gefäße im Auge, wodurch die Rötung zurückgeht, nicht jedoch die Trockenheit“, warnt die Bludenzer Augenfachärztin. Im Gegensatz dazu besteht bei herkömmlichen Augentropfen kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Laut Röser ist sogar erwiesen, „dass die Produktion der Tränenflüssigkeit wieder in Gang kommen kann, wenn entsprechend häufig Tränenersatzmittel wie Augentropfen oder Gele verwendet werden.“

 

Da bleibt kein Auge trocken.

Zudem lindern Augentropfen & Co. Beschwerden wie Rötungen der Bindehaut, brennende sowie schnell ermüdende Augen und insbesondere das Fremdkörpergefühl – als habe man ein Sandkorn in den Augen, beschreiben es die Patienten. Laut Dr. Röser gibt es eine Vielzahl von Präparaten, deren „Wirksamkeit und Verträglichkeit subjektiv sehr unterschiedlich empfunden wird, weshalb ich meinen Patienten immer empfehle, einige Präparate auszuprobieren.“ Abgesehen von Tränenersatzmitteln, gehört auch der Sehbehelf, also Brille oder Kontaktlinsen, überprüft und allenfalls optimiert. Weiters sollten die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht und rauchige Umgebungen gemieden werden. Da trockene Augen auch aufgrund intensiver Bildschirmarbeit auftreten, empfiehlt Ulrike Röser „hin und wieder in die Ferne zu schauen, um den Augen quasi eine Pause zu gönnen.“

 

Kontaktlinsen?

Für Menschen, die an trockenen Augen leiden, können Kontaktlinsen im wahrsten Sinne des Wortes ein Dorn im Auge sein. Jedoch schaffen auch hier Augentropfen Abhilfe. In manchen Fallen muss allerdings eine Zeit lang auf die Brille zurückgegriffen werden. „Auch wenn der Tragekomfort von Kontaktlinsen bei trockenen Augen leider oft eingeschränkt bleibt, können einige Patienten dann zumindest zeitweise, etwa für den Sport, wieder Tageslinsen tragen“, so Röser.

 

„Tätigkeiten, die einen konzentrierten Blick verlangen, verursachen oft trockene Augen. Durch die Konzentration nimmt nämlich die Häufigkeit des Lidschlags ab und das Auge ‚trocknet schneller aus’.“
Dr. Ulrike Röser, FÄ für Augenheilkunde

 

 

Kontaktdaten:
Dr. Ulrike Röser
Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie
Konsiliarärztin am Krankenhaus Dornbirn
Praxisadresse:
Sägeweg 1
6700 Bludenz
T: 05552 67027


Buchtipp:
„Rote und trockene Augen“ von Matthias Sachsenweger (Verlag: Gesundheit; 1999)


Weiterführende Links:
Trockenes Augen (Sicca-Syndrom) auf netdoktor.at
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/trockenes_auge.shtml

Rund um das trockene Auge
http://www.trockene-augen.de/
 

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 Plötzlicher Kindstod
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Plötzlicher Kindstod
Was Eltern tun können


Statistisch gesehen sterben nur ganz wenige Kinder am plötzlichen Kindstod. Trotzdem fürchten sich viele Mamas und Papas davor – für die Kinderärztin Dr. Christiane Rhomberg nur allzu verständlich: „Es ist ganz normal, dass Eltern anfangs Angst haben. Dass die Ursachen für den plötzlichen Kindstod bis heute noch nicht restlos geklärt werden konnten, spielt hier sicherlich eine große Rolle.“ Typisch für SIDS – Sudden Infant Death Syndrome ist die englische Bezeichnung des plötzlichen Kindstodes – ist, dass die Kinder aus völliger Gesundheit versterben.

Vorsichtsmaßnahmen.
Christiane Rhomberg unterstreicht daher die Wichtigkeit von Vorsichtsmaßnahmen, durch die der plötzliche Kindstod vermieden werden kann: „Die Empfehlungen beruhen im Großen und Ganzen darauf, wie Kleinkinder, die an SIDS verstorben sind, gefunden wurden.“ Konkret handelt es sich dabei um folgende Maßnahmen: Babys sollten in Rückenlage, auf einer eher harten Matratze und alleine – also nicht im Elternbett und ohne Stofftiere, Schaffelle, Tücher oder sonstige Stoffe – schlafen. Weiters wird eine Raumtemperatur von rund 16 bis 18 Grad empfohlen. Außerdem sollten die Kleinen nicht zu warm „eingepackt“ werden, betont die Dornbirner Kinderärztin: „Kalte Händchen und Füße geben nur wenig Aufschluss über die richtige Körpertemperatur. Wenn Babys jedoch zwischen den Schulterblättern warm sind, dann ist ihnen auch sonst warm genug. Am besten sollten sie in einem speziell für Babys hergestellten Schlafsack schlafen.“ Außerdem gelten auch Stillen sowie der Schnuller als gute Vorsichtsmaßnahmen.

Risikofaktor: Rauchen.
Da Passivrauchen für Kleinkinder noch schädigender ist als für Erwachsene, sollte in Babys Schlafzimmer, wenn nicht sogar in der ganzen Wohnung, striktes Rauchverbot herrschen. Apropos: Rauchen während der Schwangerschaft erhöht das Risiko, dass ein Kind am plötzlichen Kindstods sterben kann. Weiters zählen Babys mit einem sogenannten „ALTE“ zu den Risikogruppen. „Dabei handelt es sich um einen ‚lebensbedrohlichen Zustand’, der durch ein plötzliches und unerwartetes Auftreten eines Atemstillstandes gekennzeichnet ist. Das Kind wird schlaff, läuft blau an und atmet nicht mehr“, erläutert Christiane Rhomberg. Hier wird eine Schlafüberwachung mittels Heimmonitor (Monitoring) angeboten.

aks-Programm.
In Vorarlberg erhalten übrigens alle Eltern von Neugeborenen einen sogenannten „Risikofragebogen“ vom aks. Ergeben sich daraus Auffälligkeiten, werden die Eltern in eine der landesweit vier SIDS-Ambulanzen zu einem Beratungsgespräch, bei dem Fachärzte unter anderem die erwähnten Vorsichtsmaßnahmen genau erläutert werden, eingeladen. „Dieses Programm hat sicherlich dazu beigetragen, dass hierzulande derart wenige Kinder am plötzlichen Kindstod versterben“, so Rhomberg.

„Der plötzliche Kindstod kann insbesondere im dritten, vierten und siebten Lebensmonat eintreten. Die Vorsichtsmaßnahmen sollten aber im gesamten ersten Lebensjahr des Babys eingehalten werden.“
Dr. Christiane Rhomberg, FA für Kinder- & Jugendheilkunde
 

Kontaktdaten:

Dr. Christiane Rhomberg
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Marktplatz 6, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 37 22 11
E: praxis@Doktor-Rhomberg.at
H: www.Doktor-Rhomberg.at

SIDS - Beratungsstelle
LKH Bregenz
T: 05574 401 0

SIDS-Ambulanz am LKH Feldkirch
OA Dr. Müller und FÄ Dr. Schmidt
T: 05522 303 2900


Buchtipp:
„‘Phänomen‘ Plötzlicher Kindstod - endlich erkannt “ von Wolfgang Rietig (Verlag: Books on Demand, 2007)


Weiterführende Links:

Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) bietet verschiedene Programme – unter anderem auch für werdende Eltern, Säuglinge und Kleinkinder, mit denen Kinder auf die best mögliche Weise gefördert werden.
Informationen über SIDS („Sudden Infant Death Syndrome“) bzw. den plötzlichen Kindstod
http://www.aks.or.at/angebote-fuer-kinder/saeuglinge-und-kleinkinder/sids

Informationen über den Plötzlichen Kindstod auf netdoktor.at
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/sids.htm

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weiterführende links
Anhang


 Migräne
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Vorsicht Migräne-Attacke!
Wenn nicht nur der Kopf schmerzt

Attackenförmig und meist einseitig treten die Kopfschmerzen auf. Der pulsierende Schmerz hält bis zu 72 Stunden an, wird durch körperliche Aktivitäten verstärkt und ist mit einem hohen Ruhebedürfnis verbunden. „Damit noch nicht genug, leiden Migränepatienten an sogenannten autonomen Begleitsymptomen, wie Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Lärm- und Geruchsüberempfindlichkeit“, erklärt Dr. Christine Bartenstein. Die Fachärztin für Neurologie und Psychologie behandelt fast täglich Menschen, die an der „einfachen“ Migräne leiden.

 

Verschiedenste Beschwerden.

Bei etwa 15 Prozent aller Patienten treten rund eine Stunde vor den typischen Kopfschmerzen und autonomen Begleiterscheinung neurologische Reiz- und Ausfallserscheinungen auf. In diesen Fällen spricht man von einer „Migräne mit Aura“. Bartenstein: „Meist handelt es sich um visuelle Störungen, insbesondere Gesichtsfelddefekte bzw. weiße gezackte Linien, die in der Mitte des Gesichtsfeldes beginnen und langsam größer werden. Es kann aber auch zu Lähmungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen kommen.“ Migräne zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: Zwischen zwölf und 14 Prozent der weiblichen Bevölkerung leiden darunter. Bei den Männern liegt der Anteil zwischen fünf und acht Prozent. Die Ursache, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer, ist jedoch nicht bekannt.

 

Behandlung mittels Medikamenten.

Bei der Diagnose ist besonders die gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten von Bedeutung. Daher empfiehlt es sich auch, ein Migräne-Tagebuch zu führen. Christine Bartenstein betont jedoch auch, dass es sich nicht immer um Migräne handelt, wenn neurologische Beschwerden gepaart mit Kopfschmerzen auftreten: „Um andere Krankheiten ausschließen zu können, ist es wichtig, verschiedene Untersuchungen durchzuführen.“ Behandelt wird Migräne einerseits medikamentös: Von Präparaten gegen Übelkeit über Schmerzmittel bis hin zu Arzneistoffen, die speziell für die Akutbehandlung von Migräne entwickelt werden. In manchen Fällen, das heißt, wenn die Migräneanfälle oft, besonders schwer und kompliziert verlaufen, können auch vorbeugend Medikamente eingenommen werden.

 

Auslöser vermeiden.

Andererseits empfiehlt die Götzner Neurologin aber auch Ruhe, Schlaf, kalte Umschläge sowie die Vermeidung von Licht, Lärm und Gerüchen, weil dadurch die Migräneattacken verstärkt werden könnten. „Zudem sollten sogenannte Trigger vermieden werden. Darunter versteht man Faktoren und Substanzen, die einen Migräne-Anfall auslösen können“, so Bartenstein weiter. Diese Trigger sind von Mensch zu Mensch verschieden, doch hört man immer wieder davon, dass insbesondere Stress und Schlafmangel, aber auch bestimmte Nahrungsmittel – beispielsweise Käse, Rotwein und Schokolade – Migräneattacken auslösen. Bei circa fünf Prozent der betroffenen Frauen hängen die Anfälle auch mit dem weiblichen Zyklus zusammen. Christine Bartenstein weist übrigens darauf hin, dass die Vermeidung von Triggern auch vorbeugend wirkt.

 

"Migräneattacken äußern sich nicht immer gleich. Teils treten nur einfache Migräneanfälle auf, teils nur die Symptome der Aura, teils aber eben auch überaus heftige Attacken."
Dr. Christine Bartenstein, FÄ für Neurologie und Psychiatrie

 

Kontaktdaten:

Dr. Christine Bartenstein
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie
Am Garnmarkt 5
6840 Götzis
T: 05523 63019

Die Selbsthilfegruppe Migräne ist derzeit leider ruhend gemeldet.
Club Antenne in Dornbirn unterstützt jedoch gern bei der Neugründung!
T & F: 055572/26374
E: club-antenne@utanet.at

 

Buchtipps:

„Migräne“ von Oliver Sacks (Verlag: Rowohlt Tb; 2007)

„Migräne. Heilung ist möglich“ von Peter Mersch (Verlag: Books on Deman; 2006)

„Migräne ganzheitlich behandeln: So finden Sie Ihren persönlichen Auslöser. Die besten Strategien, um Anfälle zu vermeiden. Migräne im Griff: Medikamente, Naturheilkunde, Selbsthilfe“ von Konrad Taubert (Verlag: Trias, 2006)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Kopfschmerz und Migräne – Ursache, Vorbeugung und Behandlung“ http://www.minimed.at/index.php?action=9&kat=37&thema=494&PHPSESSID=q1rbavm8bbckjsq8vcaea4o9n5

„Migräne Individuell“ – eine Initiative von MigränespezialistInnen und Betroffenen, unterstützt von der Firma AstraZeneca – bietet Information und Unterstützung für Menschen mit Migräne und ihre Angehörigen. http://www.migraene-individuell.at

„Kopfschmerz-Forum“ versteht sich als Informationsplattform für alle Patienten, die an Migräne leiden. http://www.kopfschmerzforum.at

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weiterführende links
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 Vorsorge NEU
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Vorsorge NEU
Gesundheit im Mittelpunkt

Nach fast fünf Jahren ist das Programm „Vorsorge NEU“ zwar nicht mehr ganz so „neu“, trotzdem: Viele Menschen wissen gar nicht, welche bzw. dass überhaupt Erneuerungen eingeführt wurden. Das liegt – zumindest in Vorarlberg – auch daran, dass hierzulande schon seit Langem Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden. Dr. Guntram Hinteregger, Arzt für Allgemeinmedizin in Alberschwende, ist der Leiter des Ärzteforums „Erwachsenenvorsorge“ – eines von fünf Foren des Arbeitskreises für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks): „Vorarlberg nimmt hier sicherlich eine Vorreiterrolle ein. Der aks-Ärzteverein hat in den 1960er und 1970er Jahren nicht nur die Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene, sondern etwa auch die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, den Mutter-Kind-Pass, Kinderimpfprogramme oder Schuluntersuchungen entwickelt.“

 

Was ist neu?

Seit 2005 gibt es eine bundesweit einheitliche Vorsorgeuntersuchung. Für die Vorarlberger Bevölkerung bedeutet dies zwar, dass die Untersuchung nicht mehr ganz so ausführlich ist – zuvor wurde beispielsweise auch auf Wohn- und Arbeitssituation eingegangen –, doch laut Hinteregger steht immer noch die Lebensqualität im Vordergrund: „Es wird nicht nach einer Krankheit gesucht. Vielmehr geht es darum, die nächsten Jahre in gesundheitlicher Hinsicht zu optimieren und Beeinträchtigungen zu vermeiden.“ Die Basisuntersuchung besteht aus einem körperlichen Check, einer Blut-, Harn- und Stuhluntersuchung sowie einem Abschlussgespräch. Daraus ergibt sich, ob der Patient hinsichtlich Bewegung oder Ernährung etwas ändern sollte oder ob er durch eine Suchterkrankung, wie das Rauchen, mit weit reichenden Folgen rechnen muss.

 

Alle zwei bis drei Jahre.

Abgesehen davon wird Jedem ab dem 50. Lebensjahr zu regelmäßigen Darmspiegelungen geraten. Zudem sollten sich Männer Prostata- und Frauen Osteoporoseuntersuchungen unterziehen. „Frauenspezifisch sind der Gebärmutterhalsabstrich oder die Brustuntersuchung. Die Ärzte leiten die Patientinnen auch an, wie sie selbst Tastuntersuchungen durchführen können. Ab dem 40. Lebensjahr sollte eine regelmäßige Mammographie Teil der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung sein“, so der Vorsorge-Experte. Unter 40-Jährigen sollten alle drei Jahre, über 40-Jährige alle zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

 

Keine Jagd auf Krebs.

Prinzipiell ist der Vorsorge-Check freiwillig, seit 2005 gibt es jedoch Erinnerungs- und Einladungsschreiben: Mindestens alle zehn Jahre werden Personen angeschrieben bzw. eben an die Vorsorgeuntersuchung erinnert. Einladungen erhalten auch solche Personen, die bisher noch nie das Vorsorgeangebot wahrgenommen haben. Können Krebserkrankungen durch die regelmäßigen Untersuchungen frühzeitig entdeckt werden? „Sicherlich“, so Hinteregger. Trotzdem warnt er davor, die Vorsorgeuntersuchung als „Jagd auf die Krebsdiagnose“ zu sehen: „Wir hoffen, dass sich die Einstellung der Bevölkerung ändert und dass Gesundheit sowie Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen.“

„Ärzte sollten mit anderen Gesundheitseinrichtungen, wie etwa Fitnessstudios, Ernährungsberatern oder Kneippvereinen, zusammenarbeiten und Patienten auf Rauchentwöhnungskurse sowie Diabetikerschulungen aufmerksam machen.“
Dr. Guntram Hinteregger, Arzt für Allgemeinmedizin

 

Kontaktdaten:

Dr. Guntram Hinteregger
Arzt für Allgemeinmedizin
Hof 579
6861 Alberschwende
T: 05579 4212
E: praxis@hinteregger.at
H: www.hinteregger.at

 

aks Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin
Rheinstraße 61
6900 Bregenz
T: 05574 202-1042
H: www.aks.or.at

 

Weiterführende Links:

aks-Ärzteverein
1964 ins Leben gerufen, um die Gesundheit der Vorarlberger Bevölkerung zu fördern. Seither hat der aks-Verein viele Projekte initiiert, die die Gesundheit der VorarlbergerInnen nachhaltig verbessert hat.
http://www.aks.or.at/ueber-den-aks/der-aks-verein

Projekt am Landeskrankenhaus Bludenz
Flächendeckende Mammographie-Screenings, die sich an Europäische Leitlinien orientieren. Systematische, qualitätsgesicherte Mammographie-Screenings für Frauen über 50 gelten Richtlinien von WHO und EU zufolge als wesentliche Maßnahme im Kampf gegen Brustkrebs.
http://www.europadonna.at/information/mammographie-screenings.html

„Vorsorge NEU“ auf netdoktor.at
http://www.netdoktor.at/intrasites/vorsorge.shtml

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 Schnarchen
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Nächtliches Sägen
Was tun gegen Schnarchen?

Der Mensch „verschläft“ etwa ein Drittel seines Lebens. Doch ohne die Erholung im Schlaf könnte man die Zeit, die man wach ist, gar nicht meistern. Umso bedenklicher, dass viele Menschen über Schlafstörungen klagen. Laut Dr. Thomas Jenny, Facharzt für Lungenkrankheiten am Landeskrankenhaus Hohenems, zählt das Schnarchen zu den häufigsten Problemen, mit denen sich die Schlafmedizin beschäftigt.

 

Entspannte Muskulatur.

Schnarchen wird durch Vibration von Weichteilgewebe an anatomischen Engstellen, etwa im Bereich der Nase oder im Rachen, verursacht. Anders gesagt: Die Luftwege sind verengt. Da die Muskelspannung während des Schlafs nachlässt, kommt die Luft an solchen Engstellen noch schwerer durch. „Liegt man auf dem Rücken, fällt die Zunge durch die nachlassende Anspannung der Halsmuskulatur zurück, wodurch das Schnarchen verstärkt wird“, erklärt Dr. Jenny. Das Einnähen eines Tennisballs im Rückenteil des Pyjamas, aber auch Anti-Schnarch-Rucksäcke können die Rückenlage verhindern. Außerdem sollten Alkohol und Übergewicht vermieden werden. Anti-Schnarch-Tropfen sind hingegen unwirksam und auch das Zuhalten der Nase macht keinen Sinn, so der Lungenfacharzt: „Im Gegenteil. Die Nasenatmung des Schnarchers wird durch das Zuhalten zusätzlich behindert und das Schnarchen wird dadurch nur verstärkt.“

 

Gesundheitliche Folgen.

Es besteht auch die Möglichkeit operativ vorzugehen. Jedoch nur, wenn ein fachärztlicher Befund ergibt, dass beispielsweise die Nasenscheidenwand begradiert oder anatomische Engstellen, wie Polypen, entfernt gehören. Abgesehen davon wird das „einfache“ Schnarchen aus medizinischer Sicht nicht als Krankheit bezeichnet und hat auch keine gesundheitlichen Folgen. Im Gegensatz zum „obstruktiven“ Schnarchen, das bei einem Viertel der Schnarcher auftritt. Charakteristisch dafür sind lautes und unregelmäßiges Schnarchen sowie eine erhöhte Atemarbeit, die den Schlaf stört. „Außerdem nehmen die Leichtschlafphasen zu und die Tiefschlafphasen ab. Das ist problematisch, da die Tiefschlafphasen für die Erholung unerlässlich sind“, erklärt Jenny. In der Folge klagen die Patienten über Tagesmüdigkeit sowie Kopfschmerzen am Morgen.

 

Wann zum Arzt?

In wenigen Fällen kommt es sogar zu Atempausen während des Schlafes. Dieses Obstruktives Schlaf Apnoe Syndrom (OSAS) kann zu erhöhter Einschlafneigung tagsüber, Bluthochdruck, Konzentrationsstörungen oder sogar zu Organschäden führen. Doch Dr. Jenny beruhigt: „Ein Schlafapnoe kann meist mit einem sogenannten Überdruck-Gerät, das durch einen Schlauch mit einer Gesichtsmaske verbunden ist, behandelt werden. Vereinfacht ausgedrückt sorgt der Überdruck für offene Atemwege.“ Es mag unangenehm klingen, ständig mit einer Maske schlafen zu müssen, doch laut Jenny nehmen die meisten Patienten dies lieber in Kauf, als die Folgen der Schlafapnoe: „Außerdem können auch die Partner besser und ruhiger schlafen.“

 

„Untersuchen lassen, sollten sich Schnarcher, die in der Früh schwer aufkommen, tagsüber müde sind und deren Partner unregelmäßiges, lautes Schnarchen und/oder Atempausen beobachten.“ Dr. Thomas Jenny, FA für Lungenkrankheiten

 

Kontaktdaten:

Dr. Thomas Jenny
Facharzt für Lungenkrankheiten
Oberarzt in der pulmologischen Abteilung im LKH Hohenems
Bahnhofstraße 31
6845 Hohenems
T: 05576 703 5502
E: thomas.jenny@lkhh.at

 

Schlaflabor im LKH Hohenems
T: 05576 703 5500

 

Buchtipps:

„Schlafapnoe-Syndrom und Schnarchen: Ursachen, Symptome, erfolgreiche Behandlung auch des banalen Schnarchens“ von Peter Hannemann (Verlag: Oesch Verlag; 2007)

„Das Schnarchbuch: Ursachen, Risiken, Gegenmittel“ von Peter Spork (Verlag: Rowohlt Tb.; 2007)

„Schnarchen oder das Konzert der geschluckten Kröten und wie man sie zum Schweigen bringt: Eine neue, ungewöhnliche Anti-Schnarch-Therapie für Männer in fünf Vereinbarungsschritten“ von Sabine Krüger (Verlag: Hübner, Waldeck; 2005)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Schnarchen und Schlafapnoe – Wann wird es gefährlich?“
Vortrag von Prim. Dr. Robert Pavelka, Landesklinikum Wiener Neustadt
http://www.minimed.at/index.php?action=9&kat=28&thema=373&PHPSESSID=hfjhl86f9v20rbej2m11j5mdo4

Netdoktor zum Thema „Schnarchen“
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/schnarchen.htm

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 Schlaflabor
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Schlaf gut!
Eine Nacht im Schlaflabor


Verkabelt von Kopf bis Fuß nächtigen jährlich etwa 800 Menschen im Schlaflabor des Landeskrankenhauses Hohenems. Etwa 20 Prozent aller Vorarlberger leiden an Schlafstörungen, bei den über 50-jährigen sind es gar 40 Prozent. Vom Haus- oder Facharzt werden sie an Dr. Thomas Jenny, Leiter des Schlaflabors, überwiesen: „In erster Linie kommen die Patienten wegen Schnarchens, vom Partner beobachteter Atempausen und Tagesmüdigkeit zu uns. Zu einem geringeren Teil wegen Ein- und Durchschlafstörungen.“

Körperfunktionen schlafen nicht.
Während der Patient schläft, wird er durch einen Mitarbeiter im Überwachungsraum ständig beobachtet. Insgesamt werden neun Körperfunktionen aufgezeichnet. Das Kernstück der Untersuchungen bildet das Hirnstrombild (EEG). Dadurch können nächtliche Hirnaktivitäten, Augenbewegungen und Anspannungen der Kinnmuskel aufgezeichnet werden. Es wird auch ein EKG abgeleitet, um eventuell auftretende Herzrhythmusstörungen zu erkennen. Jenny über weitere Messungen: „Mithilfe eines Lagesensors wird beispielsweise die Körperlage aufgezeichnet. Und über einen Sensor am Hals und ein Raum-Mikrophon werden Schnarchgeräusche registriert.“

Erkenntnisreiche Nacht.
Durch die „Verkabelung“, insbesondere am Kopf und an der Brust, finde sicherlich eine gewisse Einschränkung der Bewegungsfreiheit statt, räumt der Facharzt für Lungenkrankheiten ein: „Um eine exakte Diagnose zu ermöglichen, muss der Patient das in Kauf nehmen. Bei besonders schlechter Schlafqualität teilen wir ihn jedoch für eine zweite Nacht ein.“ Die Aufzeichnungen liefern unter anderem Informationen über Schlafqualität und Schlafdauer, die von der Liegezeit im Bett zu unterscheiden ist. Eine der vielen weiteren Erkenntnisse betrifft die Atmung, ob eventuell eine Atemstörung besteht oder was die Ursache für das Schnarchen ist. Je nach Ergebnis erfolgt die Therapie. Liegt etwa eine neurologische Schlafstörung vor, wird der Patient an einen Neurolgen weitergeleitet. Handelt es sich um Beschwerden, die die Atmung betreffen, behandeln Dr. Jenny und sein Team.

Schlafhygiene.
„Bei Ein- und Durchschlafstörungen machen wir den Patienten etwa auf das Einhalten schlafhygienischer Maßnahmen aufmerksam. Dadurch kann übrigens Jeder seine Schlafqualität verbessern“, so Thomas Jenny. Neben Entspannungsverfahren, wie autogenes Training oder Biofeedback, geht es dabei um ausreichend Bewegung tagsüber, Vermeidung von Mittagsschlaf. Abends gilt es, auf schwere Speisen, Alkohol, Nikotin und Koffein zu verzichten. Das Schlafzimmer sollte frei von Alltagsproblemen sein. Auch Fernsehen oder Lesen im Bett ist für Viele nicht die richtige Art der Entspannung. Von Schlaftabletten rät Dr. Jenny ab: „Die regelmäßige Einnahme kann zu Abhängigkeit führen. Unser Ziel ist es, der Schlafstörung auf den Grund zu gehen und diese dann der Ursache entsprechend zu behandeln.“


„Ein gesunder Schlaf ist ein erholsamer Schlaf. Das bedeutet, man erwacht am nächsten Morgen ausgeruht und erholt und ist tagsüber normal leistungsfähig und frisch.“
Dr. Thomas Jenny

 

Kontaktdaten:

Dr. Thomas Jenny
Facharzt für Lungenkrankheiten
Oberarzt in der pulmologischen Abteilung im LKH Hohenems
Bahnhofstraße 31
6845 Hohenems
T: 05576 703 5502
E: thomas.jenny@lkhh.at

Schlaflabor im LKH Hohenems
T: 05576 703 5500


Buchtipps:

„Ratgeber Schlafstörungen: Informationen für Betroffene und Angehörige“ von Dieter Riemann (Verlag: Hogrefe-Verlag; 2003)

„So schlafen Sie gut!“ von Jürgen Zulley (Verlag: Zabert Sandmann GmbH; 2008)

„Die kleine Schlafschule: Wege zum guten Schlaf “ von Jürgen Zulley und Barbara Knab (Verlag: Herder; 2007)


Weiterführende Links:

Mini Med Studium: „Erholsame Nächte, erfolgreiche Tage – Lebenselixier Schlaf und seine Störungen“
 
Vortrag dazu von Univ.-Prof. Dr. Bernd Saletu, Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, AKH Wien, Institut für Schlafmedizin, Rudolfinerhaus
http://www.minimed.at/index.php?action=9&kat=63&thema=457&PHPSESSID=hfjhl86f9v20rbej2m11j5mdo4

Vortrag dazu von Univ.-Prof. Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz, Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, AKH Wien, Schlaflabor SALETU im Rudolfinerhaus Wien
http://www.minimed.at/index.php?action=9&kat=63&thema=661&PHPSESSID=40nkmhjn6nh246c024rk0m0286

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weiterführende links
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 Blasenentzündung
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Blasenentzündung
Bekanntes Frauenleiden

Egal, ob es sich um eine einmalig auftretende Blasenentzündung oder um chronische Infektionen der unteren Harnwege handelt, schmerzhaft und unangenehm ist es allemal. „Patienten klagen vor allem über einen ständigen Harndrang. Dementsprechend oft suchen sie die Toilette auf, obwohl die ausgeschiedene Urinmenge gering ist, das Wasserlassen brennt und auch Schmerzen im Unterbauch verursacht“, so Dr. Claudia Johler-Wackerle, Gynäkologin in Feldkirch. In den meisten Fällen werden Harnwegsinfektionen durch Bakterien hervorgerufen. Dabei handelt es sich um Keime, die natürlicherweise im Darm vorkommen, erklärt die Ärztin: „Wenn Bakterien jedoch über die Harnröhre in die Harnblase einwandern, können sie sich dort stark vermehren und in weiterer Folge das Gewebe entzünden.“

 

Wandernde Bakterien.

Von chronischen Blasenentzündungen spricht man dann, wenn sich die Blasenschleimhaut durch die Entzündung krankhaft verändert. Das kann bereits nach ein bis zwei Infekten, muss aber auch nach fünf Infekten nicht sein. Bei akuten Harnwegsinfekten helfen Antibiotika und obwohl die Behandlung drei bis fünf Tage dauert, heilen die Entzündungen bereits binnen zwei bis drei Tagen ab. Komplikationen kommen zwar selten vor, ausschließen kann man sie jedoch nicht. „Bakterien, die sich über die Harnwege ausbreiten, können zu einer Nierenbeckenentzündung führen. In weiterer Folge kann es sogar zu einer Blutvergiftung – in der Fachsprache Sepsis genannt – oder einer nachhaltigen Schädigung der Nieren kommen“, betont Claudia Johler-Wackerle.

 

Mütter haben Recht.

Sowohl in akuten Fällen, als auch zur Vorbeugung müssen die Harnwege durch regelmäßiges Wasserlassen durchgespült werden. Dadurch kann verhindert werden, dass sich Keime in der Blase festsetzen. Zusätzlich zu dieser körpereigenen Funktion sollte man zwischen zwei und drei Litern trinken, wobei ungesüßter Kräutertee und Wasser kalten Getränken vorzuziehen sind. Vorbeugend wird empfohlen, sich stets der Jahreszeit passend zu kleiden. Mütter haben also nicht ganz Unrecht, wenn sie ihren Töchtern sagen: „Lauf nicht immer bauchfrei herum.“ Laut Johler-Wackerle begünstigen Unterkühlungen nämlich Infekte: „Man sollte Kälte und auch Nässe, beispielsweise nasse Badekleider, vermeiden.“

 

Preiselbeeren & Co.

Neben einer gesunden Lebensweise und der Stärkung der Abwehrkräfte durch eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, schwören Viele auf Preiselbeeren. Auch die Feldkircher Gynäkologin empfiehlt Preiselbeer-Produkte zur Vorbeugung, denn sie fördern die Durchspülung. Außerdem enthält beispielsweise Preiselbeersaft natürliche Wirkstoffe, die das Anhaften von Bakterien an die Blasenwand verhindern. Ebenso können andere Pflanzenextrakte wahre „Naturwunder“ bewirken: So bekämpft Bärentraubenblättertee Bakterien und spezielle Blasen- sowie Nierentees, die Pflanzenextrakte wie Brennessel, Birke, Schachtelhalm oder Wacholder enthalten, regen die Harnproduktion an.

 

Kontaktdaten:

Dr. Claudia Johler-Wackerle
FÄ für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Marktplatz 11
6800 Feldkirch
T: 05522 70100

 

Buchtipps:

„Endlich Schluss mit Blasenentzündungen: Das Wirksamste aus Schulmedizin und Naturheilkunde“ von Silvia Knöpfel (Verlag: Trias, 2003)

„Blasenentzündung: Anleitung zur Selbsthilfe“ von Angela Kilmartin (Verlag: Trias, 2002)

„Blasenentzündungen, Blasenschmerzen... damit müssen Sie nicht leben!“ Ärztlicher Ratgeber von Ines Ehmer (Verlag: Zuckerschwerdt; 2008)

 

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 Diabetes
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Diabetes
Wenn der Schlüssel nicht passt

In Maßen genossen, ist Zucker gut bzw. benötigt der Mensch sogar Zucker und zwar als Energielieferant. Durch die Nahrung gelangt Zucker ins Blut und lässt so den Blutzuckerspiegel ansteigen. Als Reaktion produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, das ebenfalls ins Blut ausgeschüttet wird und in weiterer Folge wie ein „Schlüssel“ wirkt, erklärt Dr. Franziska Wagner, Assistenzärztin an der Diabetesambulanz am Krankenhaus Dornbirn: „Insulin öffnet dem Zucker quasi die Türen zu den Zellen, wo dieser in Energie umgewandelt wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder.“ Bei Diabetikern wirkt das Insulin jedoch nicht so, wie es sollte oder es wird zu wenig ausgeschüttet.

 

Diabetiker-Typen.

Diabetes ist eine Erbkrankheit und wird grob in zwei Gruppen eingeteilt. Beim Typ I produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Hingegen sind Typ-II-Diabetiker meist übergewichtige Menschen. Da Insulin aber nicht mit dem Körpergewicht mitwachst, produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin für das zu hohe Körpergewicht bzw. wirkt das gebildete Insulin nicht mehr so gut. Ein weiterer Unterschied besteht in der Vorbeugung, erklärt Wagner: „Typ-I-Diabetiker können die Krankheit nicht abwehren. Wenn man jedoch weiß, dass Typ II in der Familie liegt, sollte man umso mehr auf einen gesunden Lebensstil achten.“ Aber auch ohne erbliche Vorbelastung kann man Typ-II-Diabetes bekommen. Tendenz stark steigend. Bedenklich: Es handelt sich hierbei immer öfter um übergewichtige bzw. fettleibige Kinder und Jugendliche – nicht mehr nur um Erwachsene.

 

Verschiedene Insulintherapien.

Für die Behandlung stehen verschiedene Therapien zur Verfügung. Einige Patienten nehmen Tabletten, die die eigene Insulinproduktion unterstützen. Andere spritzen sich vor jeder Mahlzeit und teils auch morgens sowie abends Insulin. Ein Typ-I-Diabetiker benötigt immer Insulin. Insbesondere für diese Fälle gibt es die Möglichkeit einer Pumpe, die zwar den Insulinbedarf nachvollzieht, vom Patienten allerdings selbst bedient werden muss. „Welche Therapie angewendet wird, hängt vom Typ ab und auch vom Wunsch sowie Lebensstil des Patienten. Die Einhaltung einer Diät richtet sich nach der gewählten Therapieform“, betont Franziska Wagner.

 

Chance auf Besserung.

In den meisten Fällen des Typ-II-Diabetes kommt es im Laufe der Erkrankung zu einer Verschlechterung. Doch es bestehe auch die Chance auf Besserung, so Wagner: „Eine Behandlung in Kombination mit einer Veränderung des Lebensstils, das heißt, einer ausgewogener und gesunder Ernährung, Gewichtsabnahme, Fettabbau und ausreichend Bewegung, kann kleine Wunder bewirken.“ Voraussetzung dafür: Die Patienten müssen verstehen, was im Körper passiert, wenn sie Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße zu sich nehmen und welche Funktion das Insulin hat.

 

Kontaktdaten:

Dr. Franziska Wagner
Ärztin für Allgemeinmedizin,
in Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin
am Krankenhaus Dornbirn
T: 05572 303-2690
E: franziska.wagner@dornbirn.at
H: krankenhaus.dornbirn.at

Diabetesambulanz am Krankenhaus Dornbirn
Öffnungszeiten: Di, 14.00 – 16.00 Uhr
Termine nach Vereinbarung
T: 05572 303-2666
Lustenauerstraße 4
6850 Dornbirn

Alle Diabetesambulanzen in Vorarlberg
Siehe: http://www.oedg.org/ambulanzen_vlbg_e.html

ADA – Aktive Diabetiker Austria, Vorarlberg
Selbsthilfegruppe, die einerseits aus passiven Zuckerkranken aktive Diabetiker macht (auch aus denjenigen, die von ihrer Diabetes noch nichts wissen), andererseits gesunden Menschen hilft, gesund zu bleiben. http://www.aktive-diabetiker.at
Kontakt: Arthur Walter
Galuragasse 6,
6800 Feldkirch
T: 05522 78510
M: 0699 17851000
E: bazora@vol.at

 

Buchtipps:

„Leichter leben mit Typ 2 Diabetes: Optimale Blutzuckereinstellung mit der neuen Spezialkost Ernährungstipps für dauerhaftes Abnehmen“ von Ulrich Graf (Verlag: Droemer/Knaur, 2005)

„Plötzlich Diabetes: Und wie ich mich davon wieder befreien konnte“ von Jutta Schütz (Verlag: Tredition GmbH, 2008)

„Diabetes-Handbuch: Eine Anleitung für Praxis und Klinik“ von Bernhard O. Böhm und Peter Hien (Verlag: Springer, Berlin; 2007)

 

Weiterführende Links:

Österreichische Diabetesgesellschaft http://www.oedg.org

Österreichische Diabetikervereinigung http://www.diabetes.or.at

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weiterführende links
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 Heilfasten
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Fasten nach F.X.Mayr
Schonung, Säuberung, Schulung

Wie bei allen Arten des Heilfastens, geht es auch bei der F.X.Mayr-Kur nicht ums Abnehmen, obwohl es für viele eine positive Begleiterscheinung ist. Ziel ist es vielmehr, den Darm schonend zu säubern sowie den Körper zu reinigen. Dr. Claudia Zehenter hat sich unter anderem auf die Therapie nach F.X. Mayr spezialisiert: „Wesentliche Vorteile sind die individuelle Anwendungsmöglichkeit und die vielfältigen Wirkungsfelder. Sehr oft wird diese Art des Fastens mit Milch und alten Semmeln in Verbindung gebracht. Dies waren auch die Grundlagen vor mehr als 100 Jahren. Heute ist diese Methode verfeinert und wird in einer Vielseitigkeit angewendet, die weit mehr als nur Gewichtsabnahme und Entschlackung bringt.“

 

Dinkelfladen und Milch.

Die klassische Milch-Semmel-Kur macht fast niemand mehr. Besonders in der heutigen Zeit, wo viele Patienten an Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, wäre dieser Ansatz zu einfach. Claudia Zehenter testet bei ihren Patienten meist kinesiologisch aus, ob Unverträglichkeiten vorhanden sind und stellt daraufhin einen individuellen Diätplan zusammen. Ihre Patienten fasten meist mit Dinkelfladen und einer so genannten Eiweißzulage wie Joghurt, Hüttenkäse, Milch oder Schaf- bzw. Ziegenfrischkäse. Gute Erfahrungen macht die Feldkircher Ärztin auch mit einer Kombination aus Pellkartoffeln und Eiweißzulagen.

 

Vorkur.

In einem Erstgespräch informiert sich Dr. Zehenter über Motivation, Gründe und wesentliche Grundbeschwerden, die den Patienten zu dieser Kur veranlassen: „Dabei ergibt sich ein wichtiges Bild, wie der Kurablauf zu gestalten ist. In dieser Phase wird auch entschieden ob es Gründe gibt, dass jemand die Kur nicht machen sollte.“ In der so genannten Vorkur bzw. Vorbereitungswoche werden bestimmte Lebensmittel weggelassen. Auf dem Speiseplan steht dann leichte Kost ohne Kaffee, Alkohol, Rohkost und Süßigkeiten. Die Mayr-Kur selbst dauert dann meist zwei Wochen.

 

Alte Essensmuster ablegen.

Sehr wichtig sind regelmäßige Bauchbehandlungen, die eine Lymphdrainage für den Dünndarm darstellen und die Möglichkeit bieten, den Heilungsverlauf zu überprüfen. Oft ist es in diesem Abschnitt der Kur wichtig, zusätzlich pflanzliche Medikamente zur Regeneration der Darmflora zu verabreichen, erklärt die Expertin: „In dieser Phase können andere Darmbelastungen, wie Pilzerkrankungen etc., gut erkannt und behandelt werden. Viel Luft im Darm kann beispielsweise ein Hinweis auf solche Pilzbelastungen sein.“ Das Abschlussgespräch soll den Patienten helfen, nicht sofort in ihr bisheriges Essensmuster zurückzufallen. „Ideal wäre, wenn man diese Kur jährlich macht und in der Folge seinen Ernährungsalltag jedes Jahr etwas mehr verbessert. Besser Kauen, langsamer essen, damit das Sättigungsgefühl eintreten kann und nicht darüber hinaus essen, helfen dabei“, so Zehenter.

 

Kontaktdaten:

Dr. Claudia Zehenter
Ärztin für Allgemeinmedizin
Waldfriedgasse 2, Villa Menti Plaza
6800 Feldkirch
T: 05522 766 766
E: dr.claudia.zehenter@aon.at
H: www.zehenter.eu

 

Buchtipps:

„F.X.Mayr: Medizin der Zukunft. Fit, vital und leistungsstark durch ein gesundes Verdauungssystem“ von Harald Stossier und Monika von Hahn (Verlag: Haug Sachbuch, 2008)

„Schnell & einfach, Milde Ableitungsdiät“ von Erich Rauch und Peter Mayr (Verlag: Karl F. Haug Fachbuchverlag, 2006)

„Ganz Frau und ganz gesund mit F. X. Mayr: PMS, ungewollte Kinderlosigkeit, Wechseljahresbeschwerden. Wie die moderne F. X. Mayr-Medizin bei Frauenbeschwerden hilft von Irmgard Zierden undHarald Stossier (Verlag: Haug Sachbuch, 2004)

 

Weiterführender Link:

Internationale Gesellschaft der F.X. Mayr-Ärzte: Alles über die Kur, eine Liste von ausgebildeten Ärzten und zertifizierte Zentren, Informationen über Rezepte, Literatur, Vorträge und andere Aktivitäten sowie ein Forum. http://www.fxmayr.com

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 Kinder impfen
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Lasse ich mein Kind impfen?
Wie auch immer sich die Eltern entscheiden

Es ist ein schwieriges Thema, an dem sich die Geister scheiden – insbesondere die der Eltern kleiner Kinder. Es geht um die Frage: „Soll mein Kind geimpft werden?“ Die einen antworten mit einem deutlichen „Ja“ und lassen ihre lieben Kleinen gegen Keuchhusten, Masern, Röteln und andere Infektionskrankheiten pieksen. Die anderen wiederum sind strikt dagegen, weil sie Nebenwirkungen befürchten. Für die Dornbirner Kinderärztin Dr. Christiane Rhomberg ist der Fall klar: „Ich empfehle es, Kinder zu impfen. Schon beim ersten Gespräch versuche ich, die Eltern so gut wie möglich über die verschiedenen Impfungen aufzuklären. Entscheiden müssen es schlussendlich aber immer die Eltern.“


Krankheiten werden unterschätzt.

In Summe gesehen sind Impfungen um vieles ungefährlicher als die Erkrankungen selbst. Zudem sind die Impfstoffe sehr strengen Kontrollen unterworfen. Trotzdem können hin und wieder Nebenwirkungen, wie leichtes Fieber, Rötungen oder Ausschläge, auftreten. Christiane Rhomberg dazu: „Leider werden Infektionskrankheiten unterschätzt, aus dem einfachen Grund, da man die meisten heute gar nicht mehr kennt.“ So kann es beispielsweise zu schweren Komplikationen kommen. Die Krankheiten können aber auch bleibende Schäden verursachen oder gar tödlich verlaufen. „Ich will keine Panik verursachen, sondern einfach nur auf die Gefährlichkeit hinweisen“, betont die engagierte Kinderärztin.


Laut Impfplan.

Wenn sich Eltern für das Impfen entscheiden, geht Dr. Rhomberg meist nach dem jährlich aktualisierten Impfplan vor. Demnach fängt man in der siebten Lebenswoche mit der Schluckimpfung gegen Rotavirus an. Danach geht es im dritten, fünften und siebten Lebensmonat sowie im zweiten Lebensjahr mit den Stichimpfungen gegen Diphterie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenza Typ B und Hepatits B. Zweijährige werden dann auch gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Impfungen – beispielsweise gegen Windpocken oder auch Grippe –, die jedoch nicht von der öffentlichen Hand bezahlt werden.

Eltern entscheiden.

Da der Impfschutz ohne Auffrischung nicht mehr hundertprozentig garantiert werden kann, sollte man sich danach auch weiterhin an den Impfplan halten. Natürlich kommt es vor, dass ein Kind nicht geimpft ist und trotzdem keine der Infektionskrankheit bekommt. Christiane Rhomberg: Das liegt allerdings nicht daran, dass dieses Kind immun ist, sondern weil es keinen Kontakt zu Kindern hat, die die Krankheitserreger in sich tragen.“ Anders gesagt: Man kann sich nicht darauf verlassen, dass alle anderen Kinder geimpft sind und das eigene deshalb keine der genannten Krankheiten einfängt. „Wenn sich Eltern aber dagegen entscheiden, muss ich das akzeptieren“, so Rhomberg.
 


Kontaktdaten:

Dr. Christiane Rhomberg
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Marktplatz 6, 2. Stock
6850 Dornbirn
T: 05572 37 22 11
E: praxis@Doktor-Rhomberg.at
H: www.Doktor-Rhomberg.at

 
Buchtipps:

„Impfen Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung“ vom renommierten Kinderarzt Martin Hirte (Verlag: Droemer/Knaur, 2008)

„Das Kinder-Gesundheitsbuch: Kinderkrankheiten ganzheitlich vorbeugen und heilen“ von Jan Vagedes und Georg Soldner – Deutschlands bekannteste Kinderärzte mit anthroposophischem Ansatz (Verlag: Graefe und Unzer Verlag, 2008)


Weiterführende Links:

Bundesministerium für Gesundheit
http://www.bmgfj.gv.at

Allgemeine Informationen über Impfungen
http://www.bmgfj.gv.at/cms/site/standard.html?channel=CH0953&doc=CMS1239275060666

BabyCenter Österreich: Sind Impfungen für Kinder ungefährlich?
http://www.babycenter.at/baby/gesundheit/impfung_ungefaehrlich/






 

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 burn-out
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Burn-Out
...oder vielleicht doch nur müde?

Burn-Out wird als Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit beschrieben. Laut Dr. Andreas Gruber, Facharzt für Psychiatrie in Dornbirn, ist es jedoch ein „netterer“ Begriff für eine Depression: „Die Symptome sind dieselben wie bei einer Depression, aber anscheinend klingt Burn-Out besser. Fälschlicherweise sehen es viele auch folgendermaßen: Den Depressiven wird oft vorgeworfen, faul zu sein. Lautet die Diagnose hingegen Burn-Out-Syndrom, ernten die Betroffenen fast etwas wie Anerkennung.“ Je nach persönlicher Belastbarkeit tritt ein Burn-Out früher oder später oder überhaupt nicht auf. Die Symptome entwickeln sich schleichend und werden daher anfangs meist nicht ernst genommen.


Erste Warnsignale.

Schlafstörungen, Schwächegefühle, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen sind erste Anzeichen für ein Burn-Out. Diese machen sich häufig nach Urlauben oder verlängerten Wochenende bemerkbar. Weiters verlieren die Betroffenen die Lust an ihrer Arbeit, sind manchmal zynisch, innerlich angespannt, teils sogar aggressiv und bringen weniger zustande. Damit beginnt eine Art Teufelskreis, denn diese Menschen haben in der Folge stets das Gefühl zu wenig zu leisten, können nicht abschalten und sich nicht mehr erholen. Gruber: „Kritisch wird es, wenn persönliche Bedürfnisse, soziale Kontakte, aber auch die Familie vernachlässigt werden, wenn man beginnt sich abzuschotten oder schlichtweg die Energie für körperliche Betätigung fehlt.“

Entspannen lernen.

Die Behandlung eines Burn-Outs verläuft sehr unterschiedlich und es kommt im Großen und Ganzen darauf an, in welchem Stadium sich der Patient befindet. Bei schweren Fällen muss der Betroffene oft aus dem Arbeitsprozess herausgenommen, medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden oder sogar einen Krankenhausaufenthalt in Kauf nehmen. Bei leichteren Fällen reicht oft schon eine Verhaltensveränderung aus. „Schlussendlich geht es bei allen Burn-Out-Patienten darum, dass sie lernen abzuschalten und sich zu erholen, etwa durch Autogenes Training, Yoga oder andere Entspannungsmethoden. Die im Zusammenhang mit dem andauerndem „sich den Kopf zerbrechen“ oft auftretenden Spannungskopfschmerzen sprechen auf Massagen gut an. Ziel jeder Behandlung muss sein, dem Betroffenen Hilfsmittel in die Hand zu geben, durch die er sich selbst helfen kann. Über die so genannte Psychoedukation wird ein Zugang zur Psychohygiene geschaffen und dadurch die psychosoziale Gesundheit gefördert“, erklärt Andreas Gruber.


Damit es gar nicht erst soweit kommt...

Obwohl meist Führungskräfte, die häufig Überstunden machen und zum Perfektionismus neigen, ein Burn-Out erleiden, betont der Psychiater, dass Burn-Out keine „Managerkrankheit“ ist: „Es kann Jeden treffen. Auch Mütter sind ‚Manager’ – oft allein erziehend und nebenher berufstätig. Sie haben sehr oft mit einer Doppelbelastung zu kämpfen und  keine Zeit für sich selber.“ Aber auch von Arbeitslosigkeit Betroffene und Menschen in schwierigen Arbeitsverhältnissen sind häufig gefährdet. Damit es gar nicht erst zu einem Burn-Out kommt, sollte man sich und den eigenen Körper wertschätzen. Die Arbeitgeber sollten für ein angenehmes Arbeitsklima sorgen und ihren Mitarbeitern stetig Feedbacks geben. Und damit man abends besser abschalten kann, kennt Gruber einen einfachen Trick: „Jeden Abend erstellt man einen Plan für den nächsten Tag. Dabei ist es wichtig, dass man sich nicht zu viel vornimmt und Pausen einberechnet“, so Gruber.




Kontaktdaten:

Dr. Andreas Gruber
Facharzt für Psychiatrie
Kreuzgasse 15
6850 Dornbirn
T: 0650 36 40 501
E: ordination@drgruber.info
H: http://www.drgruber.info
 


Buchtipps:

„Wege aus dem Burnout: Möglichkeiten der nachhaltigen Veränderung“ von Jörg-Peter Schröder (Verlag: Cornelsen Verlag Scriptor, 2008)

„30 Minuten gegen Burn-out“ von Frank Berndt (Verlag: GABAL-Verlag, 2008)

„Burn-out: Wenn Frauen über ihre Grenzen gehen“ von Sabine Fabach (Verlag: Orell Fuessli, 2007)

„Burnout-Prävention: Das 9-Stufen-Programm zur Selbsthilfe“ von Thomas M. H. Bergner (Verlag: Schattauer, 2007)


Weiterführender Link:

Kooperative Burn-Out: Informationsplattform zum Thema Burn-Out
http://www.burn-out.at

Mini Med Studium Österreich: „Burnout – erkennen und bewältigen“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=225





 

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 Empfängnis natürlich regeln
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Sprache des Körpers verstehen

Für viele Frauen ist es normal, ein Leben lang die Pille zu schlucken oder mittels Spirale, Kondom & Co. zu verhüten. Einige entscheiden sich aber für einen natürlichen Weg der Empfängnisregelung. Dr. Michaela Rhomberg berät Paare hinsichtlich der Anwendung der so genannten Sympto-thermalen Methode und hilft Frauen dadurch, sich und ihren Körper besser kennen zu lernen: „Natürliche Empfängnisregelung, kurz NER, bedeutet, dass man mit demselben Wissen sowohl eine Schwangerschaft anstreben als auch vermeiden kann. NER beruht auf der wissenschaftlichen Tatsache, dass während des weiblichen Zyklus’ fruchtbare und unfruchtbare Zeiten beobachtet werden können.“

 

Fruchtbare und unfruchtbare Tage.

Als wichtigstes Zeichen für fruchtbare Tage gilt der Zervixschleim, der im Hals der Gebärmutter gebildet wird. „Frauen lernen, die Beschaffenheit des Schleims richtig zu interpretieren. Zusätzlich misst man die Körpertemperatur gleich nach dem Aufwachen. Um die Zeit des Eisprungs steigt die Aufwachtemperatur an und es können sicher unfruchtbare Tage bestimmt werden“, erklärt Rhomberg. Das Beobachten und Aufzeichnen aller Daten mag anfangs kompliziert und aufwändig erscheinen. Mit der Zeit werde es jedoch selbstverständlich, so die Bludenzer NER-Expertin: „Die Sprache des Körpers zu verstehen, ist ein wichtiges Gut. In Kursen vermitteln wir alle dazu nötigen Kenntnisse.“

 

Für Jede(n) das Richtige.

Wenn sich ein Paar für NER entscheidet, spielt die Unterstützung des Partners eine wesentliche Rolle. Laut Dr. Rhomberg nehmen auch viele interessierte Männer an den Kursen teil: „Männer sind teils sehr gut darin, die Temperaturkurve zu interpretieren und übernehmen daher auch manchmal die Aufzeichnungen.“ Die Sympto-thermale Methode eignet sich auch für Frauen, die ihre Tage nicht regelmäßig bekommen. „Im Vorfeld sollten jedoch die Ursachen für den unregelmäßigen Zyklus abgeklärt werden. Hormonelle Störungen können meist medizinisch behandelt werden. Aber auch alleine durch das Beobachten des eigenen Körpers treten bei manchen Frauen regelmäßige Zyklen ein“, so Rhomberg.

 

Kurse für Erwachsene und Kinder.

Michaela Rhomberg ist auch in der Jugendarbeit tätig und bietet, wie auch andere Referenten, mit teenstar ein sexualpädagogisches Programm an, das für Mädchen und Burschen verschiedener Altersstufen schulisch oder außerschulisch durchgeführt werden kann. Es ist ganzheitlich sowie körperbezogen und bezieht auch die Eltern durch Elternabende mit ein. Rhomberg: „Dabei geht es um Körperbeobachtung und Wertschätzung. Jugendliche bekommen so einen besseren Zugang zu ihrem Körper und das stärkt ihr Selbstwertgefühl.“ Im Juni beenden erstmals Eltern, Lehrer und Erwachsene, die mit jungen Menschen arbeiten, ein teenstar-Ausbildungsseminar. Ein Zertifikat berechtigt danach, teenstar-Kurse für Jugendliche zu leiten.

 

Kontaktdaten:

Dr. Michaela Rhomberg
NER-Expertin Fachärztin für Pathologie (LKH Feldkirch)
T: 05552 323 26
E: michaela.rhomberg@aon.at

 

teenstar: Sexualpädagogik als Beitrag zur Persönlichkeitsbildung
Christian Ortner
Wälderstraße 9a
6850 Dornbirn
T: 0650 225 46 38
E: vorarlberg@teenstar.at
H: http://www.teenstar.at

 

Ehe- und Familienzentrum Feldkirch
Herrengasse 4
6800 Feldkirch
T: 05522 741 39
H: http://www.efz.at

 

Buchtipps:

„Natürliche Empfängnisregelung. Die sympto-thermale Methode – Der partnerschaftliche Weg“ von Prof. Dr. Josef Rötzer (Verlag: Herder, 2008)

„Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung“ von Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Hermann, Günter Freundl und Thomas Strowitzki (Verlag: Springer , 2008)

„Natürlich und Sicher. Das Arbeitsheft: Natürliche Familienplanung – Mit Zyklusbeispielen von Pubertät bis Wechseljahre“ von Siegfried Baur, Petra Frank-Hermann, Elisabeth Raith-Paula und Ursula Sottong (Verlag: Trias, 2008)

 

Weiterführender Link:

Institut für Natürliche Empfängnisregelung:
Gemeinnützige Institution, die 1986 zur Förderung der natürlichen Empfängnisregelung von Prof. Dr. Josef Rötzer gegründet wurde. http://www.iner.org

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 Raucherlunge - COPD
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„Raucherlunge“
Immer mehr Raucher leiden an COPD

Griffen früher meist nur Männer zur Zigaretten, rauchen heute genauso viele Frauen bzw. auch Mädchen. Als Folge erkranken immer mehr an der „chronisch obstruktiven Lungenerkrankung“ oder kurz COPD (Englisch: „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“). In Österreich leidet rund ein Viertel der Raucher über 40 Jahren an der umgangssprachlich auch „Raucherlunge“ genannten Krankheit. Laut Dr. Andrea Keckeis, Fachärztin für Lungenkrankheiten, gibt es drei klassische Symptome für COPD: Husten, Auswurf und Atemnot. „Tritt eines dieser Symptome oder alle zusammen über mehrere Jahre auf, raucht derjenige aktuell oder hat er in der Vergangenheit geraucht, muss man immer an COPD denken.“

 

Wie gefangene Luft.

Bei COPD handelt es sich um eine chronische, also lang andauernde Erkrankung der Bronchien sowie des Lungegewebes, so Keckeis: „Am Ende der Bronchien befinden sich die so genannten Lungenbläschen. Von dort gelangt der Sauerstoff über die kleinsten Arterien in jedes Organ bzw. jedes einzelne Körpergefäß. Quasi als Abfallprodukt entsteht dabei das Kohlendioxid, das jedoch wieder ausgeatmet wird. Bei COPD-Patienten funktioniert dieser Vorgang nicht richtig und so bleibt vermehrt Luft und somit auch Kohlendioxid im Körper.“ Betroffene klagen über Atemnot oder haben das Gefühl, als wäre die Luft in der Lunge gefangen. Anfangs führen nur starke körperliche Belastungen zu Atemschwierigkeiten, bei weit fortgeschrittener Erkrankung reicht jedoch schon die geringste Betätigung, beispielsweise wenn man sich vom Stuhl erhebt, aus.

 

Lebensstil ändern.

„COPD verursacht Schädigungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die Behandlung zielt daher lediglich darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen“, stellt die Bludenzer Fachärztin fest. Trotzdem kann eine Therapie die Lebensqualität eines Patienten verbessern, allerdings nur, wenn er seinen Lebensstil von Grund auf ändert. Neben einer medikamentösen Therapie, besteht der erste Schritt darin, das Rauchen aufzugeben. Auch das Passivrauchen sollte möglichst verhindert werden. Zudem spielt regelmäßige, körperliche Bewegung eine zentrale Rolle bei der Behandlung. Durch Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen stärken COPD-Patienten Herz und Muskulatur, als Folge nimmt die Atemnot ab.

 

Letzte Zigarette.

Im Großen und Ganzen ist COPD eine Raucherkrankheit, auch wenn nicht jeder Raucher daran erkrankt. Die Widerstandsfähigkeit gegen die Schädigungen durch den Zigarettenkonsum ist nämlich individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dass das Risiko jedoch mit jeder weiteren – ob aktiv oder passiv gerauchten – Zigarette zunimmt, steht allerdings außer Frage. Je eher man also das Rauchen aufgibt, desto besser. „Es ist möglich, das Rauchen aufzugeben. Man muss es allerdings wirklich wollen“, so Keckeis.

 

Kontaktdaten:

Dr. Andrea Keckeis
Fachärztin für Lungenkrankheiten
Werdenbergerstraße 26 6700 Bludenz
T: 05552 68777

 

Buchtipps:

„100 Fragen zum Thema COPD: Ein Ratgeber für Patienten und Angehörige“ von Jan Baltsch (Verlag: Dustri , 2008)

„Luft ist Leben“ von Michael Prittwitz, Albert Hirschbichler, Jutta Lauber (Verlag: Gratz-Tonrath & Prittwitz, 2004):

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium Österreich: „COPD – Die unterschätzte Gefahr: Jede/r Zehnte leidet an der Raucherlunge“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=535

Mini Med Studium Österreich: „COPD, die Raucherlunge, trifft immer öfter auch Nichtraucher! Was kann man dagegen tun?“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=602

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 Homöopathie
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Seele gesund – Körper gesund
Wie Homöopathie hilft

Homöopathen werden heute zwar nicht mehr als „Quacksalber“ bezeichnet. Trotzdem ist das Wartezimmer von Dr. Jutta Gnaiger-Rathmanner, Homöopathin in Feldkirch, zu Beginn einer Grippewelle nicht berstend voll: „Viele Patienten kommen erst zu mir, wenn sie sich beispielsweise von einer Grippe lange nicht erholen. Dann sind die sie oft schon sehr erschöpft und weisen teils ausgeprägte und außergewöhnliche Symptome auf.“ In diesen Fällen, aber auch bei akuten Erkrankungen, die einen abnormalen Verlauf nehmen, gilt es Körper, Geist und Seele mithilfe der Ordnungs- oder Lebenskräfte in Einklang zu bringen. Das klingt abstrakt, bedeutet aber nichts anderes, als dass mit den Selbstheilungskräften, über die jeder Mensch verfügt, gearbeitet wird.


Körper heilt sich selber.

Homöopathie wirkt also insbesondere bei Krankheiten, bei denen sich der Körper selber heilen kann. Bei einem Beinbruch funktioniert das beispielsweise nicht, da muss zuerst der Chirurg ran. Im anschließenden Heilungsverlauf sowie bei langwierigen, immer wiederkehrenden oder chronische Erkrankungen kann der Homöopath hingegen sehr oft helfen, indem er die körpereigenen Energien aktiviert. Beispiele: Erholungsphasen nach einer Grippe, Allergien, Infektneigungen, Spannungskopfschmerzen, Regelstörungen oder Beschwerden in den Wechseljahren, Rheuma, Asthma, Depressionen, aber auch als unterstützende Therapie während einer Krebsbehandlung. Und: Homöopathische Arzneien, also Globuli, werden auch oft Kindern und Schwangeren verschrieben.


Hauptwerkzeug: Das Gespräch.

Zu Beginn einer homöopathischen Behandlung steht ein ausführliches Erstgespräch, das gut eine Stunde dauert. „Das Gespräch ist im Grunde unser Hauptwerkzeug, durch das wir den Patienten zum sprechen animieren und somit seine Krankheitsgeschichte erfahren. Außerdem aktivieren wir dadurch und zusammen mit der individuellen Arznei seine Selbstheilungskräfte“, erklärt die seit über 25 Jahren praktizierende Homöopathin. Dass man sich auf dieses erste Treffen vorbereitet, sich Gedanken und Notizen über alte, eventuell in Vergessenheit geratene Beschwerden macht, ist eine Voraussetzung.


Zuerst die Seele.

Jeder Mensch ist ein Ganzes bestehend aus Körper, Seele und Geist. Daher werden bei der Diagnose auch nicht nur die körperlichen Daten berücksichtigt, sondern auch der biographische Background, der Körperbau und ebenso die seelische Geschichte des Patienten. Im Grunde geht es in der Homöopathie in erster Linie um die Seele, so Gnaiger-Rathmanner: „Bevor sich der Körper heilen kann, muss die Seele geheilt werden. In der Seele ist alles gespeichert, was man erlebt hat. Die Seele kennt keine Zeit, sie kann nicht vergessen, sie kann sich mit Vergangenem lediglich versöhnen.“ Womit wir wieder bei den Selbstheilungskräften wären, die nur darauf warten, angezapft zu werden.

 

Kontaktdaten:

Dr. Jutta Gnaiger-Rathmanner
Praktische Ärztin, Homöopathie
Diplom der Österreichischen Ärztekammer für Homöopathie sowie für
Diagnostik und Therapie nach F. X. Mayr
Wahlarztpraxis
Hirschgraben 15
6800 Feldkirch
T: 05522 72097
F: 05522 72097-6
http://www.dr-jutta-gnaiger.info/


Buchtipps:

„Homöopathie. Großer GU Kompass“ von Sven Sommer (Verlag: Gräfe & Unzer, 2008)
„Homöopathie“ von Werner Stumpf (Verlag: Verlag: Gräfe & Unzer, 2008)
„Das große Lexikon der Homöopathie: Wirkstoffe und Heilmethoden“ von Andrew Lockie (Verlag: Dorling Kindersley, 2007)


Weiterführende Links:

Internetportal der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM)
www.homoeopathie.at

Mini Med Studium Österreich: „Ähnliches muss durch Ähnliches geheilt werden. Die Homöopathie“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=275

Mini Med Studium Österreich: „Die Homöopathie. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=550

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 Vorsorge: Gebärmutterhalskrebs
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HPV-Impfung und PAP-Abstrich

Gebärmutterhalskrebs zählt in Österreich mit jährlich rund 440 neuen Fällen nicht zu den häufigsten Krebserkrankungen. Dennoch – oder besser: gerade deswegen läuten bei der Bregenzer Gynäkologin Dr. Susanne Fischer sämtliche Alarmglocken: „Es wird viel zu unsensibel mit diesem heiklen Thema umgegangen. Junge Menschen sollten viel aufmerksamer sein und ihrem Körper gegenüber wachsamer werden.“ Seit über zwei Jahren besteht die Möglichkeit, sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen. Allerdings ist die HPV-Impfung sowohl seitens der Medien als auch seitens Forscher und Mediziner mehr und mehr in Kritik geraten. Fischer kann dies allerdings nicht nachvollziehen: „Für mich macht die Impfung als präventive Maßnahme durchaus Sinn. Meines Wissens wird sie auch vom Großteil der Vorarlberger Gynäkologen empfohlen.“

 

HPV-Impfung für alle.

Die HPV-Impfung ist derzeit für Frauen unter 26 Jahren zugelassen. Ginge es nach der Bregenzer Frauenärztin, wäre die Impfung jedoch Teil des Kinderimpfprogramms – zumindest aber sollte man sich vor dem ersten sexuellen Kontakt impfen lassen. Buben eingeschlossen, denn: „Humane Papillomaviren (HPV) wurden auch bei Peniskarzinomen, Analkarzinomen sowie Speiseröhrenkrebs nachgewiesen. Und diese Krebsarten betreffen ja nicht nur Frauen, sondern eben auch Männer“, erklärt Fischer. Eine Aufnahme in das Impfprogramm ist derzeit allerdings genauso wenig in Planung, wie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Daher entscheiden sich auch viele gegen die Impfung – verständlicherweise: Kosten die drei Teilimpfungen doch insgesamt fast 600,- Euro.

 

Routinemäßige Krebsabstriche.

Sexuell aktive Frauen sollten jährlich einen Krebsabstrich durchführen lassen, ab dem 35. Lebensjahr halbjährlich – so die internationale Empfehlung. Die so genannten PAP-Abstriche werden von der Krankenkasse bezahlt. Werden HP-Viren nachgewiesen, müssen halbjährliche Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden. Dadurch werde beobachtet, ob sich Zellen verändern, so Dr. Susanne Fischer: „HP-Viren zu haben, bedeutet nicht zwingend, dass man auch an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Einige Frauen leben sozusagen in friedlicher Ko-Existenz mit den Viren. Entscheidend ist, ob es zu Zellveränderungen kommt.“

 

Vorstufen rechtzeitig identifizieren.

Der PAP-Abstrich kann einen Hinweis auf HP-Viren geben. Sind Viren vorhanden, müssen diese eingehend untersucht und somit näher spezifiziert werden. Durch regelmäßig, also (halb-)jährlich durchgeführte PAP-Abstriche, können immerhin Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses rechtzeitig identifiziert werden. Dass auch hier „je früher, desto besser“ gilt, versteht sich von selbst. Die Untersuchungsergebnisse werden – grob gesagt – in fünf Stadien eingeteilt. „Für Laien ist diese Unterteilung recht kompliziert. Daher erkläre ich betroffenen Patientinnen immer in sehr beruhigender Art und Weise, was das jeweilige PAP-Stadium bedeutet. Panikmache ist dabei tabu“, betont Fischer.

 

Kontaktdaten:

Dr. Susanne Fischer
Gynäkologin
Maurachgasse 19
6900 Bregenz
T: 05574 58020
www.dr-fischer.co.at
ordination@dr-fischer.co.at

 

Buchtipp:

„Teuflischer Stock - Gebärmutterhalskrebs“ von Marlies Fuhrmann (Verlag: Wagner, Gelnhausen, 2008)

 

Weiterführende Links:

Österreichische Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs
www.gebaermutterhalskrebs.at

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
Österreichische Liga für Präventivmedizin
www.gruenes-kreuz.org/oegk/index.php/HumanePapillomviren.html

Mini Med Studium Österreich: „Gebärmutterhalskrebs: Was Papillomviren auslösen und wie ein neuer Impfstoff schützt “
www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=605

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 Behandlung von Kurz- oder Weitsichtigkeit mittels Laser-Operation
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Mittels Laser zu „null Dioptrie“

Fehlsichtigkeit lässt sich behandeln

Ob kurz- oder weitsichtig, immer mehr Menschen wollen ein Leben ohne Brille bzw. Kontaktlinsen führen und entscheiden sich, ihre Fehlsichtigkeit durch einen operativen Eingriff behandeln zu lassen. Der Hohenemser Augenchirurg Dr. Wolfgang Diem bietet die gesamte Palette an – von der Linsenimplantation über den Linsentausch bis hin zur Laseroperation: „Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom Grad der Fehlsichtigkeit ab. Dabei halte ich mich an Vorgaben der Kommission Refraktive Chirurgie. Alles, was außerhalb derzeit aktueller Richtlinien liegt, sollte vermieden werden, da das Risiko zu groß wird.“

 

Vertrauen verpflichtet.

In einem Vorgespräch wird der Patient sowohl über die Laseroperation an sich, als auch über mögliche andere Verfahren und selbstverständlich auch über Risiken aufgeklärt. Zudem dient das erste Treffen dem gegenseitigen Kennen lernen, betont Augenarzt Diem: „Es muss eine Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient geschaffen werden.“ Ob der Eingriff überhaupt möglich ist, kann erst nach einer Voruntersuchung gesagt werden, so Diem weiter: „Nach dem Vorgespräch und der Voruntersuchung hat der Patient genügend Informationen erhalten – und zwar sowohl über die Laseroperation als auch über mögliche Alternativen. Die Entscheidung liegt dann bei ihm.“

 

Lachende Augen in München.

Linsenimplantationen sowie Linsentausch werden in Vorarlberg durchgeführt, die Laseroperation findet in der Smile Eyes Augenklinik München statt – hierzulande gibt es aufgrund hoher Investitionskosten keine entsprechenden Möglichkeiten. Für Diem sprechen aber auch andere Gründe für die Münchner Augenklinik: „Obwohl die Laseroperation als sicherer Eingriff gilt, kommt es bei einem von 3.500 bis 5.000 Patienten zu einer postoperativen Infektion – sterile Räumlichkeiten sind daher sehr wichtig. Außerdem stehen mir in München neuestes Equipment und ein bestens ausgebildetes Team zur Verfügung. Und im Zweifelsfall kann ich mich mit kompetenten Kollegen besprechen.“ Je nach Verfahren ist ein gutes Sehvermögen bereits nach einem Tag oder ein bis zwei Wochen gegeben. Die häufigsten Lasertechniken sind Lasik/Epi-Lasik und Lasek.

 

Kosten und verlockende Angebote.

Rund 4.200,- Euro kostet die gesamte Behandlung, die Krankenkasse zahlt jedoch nichts. Dass dabei Angebote beispielsweise aus Istanbul oder Bratislava – 1.800,- Euro, inklusive Flug – verlockend klingen, gibt sogar Wolfgang Diem zu: „Ich will auch gar nicht behaupten, dass die Eingriffe an sich schlecht sind. Die Gefahr besteht meiner Meinung nach darin, dass es zu wenige Voruntersuchungen gibt und dass die Nachbetreuung fehlt. Und wenn es zu Komplikationen kommen sollte, muss man schnell reagieren. Darum sehe ich diese Abwanderung ins Ausland mit einem freundlichen Misstrauen!“

 

Kontaktdaten:

Dr. Wolfgang Diem
FA für Augenheilkunde und Optometrie
Oberarzt am LKH Feldkirch, Augenabteilung
Konsiliartätigkeit mit operativen Belegbetten am LKH Hohenems
Belegarzttätigkeit am Sanatorium Mehrerau
Operateur für refraktive Chirurgie am Münchner Standort der Smile Eyes Augenkliniken

Praxis für Augenheilkunde und Optometrie
Kaiser-Franz-Josef-Straße 8
6845 Hohenems
T: 05576 78440

 
LKH Feldkirch, Augenheilkunde

Carinagasse 47
6807 Feldkirch
T: 05522 303-1700
Augenambulanz: Mo und Do, 10.00 – 12.00 Uhr (nur mit Zuweisung)

 

Weiterführende Links:


Smile Eyes Augen Laser Kliniken
www.smileyes.de

Österreichische Ophthalmalogische Gesellschaft: Größte österreichische Vereinigung von Augenärzten
www.augen.at

Kommission Refraktive Chirurgie
www.augeninfo.de/krc/index_00.php

Mini Med Studium Österreich: „Leben ohne Brille: Neue Möglichkeiten der Korrektur der Fehl- und Alterssichtigkeit“
www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=478

Mini Med Studium Österreich: „Besser Sehen: Aktuelle Möglichkeiten der Korrektur von Fehlsichtigkeiten“
www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=567

 

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 Krampfadern
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„Krumme“ Venen
Krampfadern: Mehr als kosmetisches Problem

Krampfadern sind eine sehr häufige Erkrankung der Beine: Etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Beinkrämpfe kommen dabei zwar hin und wieder vor – der Begriff leitet sich aber von der althochdeutschen Bezeichnung für „krumm“ ab und bezieht sich auf den geschlängelten Verlauf der oberflächlichen Beinvenen. „Normalerweise wird das Blut von der Oberfläche zu den tiefen Venen und weiter zum Herz geführt. Leidet man an Krampfadern, so ist der normale Rückfluss des Blutes von den Beinen zum Herzen beeinträchtigt und es können Stauungserscheinungen auftreten“, erklärt Dr. Andreas Koch, Facharzt für Innere Medizin und Spezialist für Gefäßerkrankungen.

Nicht nur „krumme“ Adern.
Typische Beschwerden sind Schwellungen, Spannungsgefühle, Schmerzen in den Beinen, Juckreiz und rasche Ermüdbarkeit. Ohne entsprechende Behandlung kann es aber auch zu schwerwiegenderen Problemen kommen: Beispiele dafür sind chronische Hautveränderungen, ein offener Unterschenkel oder oberflächliche Venenentzündungen, die sich als derbe, druck- und schmerzempfindliche, gerötete Stränge darstellen. Gefährlich sei in dieser Situation die Entwicklung von Blutgerinnseln bzw. Thrombosen der tiefen Venen, so der Internist: „Gelangen die Blutgerinnsel mit dem Blutstrom in die Lungenarterien, kann es unter Umständen zu einem akuten Herzkreislaufversagen kommen.“

Stützstrümpfe und Sport.
Stehende und sitzende Tätigkeiten, Übergewicht sowie Bewegungsmangel fördern die Entwicklung von Krampfadern. Frauen haben laut Andreas Koch ein erhöhtes Risiko: „Insbesondere im Verlauf einer Schwangerschaft treten Krampfadern gehäuft auf. Sie können sich danach aber auch wieder zurückbilden." Vorbeugen kann man durch Normalisierung des Gewichts, Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sowie, insbesondere in der Schwangerschaft, mittels Stützstrümpfen. Medikamente zur Vorbeugung gibt es nicht. „Während der Behandlung werden aber oft Präparate aus Rosskastanien- und Weinlaubextrakt verwendet. Diese helfen nämlich, die Beschwerden zu lindern“, so Koch.

Verschiedene Behandlungsmethoden.
Abgesehen von beschwerdelindernden Medikamenten, stellt die Kompressionstherapie mithilfe von Verbänden und Strümpfen die Basisbehandlung bei Krampfadern dar. Regelmäßige körperliche Betätigung, Kneippkuren, häufiges Hochlagern sowie morgendliches Übergießen der Beine mit kaltem Wasser können ebenfalls die Beschwerden mildern. In manchen Fällen sind auch Lymphdrainagen sinnvoll. Bei fortgeschrittener Erkrankung sollte aber eine chirurgische Therapie erfolgen, wobei je nach Ausdehnung auch andere Behandlungsmethoden, wie Verödung oder Lasertherapie, in Frage kommen. Welche Methode auch immer angewendet wird, die Ziele sind immer dieselben. Koch dazu: „Abgesehen von einem guten kosmetischen Ergebnis, geht es um eine Verbesserung der Beschwerden und die Verhinderung späterer Komplikationen. Dies schließt mit ein, dass gesunde Venenabschnitte erhalten bleiben, und dass es nicht zum Wiederauftreten der Krampfadern kommt.“

 

Kontaktdaten:

Dr. Andreas Koch
Facharzt für Innere Medizin
Spezialist auf dem Gebiet der Angiologie bzw. Gefäßerkrankungen
Oberarzt der Internen Abteilung am Krankenhaus Dornbirn
Ab Frühjahr 2009 niedergelassener Internist in Feldkirch

Krankenhaus Dornbirn
Abteilung Innere Medizin
Lustenauerstraße 4
6850 Dornbirn
T: 05572 303-2690
F: 05572 303-8-2690
interne@dornbirn.at

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium Österreich: „Krampfadern und Thrombose“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=76

Mini Med Studium Österreich: „Von der Venenthrombose bis zur Gefäßverkalkung: Die häufigsten Erkrankungen der Blutgefäße“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=129

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (Phlebologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Erkennung und Behandlung von Gefäßerkrankungen, insbesondere von Venenerkrankungen, wie Krampfadern und Hämorrhoiden befasst)
http://www.phlebology.de

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 Akupunktur
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Wirkungsvolle Nadeln
Wie und wo Akupunktur helfen kann

Die Akupunktur zählt in Europa zu den bekanntesten komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. Als Ergänzung zur Schulmedizin ist die Komplementärmedizin – seit einigen Jahren wird nicht mehr der Begriff Alternativmedizin verwendet – heutzutage weitgehend anerkannt. Einzelne Kassen zahlen einen kleinen Teil der Behandlung mit den Nadeln, doch laut Dr. Eugen Burtscher, Arzt für Allgemeinmedizin in Dornbirn, darf qualitative Arbeit auch etwas kosten: „Wenn Akupunktur zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt, rentiert es sich allemal.“ Das Vertrauen in diese Therapieart ist jedenfalls vorhanden: „Gerade hierzulande sind viele Patienten froh, wenn ein Arzt die Akupunktur anbietet und kein Heilpraktiker ohne fundiertes medizinisches Grundwissen“, so der ausgebildete Akupunkteur mit Spezialdiplom.

 

Paradebeispiel: Migräne.

Burtscher betont, dass die meisten Patienten mit funktionellen Störungen zum Arzt kommen: „Das sind Beschwerden mit zum Teil erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen – trotzdem können kaum relevante Befunde bei diversen medizinischen Untersuchungen erhoben werden. Wenn der Arzt mit Medikamenten also nur wenig oder nur kurzfristig helfen kann und die Beschwerden trotzdem immer wieder kommen, dann macht die Komplementärmedizin Sinn. Und zwar für Jeden.“ Migräne, Heuschnupfen sowie Schulter- oder Rückenbeschwerden sind, so Eugen Burtscher, „Paradebeispiele“ für Beschwerden, bei denen Akupunktur nachweisbar Linderung verschafft.

 

Nadeln lassen Energie wieder fließen.

Allgemein gesprochen, hilft Akupunktur bei Beschwerden, denen ein Stau des körperlichen Energieflusses zugrunde liegt. Akupunktur-Nadeln, die an bestimmten Punkten des Körpers gesetzt werden, bewirken eine Funktionsverbesserung in verschiedenen Strukturen. Anders gesagt: Die Nadeln lassen die Energie im Körper wieder fließen. „Ein erster Schritt der Behandlung liegt darin, den Auslöser für die Beschwerden ausfindig zu machen. Dies kann eine Narbe, eine chronische Entzündung, ein Zahnherd oder ein sonstiges Trauma sein“, erklärt Dr. Burtscher. Erst im Anschluss sollte mit der Akupunktur-Behandlung begonnen werden. Dieses Vorgehen lässt dann eine lang andauernde Wirkung erwarten. Der Dornbirner Allgemeinmediziner dazu: „Bei Heuschnupfen treten die Beschwerden teilweise eine ganze Saison lang, manchmal sogar über mehrere Jahre hinweg, nicht mehr auf.“

 

Akupunktur für die Frau.

Galt Akupunktur vor rund 20 Jahren noch als exotisch, ist sie heute eine durchaus gängige Behandlungsmethode, die auch in vielen Krankenhäusern Anwendung findet – insbesondere in der Geburtenhilfe. Vor allem bei frauenspezifischen Beschwerden, wie Schwangerschaftsübelkeit, Regelschmerzen oder hormonellen Störungen, hat man sehr gute Erfahrungen gemacht. „Das soll nicht heißen, dass man alle Beschwerden mithilfe von Akupunktur behandeln kann. Die Kunst liegt vielmehr darin, herauszufinden, welche Behandlung am besten wirkt“, so Allgemeinmediziner Burtscher.

 

Kontaktdaten:

Dr. Eugen Burtscher
Arzt für Allgemeinmedizin
Marktstraße 36
6850 Dornbirn
T: 05572 31945

 

Buchtipps:

„So hilft mir die Akupunktur: Für Sie bewertet: Wie die fernöstliche Methode bei 55 Krankheiten hilft“ von Albrecht Molsberger und Gabriele Böwing (Verlag: Haug Sachbuch, 2006)

„Das große Buch der chinesischen Medizin: Die Medizin von Yin und Yang in Theorie und Praxis“ von Ted J. Kaptchuk (Verlag: Fischer, 2006)

 

Weiterführende Links:

Mini Med Studium Österreich: „Neues zu komplementären Heilmethoden“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=439

ÖGA – Österreichische Gesellschaft für Akupunktur Kaiserin Elisabeth-Spital Huglgasse 1-3, 1150 Wien
www.akupunktur.at

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 Vegetarier
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Sind Vegetarier gesünder?
Bei vielfältiger pflanzlicher Kost: Ja.

Vegetarier ernähren sich bewusster, bewegen sich mehr, rauchen weniger und leben im Großen und Ganzen gesünder als so genannte Omnivoren bzw. Allesesser. „Außerdem sind die meisten Vegetarier in der Auswahl der Nahrungsmittel wesentlich kritischer und informieren sich oft besser über die in den Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe“, so die Fachärztin für Innere Medizin und diplomierte Ernähungsmedizinerin Dr. Judith Krasser-Schurig. Vegetarische Kost vermindert aber auch nachweisbar das Risiko für Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen. Außerdem wurde bei Vegetariern eine geringere Häufung an Lungen-, Prostata- und Pankreaskrebs festgestellt. Der Grund liegt vor allem darin, dass der vegetarische Speiseplan weniger gesättigte Fettsäuren, dafür aber mehr Vitamine und Spurenelemente und auch Ballaststoffe enthält.

 

Eisen, Vitamine und Co.

Häufig wird befürchtet, dass Vegetarier nicht ausreichend mit Eisen versorgt werden. Laut Krasser-Schurig wird zweiwertiges Eisen, wie es in verschiedenen Gemüsesorten vorkommt, zwar weniger gut aufgenommen, doch: „Vitamin C erleichtert dem Körper die Aufnahme des zweiwertigen Eisens. Dazu genügt es, beispielsweise ein Glas Orangensaft zum Essen zu trinken.“ Grundsätzlich müssen Vegetarier also keine zusätzlichen Vitamine und Nährstoffe schlucken. Die Feldkircher Ernährungsexpertin räumt jedoch ein, dass dies nicht für klassische Risikogruppen gelte: „Schwangere, Kinder und ältere Menschen haben einen erhöhten Bedarf an den Vitaminen B12 und D3. Wenn sie sich vegetarisch ernähren, müssen sie diese Nährstoffe daher sehr wohl gezielt und bei Bedarf auch ergänzend zu sich nehmen.“

 

Vegetarisch schwanger.

In der Schwangerschaft sollte sich jede Frau ausgewogen und vielfältig ernähren. Zusätzlich zu den Vitaminen B12 und D3 wird empfohlen, dass Schwangere bzw. Frauen, die schwanger werden wollen, Folsäure zu sich nehmen – ob sie sich nun vegetarisch ernähren oder nicht. Defekte, wie der offene Rücken treten dann nachweisbar seltener auf. Zu den natürlichen pflanzlichen Folsäurelieferanten zählen Weizenkeime und -kleie. Außerdem ist Folsäure in geringen Mengen in Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, rote Bete, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Tomaten und Nüssen enthalten. Krasser-Schurig: „Vegetarier nehmen also mit der Nahrung bei weitem mehr Folsäure auf, als Fleischesser.“

 

Ernährung und Lebensstil.

Da insbesondere Herzerkrankungen in den letzten Jahren immer häufiger auftreten, spricht sich die Feldkircher Ernährungsmedizinerin klar für eine andere Ernährungsweise sowie einen anderen Lebensstil aus: „Das heißt: weniger Fleisch, Wurstwaren, Eier und weniger fette Milchprodukte auf der einen Seite, mehr Bewegung und vor allem auch Nikotinverzicht auf der anderen Seite. So gesehen ist dies in jedem Fall zumindest eine Annäherung an die vegetarische Ernährungsweise.“

 

Kontaktdaten:

Dr. Judith Krasser-Schurig
FA für Innere Medizin
Diplomierte Ernährungsmedizinerin
Ambergpark, Reichsstraße 126
6800 Feldkirch
T: 05522 82108

 

Buchtipps:

„Vegetarisch leben – Die Vorteile einer fleischlosen Ernährung“ von Armin Risi und Ronald Zürrer
(Verlag: Govinda / Mare-Versand, 2006) „

Vegetarisch kochen – Die gute Küche: Die besten Rezepte“ von Nicole Rothmann
(Compact Verlag GmbH, 2006)

„Das große Buch der Vegetarischen Küche“ von Thomas Heider
(Verlag: Ullmann/Tandem, 2007)

 

Weiterführende Links:

Österreichische Vegetarier Union http://www.vegetarier.at

Vegetarismus auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Vegetarismus

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 Wetterfühligkeit
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Das Wetter schlägt um und der Körper fühlt es zuerst.

Jeder kennt das: „Heute ist es föhnig, ich hab solche Kopfschmerzen.“ Oder: „Ich spür es im Knie, dass das Wetter umschlägt.“ Der Körper reagiert auf Wetterumschwünge. Fachleute, wie der Bregenzer Allgemeinmediziner Dr. Rudolf Brugger, unterscheiden dabei die Wetterfühligkeit von der Wetterempfindlichkeit. Letztere äußert sich, laut Brugger, durch die Verschlechterung von bereits bestehenden Krankheiten: Ein Patient mit Herzproblemen weist bei einem bestimmten Wetter schneller klassische Symptome seiner Grunderkrankung auf.“

 

Wetterfühligkeit

Leidet man an Wetterfühligkeit, kommt es hingegen zu Beschwerden, die 24 bis 48 Stunden vor einem Wetterumschwung auftreten. Die Betroffenen reagieren überempfindlich gegenüber Witterungserscheinungen, wie beispielsweise Luftdruckschwankungen, Föhn, Hitzewellen, wechselnde Luftfeuchtigkeit, drückende Luft oder Gewitter. „Am häufigsten klagen die Patienten über Kopfweh, Spannungsgefühle, Antriebsarmut, Schlafstörungen, Müdigkeit und emotionale Veränderungen“, sagt Brugger. In Bezug auf die Beschwerden gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Doch Frauen beobachten sich regelmäßiger und haben ein größeres Körperbewusstsein, erklärt der Experte: „Sie sind daher sensibler in Bezug auf körperliche oder psychische Veränderungen als Männer. Und sie geben auch eher zu, dass sie wetterfühlig sind.

 

Raus an die frische Luft!

Sind die körperlichen Beschwerden sehr stark, kann und soll man zu Medikamenten greifen. Aber auch Sport hilft: „Jugendliche mit Kopfweh oder Migräne berichten, dass sich die Beschwerden durch Ausdauersport innerhalb einem halben Jahr enorm verringert haben“, weiß Brugger. Psychische oder emotionale Veränderungen, die auf Wetterumschwünge zurückzuführen sind, sollten hingegen nicht medikamentös behandelt werden. Auch hier wirkt genauso Bewegung an der frischen Luft – quasi wie ein Antidepressivum. Körperlicher Ausgleich ist zudem eine wirksame, vorbeugende Maßnahme. Und: „Neben Kneippkuren, Wechselduschen und einer vernünftigen Ernährung, ist vor allem das psychische Wohlbefinden ein wichtiger Anti-Wetterfühligkeits-Faktor: sich mit Freunden treffen, lachen, das Leben positiv sehen“, so der Allgemeinmediziner.

 

Liebes Wetterfühligkeitstagebuch...

Neben Psyche und Umfeld sind Schlafmangel, Stress und das insgesamt eher ungesunde, moderne Leben, laut Rudolf Brugger sicherlich Faktoren, die Wetterfühligkeit begünstigen. Ein Wetterfühligkeitstagebuch kann helfen, Zusammenhänge herauszufinden oder andere Auslöser, wie Periode und auch Beruf, zu identifizieren. Enthalten sollte ein solches Tagebuch folgende Punkte: Das Datum, der subjektive Wettereindruck, die über den Tag verteilten Tätigkeiten sowie die Beschwerden. Wichtig ist auch, dass man Veränderungen im Alltag dokumentiert und zwar chronologisch. Doch man kann es auch übertreiben. „Ich hypersensibilisiere einen gesunden Patienten, wenn ich ihn zwinge, sich mit jeder Befindlichkeitsstörung im Detail auseinanderzusetzen. Jeden Menschen zwickt es irgendwann irgendwo“, räumt Brugger ein.

 

Kontaktdaten:

Dr. Rudolf Brugger
Arzt für Allgemeinmedizin
Schendlingerstraße 2
6900 Bregenz
T: 05574 73758


Buchtipps:
„Wenn das Wetter krank macht. Die Wirkung von Wetter- und Klimafaktoren auf den Menschen. Die häufigsten Beschwerden und was man dagegen tun kann“ von Peter Göbel (Verlag: humboldt / Schluetersche; 2009)
„Wetterfühligkeit: Aktiv gegen Wetterempfindlichkeit.“ (mit Gesundheits- und Wohlfühltipps von Hademar Bankhofer) von Alois Machalek und Rolf Jens (Verlag: Böhlau; 2008)

Weiterführende Links:
Sind sie wetterfühlig?
http://gesundheit.co.at/index_cfm/id/1401/default.htm

Wetterfühligkeit auf Wikipedia, Die freie Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterf%C3%BChligkeit

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 Wenn die Niere versagt!
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Über Dialyse, Transplantation und Vorbeugung

Zwei bis drei Jahre warten Patienten, die an einem chronischen Nierenversagen leiden, im Schnitt auf eine Spenderniere. In Vorarlberg sind das derzeit fast 70 Menschen. 210 Vorarlberger leben schon jetzt mit einem Nierentransplantat. In etwa ebenso viele unterziehen sich regelmäßig einer Dialysebehandlung. Für das Jahr 2015 rechnet Primar Dr. Karl Lhotta, Leiter der Dialysestation am LKH Feldkirch, mit über 300 Dialysepatienten: „Das entspricht einem Anstieg von jährlich fünf bis acht Prozent.“

 

Schleichend und ohne Symptome

Die Niere hat eine Vielzahl von Funktionen: Sie reguliert den Mineralstoffhaushalt des Körpers und ist für die Ausscheidung von Abfallstoffen zuständig. Ist die Funktion der Niere beeinträchtig, bleiben schädliche bzw. giftige Stoffe im Körper zurück. Leider verlaufen Nierenerkrankungen schleichend und ohne Symptome. „Erst bei weit fortgeschrittenem Nierenversagen kommt es zu Müdigkeit, Appetitverlust, Blutarmut und Wassereinlagerung. Eine Dialysebehandlung ist dann unabdingbar, denn ohne ist ein Überleben nur für wenige Tage oder Wochen möglich“, erklärt Dr. Lhotta. Die Dialyse reinigt das Blut von Salzen, Giftstoffen und Stoffwechselschlacken und scheidet Flüssigkeit, die mit der Nahrung aufgenommen wird, aus.

 

Transplantation

Eine weitere Möglichkeit: transplantieren. Mit knapp 400 Nierentransplantationen jährlich zählt Österreich zu den absoluten Spitzenreitern. Dabei nehmen vor allem Lebendspenden deutlich zu: 2008 waren es in Vorarlberg sechs von insgesamt 16 durchgeführten Transplantationen. Bei hirntoten potenziellen Spendern wird hierzulande zwar kein Spenderpass benötigt, trotzdem hole man in der Praxis immer die Zustimmung der Angehörigen ein, betont der Primar: „Insbesondere bei Unfallopfern ist das eine große psychischen Belastung. Trotzdem stimmen die Meisten der Organentnahme zu.“ Bei der Zuteilung von Transplantatnieren spielt das Geschlecht von Spender und Empfänger derzeit keine Rolle, da es nur einer von sehr vielen Faktoren ist, die den langzeitigen Erfolg einer Transplantation beeinflussen. Lhotta: „Werden die Kriterien geändert und die Spendernieren geschlechtsspezifisch zugeteilt, stehen für Frauen allerdings wesentlich weniger Organe zur Auswahl.“

 

Risikofaktoren und Vorbeugung

Bei frühzeitiger Erkennung einer chronischen Nierenerkrankung könnten viele Patienten vor dem Schicksal Dialyse bewahrt werden. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes, hohem Blutdruck oder Arterienerkrankungen. Liegt einer dieser Risikofaktoren vor, sollte vor allem der Harn regelmäßig auf eine Nierenschädigung untersucht werden, so Dr. Lhotta: „Bei einer bereits bestehenden Nierenschädigung, ist eine konsequente Blutdrucksenkung notwendig, um ein Fortschreiten zu verhindern.“ Vorbeugen kann man durch Bewegung, den Verzicht auf Nikotin und gesunde Ernährung. Das heißt: nicht zu viel Fett sowie Eiweiß, ausreichend Kohlenhydrate und vor allem zuckerfreie und kalorienarme Getränke.

 

Kontaktdaten:

Primar Univ.-Doz. Dr. Karl Lhotta
Leiter der Abteilung für Nephrologie und Dialyse, LKH Feldkirch
Facharzt für Innere Medizin
Facharzt für Nephrologie
Facharzt für Hypertensiologie (Deutsche Hochdruckliga)

 

Dialysezentren Vorarlberg:

Abteilung für Nephrologie und Dialyse, LKH Feldkirch
Ansprechperson: DGKP Peter Koprivnikar
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 05522 303 DW 2700
E: nephrologie@lkhf.at
H: www.lkhf.at/feldkirch/nephrologie

Dialysestation Bürs
Ansprechperson: DGKS Anne-Marie Frieser
Gilmstrasse 4
6700 Bludenz-Bürs
T: 05552 64274
E: dialyse.buers@gnv.at

Dialyse Bregenz
Ansprechperson: DGKS Eva Heim
Nideggasse 12
6900 Bregenz
T: 05574 87177
E: dialyse.bregenz@gnv.at

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 Kinderlos glücklich?
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250 künstliche Befruchtungen jährlich

Jedes siebte Paar in Vorarlberg ist unerwünscht kinderlos. Tendenz steigend, weiß Primarius Peter Schwärzler, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde am LKH Feldkirch: „Die Unfruchtbarkeit nimmt zu.“ Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen werden immer später schwanger, doch mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit ab. Der Kinderwunsch bleibt aber auch Raucherinnen, Frauen mit Infektionen im Beckenbereich, Blutgerinnungsstörungen, genetischen Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, wie der Multiplen Sklerose, oft verwährt.

 

Heute wesentlich erfolgreicher

Etwa 250 künstliche Befruchtungen werden jährlich im Feldkircher Kinderwunschzentrum durchgeführt. Bei der so genannten In-Vitro-Fertilisation – lateinisch für „Befruchtung im Glas“ – wird die Patientin anfangs hormonell stimuliert, wodurch sich mehrere Eizellen bilden. Diese werden dann entnommen und mit den Spermien des Partners im Labor befruchtet. „Früher wurden die Eizellen nach 24 Stunden wieder eingesetzt. Heute lassen wir sie im Labor wachsen und pflanzen sie erst zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Befruchtung wieder ein. Seither sind wir wesentlich erfolgreicher“, so der Gynäkologe. Das Einsetzen der befruchteten Eizellen ist, laut Schwärzler, kein großer Eingriff und tut auch nicht weh.

 

Ursache liegt oft beim Mann

Zunehmend, das heißt bei rund 40 Prozent, liegt die Ursache bei den Männern. Primarius Schwärzler: „Rauchen oder Infektionskrankheiten, wie Mumps, können die Spermienqualität deutlich beeinträchtigen.“ An erster Stelle steht daher immer die Überprüfung der männlichen Samenzellen. Fällt dieser Spermiencheck „negativ“ aus, wird die ICSI-Methode (Intracytoplasmische Spermieninjektion) durchgeführt. „Mithilfe einer Pipette saugen wir eine einzelne Samenzelle auf, injizieren sie direkt in die Eizelle und erreichen somit eine Befruchtung“, erklärt Schwärzler. Alles Weitere verläuft wie bei der In-Vitro-Fertilisation.

 

Psyche spielt große Rolle

Ein vom Bund eingerichteter Fonds übernimmt 70 Prozent der Kosten – unter bestimmten Bedingungen: Unter anderem müssen die Frauen zwischen 20 und 40 Jahre alt sein und in einer Partnerschaft leben. Eine begrenzte Anzahl an Versuchen gibt es, laut Peter Schwärzler, nicht: „Die einen probieren es zwei Mal, die anderen viel häufiger. Eine 43-jährige Frau aus New York brachte beispielsweise beim 18. Versuch (!) einen gesunden Bub bei uns zur Welt.“ Abgesehen davon spielt die Psyche eine wesentliche Rolle. Nicht selten wird ein Paar zuerst mittels künstlicher Befruchtung schwanger und danach auf ganz normalem Wege nochmals. „Wenn der Druck weg ist, wenn man gut drauf ist, wenn alles rundherum passt – das Klima, die Tageszeit, die familiären Umstände –, sind die Chancen, schwanger zu werden, auch höher“, so Schwärzler.

 

Kontaktdaten:

Primarius Univ.-Doz. Dr. Peter Schwärzler
seit Mai 2005 Abteilungsleiter der Klinik für Frauenheilkunde am LKH Feldkirch
1999 – 2004 Stationsführender Oberarzt an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Innsbruck

 

Klinik für Frauenheilkunde, LKH Feldkirch, Gynäkologie und Geburtshilfe
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 05522 303 DW 2200
E: gynaekologie@lkhf.at
H: http://www.lkhf.at/feldkirch/gynaekologie

Kinderwunschzentrum, LKH Feldkirch
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
T: 05522 303 DW 4675
E: kinderwunsch@lkhf.at
H: http://www.lkhf.at/feldkirch/gynaekologie

Ansprechpartner:
Leiter Oberarzt Dr. Norbert Loacker
Oberarzt Dr. Richard Mangold
Dipl. Schwester Christine Huber

 

IVF Zentrum Prof. Zech, Institut für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie
Institutsgründer und -direktor, Ärztlicher Leiter: Univ.-Prof. Dr. Herbert Zech
Römerstrasse 2
6900 Bregenz
T: 05574 44 836
E: zech@ivf.at
H: http://www.ivf.at

 

Buchtipp:

„Unerfüllter Kinderwunsch. Das Wechselspiel von Körper und Seele“ von Jutta Fiegl (Moderne Verlagsges. Mvg, 2008)

 

Weiterführender Link:

Mini Med Studium Österreich:
Schwangerschaft und Geburt – Weit mehr als nur Fortpflanzung!“ (März 2008) von Prim. Univ.-Doz. Dr. Peter Schwärzler und Prim. Dr. Hans Concin http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=362

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 Grüner Star
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Grüner Star
Heimtückische Augenkrankheit

„Der Grüne Star bzw. das Glaukom ist eine gefürchtete Erkrankung des Auges, die allerdings viel zu wenig bekannt ist“, weiß der Bludenzer Augenarzt Dr. Gernot Sackl. Viele Menschen glauben, dass es sich beim Grünen und Grauen Star um zwei verwandte Augenkrankheiten handelt. Dem ist nicht so, bestätigt der Facharzt: „Vom Grünen Star spricht man, wenn der Sehnerv beschädigt ist. Hingegen kommt es beim Grauen Star zur Eintrübung der an sich klaren Augenlinse, wobei auch nur ein Auge beeinträchtig sein kann. Das Glaukom betrifft normalerweise beide Augen.“ Und: Der Graue Star ist heilbar, der Grüne nicht.

 

Sehnerv: defekt!

Man kann sich das Auge wie eine Kamera vorstellen. Das Gehirn bzw. das Sehzentrum, das im Hinterkopf sitzt, ist der Rechner, der die Informationen der Kamera in Bilder umwandelt. Der Sehnerv ist das Kabel, welches Kamera und Rechner verbindet. Dieses Kabel besteht etwa aus einer Million Nervenfasern, die beim Glaukom nacheinander kaputt gehen. „Im Grunde ist es eine Durchblutungsstörung: Beim Grünen Star befindet sich im Augeninneren zu viel so genanntes Kammerwasser. Das verursacht einen zu hohen Augendruck, wodurch der Sehnerv abgequetscht bzw. nicht ausreichend durchblutet wird“, erklärt der Augenexperte.

 

Nicht heilbar, aber behandelbar.

Betroffene bemerken den Grünen Star allerdings erst, wenn bereits zwei Drittel der Nervenfasern defekt sind – meist noch später, also knapp vor der Erblindung. Bis dahin entstandene Schäden können nicht mehr repariert werden. Doch, auch wenn keine Chance auf Heilung besteht, so ist das Glaukom zumindest behandelbar: Größtenteils können Medikamente den Verlauf der Krankheit verlangsamen. Operiert wird nur, wenn die medikamentöse Behandlung keine Erfolge zeigt bzw. bei sehr weit fortgeschrittenen Fällen. Der Facharzt für Augenheilkunde dazu: „Der Fortschritt dieser heimtückischen Augenkrankheit kann derart gedrosselt werden, dass die meisten Patienten die Erblindung nicht mehr erleben.“

 

Routinechecks und Risikofaktoren.

Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Betroffenen: Fünf bis sechs Prozent der über 80-Jährigen leiden am Grünen Star. Sehr oft ist die Erkrankung familiär bedingt, aber auch niedriger Blutdruck sowie hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit zählen zu den Risikofaktoren. Vorbeugen kann man nur in bedingtem Maße. Insbesondere jedoch, indem man auf das Rauchen verzichtet. Nikotin schädigt nämlich die Blutgefäße im ganzen Körper und beeinträchtig somit auch die Durchblutung des Sehnervs. Laut Dr. Sackl sind außerdem jährliche Routinechecks beim Augenarzt entscheidend: „Die Glaukomdiagnostik ist heute schon sehr fortgeschritten. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.“

 

Kontaktdaten:

Dr. Gernot Sackl
FA für Augenheilkunde und Optometrie
Rathausgasse 1 6700 Bludenz
T: 05552 66055

Augenabteilung LKH Feldkirch / Sehschule
Leiter: Prim. Prof. Dr. Norbert Hausmann
Ansprechpartnerin der OrthoptistInnen: Margarete Siebmacher
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
Tel.: 05522 303 DW 1733
Fax: 05522 303 DW 7504
E: augen@lkhf.at

 

Buchtipps:
„Keine Angst vor Grünem Star: Ein Buch für Patienten: Ursachen, Hintergründe, Begleittherapie“ (mit Entspannungs-CD) von Ilse Strempel (Kvc Verlag, 2006)
„Ratgeber Glaukom: Was Sie über diese heimtückische Augenkrankheit wissen müssen“ von Ronald Gerste (Verlag: ad manum medici, 2000)

 

Weiterführende Links:
Mini Med Studium Österreich: „Gefahr für das Auge: Blindheit im Alter! Glaukom, AMD und Grauer Star“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=338

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 Grauer Star
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„Blockbuster“ unter den Augenkrankheiten

Aufgrund des Grauen Stars haben rund 40 Millionen Menschen weltweit ihr Augenlicht verloren. Diese hohe Zahl ist insbesondere auf die schlechte medizinische Versorgung in unterentwickelten Ländern zurückzuführen. Hierzulande sind die Kapazitäten wesentlich besser, beruhigt Dr. Gernot Sackl, Augenarzt in Bludenz: „Das gängige Ultraschall-Verfahren weist eine sehr geringe Komplikationsrate auf und gehört zu den erfolgreichsten chirurgischen Eingriffen überhaupt. Die Heilungschancen dieser weit verbreiteten Augenkrankheit sind mit wenigen Ausnahmen exzellent.“

 

„Nebeliges Sehen“

Bemerkbar macht sich der, wie Dr. Sackl die Krankheit auch nennt, „Blockbuster“ unter den Augenkrankheiten durch eine zunehmend verschleierte Sicht – Patienten beschreiben das als „nebeliges Sehen“. Zudem trüben sich die Linse und im fortgeschrittenen Stadium auch die Pupille ein bzw. werden sie grau. Den Weg zum Arzt finden Betroffene sehr früh, nicht zuletzt da die visuellen Anforderungen, beispielsweise im Straßenverkehr, aber auch durch Computerarbeit oder Fernsehen, gestiegen sind. Die Entscheidung für eine Operation fällt dann recht schnell. Wenn die Sehleistung einmal auf 50 Prozent abgesunken ist, muss ohnehin operiert werden. Weitere Kriterien für einen chirurgischen Eingriff sind eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit, Schwierigkeiten beim Lesen und Störungen des Dämmerungssehens, das heißt, wenn schlechte Lichtverhältnisse Sehprobleme bereiten.

 

2.000 Operationen jährlich

Bei einem chirurgischen Eingriff wird die eingetrübte Linse mittels Ultraschall zum Teil entfernt und stattdessen eine industriell gefertigte Kunststofflinse eingesetzt. Die Operationszahlen sind in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. In Vorarlberg werden jährlich mehr als fünf von 1.000 Einwohnern operiert. 1.500 der insgesamt 2.000 Operationen pro Jahr werden im LKH Feldkirch durchgeführt. Die restlichen 500 verteilen sich auf die Augenabteilungen in Bludenz, Dornbirn und Hohenems. Derzeit warten Patienten zwischen zwei und sechs Monaten auf einen Termin. Da die Krankheit jedoch langsam voranschreitet, sind diese Wartezeiten, laut Sackl, akzeptabel.

 

Kann man vorbeugen?

Familiäre Häufungen kommen zwar vor, ein direkter Erbgang ist aber nicht bekannt. In den meisten Fällen ist der Graue Star altersbedingt: Ab dem 65. Lebensjahr nimmt die Behandlungshäufigkeit zu. Weitere Ursachen können beispielsweise Verletzungen, Zuckerkrankheit, Mangelernährung oder eine Entzündung des Augeninneren sein. Abgesehen davon, dass man auf ausgewogene Ernährung achten und starkes Sonnenlicht meiden bzw. stets eine Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz tragen sollte, kann man dem Grauen Star nicht vorbeugen. Umso wichtiger sind Vorsorgeuntersuchungen, betont der Bludenzer Augenexperte: „Ab dem 40. Lebensjahr sollte man ein Mal im Jahr zur Kontrolle gehen. Dabei führen wir verschiedene Sehtests durch und können somit die Krankheit frühzeitig erkennen.“

 

Kontaktdaten:

Dr. Gernot Sackl
FA für Augenheilkunde und Optometrie
Rathausgasse 1 6700 Bludenz
T: 05552 66055

Augenabteilung LKH Feldkirch / Sehschule
Leiter: Prim. Prof. Dr. Norbert Hausmann
Ansprechpartnerin der OrthoptistInnen: Margarete Siebmacher
Carinagasse 47
6800 Feldkirch
Tel.: 05522 303 DW 1733
Fax: 05522 303 DW 7504
E: augen@lkhf.at

 

Weiterführende Links:

Verband der Orthoptistinnen und Orthoptisten Österreichs:
Orthoptistinnen und Orthoptisten bieten Ihnen Spezialuntersuchungen, Prävention, umfangreiche Therapie und Beratung bei Schielen, Schwachsichtigkeit, Doppelbildern, Sehproblemen und Gesichtsfeldausfällen an.
www.orthoptik.at

Mini Med Studium Österreich:
„Kataraktoperationen – Wenn Augen wieder sehen können“ (Katarakt = Grauer Star)
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=209

 

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 Frau und Herz
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Hand aufs Herz
Das Frauenherz schlägt anders als das des Mannes

Frauen und Männer sind verschieden – das ist nichts Neues. In Bezug auf Gesundheit und Medizin fand dies jedoch lange zu wenig Beachtung. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist die Gleichbehandlung von Männern und Frauen ein Problem. Laut Dr. Thomas Wolber, Facharzt für Kardiologie in Götzis und Zürich, treten beispielsweise Herzinfarkte bei beiden Geschlechtern zwar gleich häufig auf, Frauen zeigen jedoch eine größere sowie komplexere Bandbreite an Symptomen auf: Schmerzen in der Brust, im Hals, Kiefer und Rücken sowie Übelkeit können beispielsweise Anzeichen dafür sein. Und: „Frauen versterben öfter als Männer an den Folgen einer Herzinsuffizienz bzw. Herzschwäche sowie aufgrund eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes“, gibt der Spezialist für Herzrhythmusstörungen zu Bedenken.

 

Beschwerden falsch eingeschätzt

Ursprünglich wurden medizinische Studien zu Herzerkrankungen vornehmlich bei Männern durchgeführt, die Ergebnisse jedoch unverändert auch auf Frauen angewandt. „Da Beschwerden bei Frauen oft falsch eingeschätzt und weiterführende Untersuchungen deutlich seltener angeordnet wurden, kam es oft zur medizinischen Unterversorgung von weiblichen Herzpatienten“, erklärt der Experte für kardiologische Erkrankungen. Bei der klassischen Abklärung in Bezug auf das Herzinfarktrisiko, der Erstdiagnose und der Zuweisung zur weiteren Untersuchung beim Herzspezialisten besteht, laut Wolber, leider auch weiterhin Nachholbedarf.

 

Geschlechtsabhängige Risikofaktoren

Über 70 Prozent der Herzinfarktpatientinnen sind älter als 75 Jahre – bei Männern treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Durchschnitt zehn Jahr früher auf. Allerdings wird auch ein Anstieg bei jüngeren Patientinnen beobachtet. Zu den Risikogruppen zählen insbesondere Raucherinnen, Frauen mit Bluthochdruck und Übergewicht sowie Diabetikerinnen, so der Herzspezialist: „Dies ist besorgniserregend, weil diese Risikofaktoren bei Frauen einen negativeren Einfluss haben als bei Männern.“ Aber auch gesellschaftliche Einflüsse, soziale Isolation und Stress spielen eine große Rolle und weisen zudem geschlechtsabhängige Unterschiede auf. Wolber: „Bei Frauen wirkt sich vor allem emotionaler Stress negativ aus.“

 

„Gesundheitsverantwortliche“ der Familie

Depressionen sind nicht nur eine häufige Begleiterscheinung bei Herzerkrankungen, sondern beeinflussen auch deren Entstehung sowie Verlauf. Laut Wolber sind depressive Symptome mit einem bis zu vierfach höheren Herzinfarktrisiko verbunden: „Frauen erkranken häufiger als Männer an Depressionen und sind dadurch besonders gefährdet.“ Positiv ist, dass das Thema Früherkennung Frauen besonders am Herzen liegt. „Das zeigte sich eindrücklich beim Präventionstag am Weltherztag im September in unserer Herz-Kreislauf-Praxis in Götzis. Das Interesse an einer modernen Herz-Kreislauf-Vorsorge war enorm“, zeigt sich Thomas Wolber erfreut. Viele Frauen sind die „Gesundheitsverantwortlichen“ in ihren Familien. Wichtig ist jedoch, dass in der Fürsorge für die Liebsten die eigene Gesundheit nicht zu kurz kommt.

 

Kontaktdaten:

Dr. Thomas Wolber
FA für Innere Medizin und Kardiologie
Spezialist für Herzrhythmusstörungen
Arzt für Allgemeinmedizin
Oberarzt am KerzKreislaufZentrum des Universitätsspitals Zürich

Herz-Kreislauf-Praxis
St. Ulrich Straße 40
6840 Götzis
T: 05523 511 83
H: www.herzpraxis.at
E: office@herzpraxis.at

Speziell für Frauen: http://frau.herzpraxis.at PLUS: Risikorechner!

 

SelbsthilfeClubs Antenne
Die Selbsthilfeservice- und Kontaktsstelle Vorarlberg bietet auch spezielle Selbsthilfegruppen für Frauen.
Höchster Straße 30
6850 Dornbirn
T: 05572 263 74
H: www.selbsthilfe-vorarlberg.at

 

Buchtipp:
„Der große TRIAS-Ratgeber: Herzinfarkt bei Frauen“ von Gabi Hoffbauer (Verlag: Trias, Februar 2001): Weibliche Risiken kennen sowie Rat und Hilfe für Frauen nach Herzinfarkt

Weiterführende Links:
Frauengesundheitsbüro des Landes Tirol
http://www2.i-med.ac.at/lbi-frauen/deutsch/frameset.htm

Mini Med Studium Österreich
„Schlagen Frauenherzen anders? Herzerkrankungen und Herztod bei Frauen“
http://www.minimed.at/modules/thema/detail.php?thema_id=41

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 Morbus Crohn & Colitis ulcerosa
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Lebenslanger Begleiter

 

Wenn der Darm leidet: Morbus Crohn & Colitis ulcerosa

Durchfall, unregelmäßiger, schleimiger oder gar blutiger Stuhlgang können wesentliche Anzeichen für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sein. Dabei unterscheidet man zwischen Morbus Crohn, der den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen kann, und Colitis ulcerosa, die sich auf den Dickdarm beschränkt. „Die Ursache der beiden Erkrankungen ist nicht endgültig geklärt. Mittlerweise wissen wir jedoch, dass sie vererbt werden können, dass aber auch verschiedene Umwelteinflüsse eine Rolle spielen“, erklärt Dr. Markus Sagmeister, Facharzt für Innere Medizin in Bregenz.

 

Ein Leben lang

Die Patienten leiden jedoch nicht nur an unregelmäßigem Stuhl. Sie sind auch oft müde, haben keinen Appetit und klagen über krampfartige oder andauernde Bauchschmerzen. Zudem können Gelenksentzündungen auftreten. In den meisten Fällen sind die Betroffen – sowohl Männer als auch Frauen – ein Leben lang mit der Krankheit konfrontiert. Der Verlauf kann sich völlig unterschiedlich zeigen. Sagmeister: „Es gibt Patienten mit seltenen harmlosen Entzündungsschüben und solche mit schweren Schüben, die auch mit häufigen Krankenhausaufenthalten verbunden sein können.“ Stress und psychische Probleme können den Zustand verschlechtern, auch wenn es sich nicht um psychosomatische, das heißt, durch seelische Beschwerden verursachte Krankheiten handelt.

 

Hohe Dunkelziffer

Oft bricht die Krankheit zwischen dem 20. und dem 40. oder ab dem 60. Lebensjahr aus. Derzeit leiden in Österreich rund 20.000 Menschen an Morbus Crohn oder Colits ulcerosa. Die Dunkelziffer wird jedoch höher geschätzt, denn über Darmerkrankungen spricht man nicht gern. Für die Diagnose stehen verschiedene Methoden, wie beispielsweise die Ultraschalluntersuchung oder die genauere, wenn auch unangenehmere Darmspiegelung, zur Verfügung.

 

„Relativ normales Leben“

Eine spezielle Diät für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gibt es nicht. Wenn ein Patient gewisse Lebensmittel nicht gut verträgt, dann soll er diese nicht essen, so der Experte. Wissenschaftliche Belege gäbe es dafür aber nicht. Die Behandlung erfolgt daher fast ausschließlich medikamentös und zwar sehr individuell, je nach Schweregrad der Erkrankung. Doch obwohl ständig neue sehr wirksame Präparate erhältlich sind, können diese die Krankheit lediglich eindämmen: Medikamente zielen zunächst darauf ab, einen akuten Entzündungsschub in eine Ruhephase überzuleiten und diese anschließend langfristig zu erhalten. Sagmeister: „Die Mehrzahl der Betroffenen kann gut therapiert werden und somit auch ein relativ normales Leben führen.“

 

Kontaktdaten:

Univ.-Doz. Dr. Med. Mag. Markus Sagmeister
Facharzt für Innere Medizin
Oberarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie und Hepatologie am Kantonsspital St. Gallen
Facharztpraxis für Innere Medizin
Kornmarktstraße 2 6900 Bregenz
T: 05574 53600
E: praxis.sagmeister@aon.at
H: www.praxis-sagmeister.at

 

Selbsthilfegruppe bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
ÖMCCV (Österreichische Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung)
1. Wiener Selbsthilfezentrum Obere Augartenstraße 26-28 1020 Wien
Büro, das jeden Dienstag von 9:00 bis 12:00 und 17:00 bis 19:00 besetzt ist, außerhalb der Bürozeiten kann man aufs Band sprechen.
T+F: 01/333 06 33
E: office@oemccv.at
H: www.oemccv.at

Zweigstelle Vorarlberg  - Heidi Türtscher
Carinaweg 19 6800 Feldkirch-Tisis
T: 0664 73620885 oder 0664 5834477


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 Osteoporose
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Höheres Risiko für Frauen

Am 20. Oktober ist Welt-Osteoporose-Tag. Damit soll auf die auch als "Knochenschwund" bekannte Krankheit aufmerksam gemacht werden, die bei Frauen und bei Männern weit verbreitet ist. Zwar tritt die Skeletterkrankung, die mit reduzierter Knochenqualität einhergeht, bei den meisten erst ab dem 50. Lebensjahr bzw. bei Frauen nach der Menopause auf, doch: "Das bedeutet nur, dass die Beschwerden bzw. das erhöhte Knochenbruchrisiko mit fortgeschrittenem Alter gehäuft vorkommen", erklärt Doz. Dr. Günter Höfle, Chefarzt Primar der Abteilung für Innere Medizin am LKH Hohenems.

 

Schon in der Jugend vorbeugen

Durch die steigende Lebenserwartung zählt Osteoporose heute zu den großen Volkskrankheiten. Jede dritte Frau und jeder siebte Mann über 50 sind betroffen. Laut Höfle haben Frauen ein höheres Osteoporoserisiko, weil der Östrogenspiegel in den Wechseljahren abfällt. Zudem spielen Unterschiede im Körperbau und genetische Faktoren eine Rolle. "Je früher man vorbeugt, desto besser. Optimalerweise sollte die Vorsorge schon in der Jugend beginnen, da in dieser Zeit der Knochenaufbau stattfindet."

 

Ernährung, Bewegung, Lebensstil

Bei der Vorbeugung sind richtige Ernährung, regelmäßige Bewegung und Sport, kontrolliertes Muskelaufbau-Training und ein angemessener Lebensstil entscheidend. Konkret bedeutet das: Reduzieren sie den Fleisch- und Alkoholkonsum. Essen sie Vitamin-D-reiche Seefische sowie Milchprodukte, Eier, Brokkoli, Lauch, Kohl, Sesam usw., denn diese liefern Kalzium. Gleichzeitig sollte man bedenken, dass bestimmte Nahrungsmittel, wie Kaffee, Zucker oder Schokolade, den Kalziumbedarf erhöhen. Nehmen sie die Treppen, gehen sie wandern, tanzen und Rad fahren. Vermeiden sie Nikotin und genießen sie die Sonne, natürlich gut geschützt und in Maßen.

 

Früherkennung möglich

"Osteoporose wird durch die Knochendichtemessung festgestellt. Bei einem hohen Risikoprofil führen wir diese Messung schon sehr früh durch", so Günter Höfle. Eine vorzeitige Erkennung ist also prinzipiell möglich – sofern man die Risikofaktoren kennt! Dazu zählen beispielsweise Rheuma, Untergewicht, Rauchen, verschiedene Erkrankungen von Leber, Magen, Darm oder Nieren, falsche Ernährung, Bewegungsmangel sowie verschiedene Medikamente. Zudem ist die weit verbreitete Skeletterkrankung nach dem heutigen Kenntnisstand vererbbar. Die Genesungschancen sehen leider nicht so gut aus: Nur in manchen Fällen ist die Krankheit heilbar. Trotzdem macht Höfle auch Mut: "Durch Medikamente, Vermeiden von Stürzen, richtige Ernährung und Muskeltraining werden die Beschwerden zumindest gelindert."

 

Kontaktdaten:

Chefarzt Primar. Doz. Dr. Günter Höfle
Abteilung für Innere Medizin
Landeskrankenhaus Hohenems
Bahnhofstrasse 31 6845 Hohenems
T: 05576 703 - 0
www.lkhh.at/interne


Osteoporose Selbsthilfegruppen in Vorarlberg

Die Selbsthilfegruppen bieten beispielsweise Osteoporoseturnen an, das von Personen geleitet wird, die über die Initiative „Sichere Gemeinde“ eine Zusatzausbildung gemacht haben.
Nähere Informationen über Osteoporoseturnen und weitere Angebote geben die jeweiligen Kontaktpersonen gerne persönlich.

SOB- Selbsthilfegruppe Osteoporose Bregenz
Clemens-Holzmeister-Weg 2
6900 Bregenz
Obfrau: Christine Oberforcher
E: sob_osteoporose@gmx.at

Treffen: jeden 2. Mittwoch im Monat, 17 Uhr
Ort: Sozialzentrum Mariahilf, Haus II (Bregenz)

 

Lebensraum Bregenz
T: 05574/ 52 7 00
E: elisabeth.metzler@lebensraum-bregenz.at

 

Osteoporose Selbsthilfe Bludenz
Oberfeldweg 9
6700 Bludenz
Kontakt: Liv Sprenger
T: 05552 62048
E: sprenger.liv@cable.vol.at

Treffen: jeden letzten Donnerstag im Monat, 15 Uhr
Ort: Gasthaus Füchsle (Sturnengasse, Bludenz)

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 Normales Leben trotz Epilepsie
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"Viele Patientinnen bekommen gesunde Kinder"

Mitten auf der Straße: Eine Passantin stößt plötzlich einen Schrei aus, stürzt zu Boden, verliert das Bewusstsein, verdreht die Augen, krampft, beißt sich auf die Zunge. Minuten später ist alles vorbei. Die Frau hat soeben einen epileptischen Anfall erlitten, sie selber weiß davon nichts. Laut Dr. Sabine Federspiel-Simma, Neurologin in Bregenz, ist das bei starken Anfällen nicht außergewöhnlich. Schwächere Anfallsformen verlaufen weniger dramatisch: Die Patienten sind z.B. kurz verwirrt, haben Zuckungen oder verhalten sich unnatürlich. Bei einem epileptischen Anfall kommt es zur gleichzeitigen Entladung von Nervenzellen. Federspiel-Simma: "Das Gehirn ist wie eine Landkarte. Wenn es vorübergehend zu einer regionalen Funktionsstörung kommt, reagiert der Körperteil, für den diese Region verantwortlich ist."

 

Alltag leichter bewältigen.

Derzeit leiden ca. 45.000 Österreicher an Epilepsie, jährlich kommen rund 3.000 dazu. Im Alter zwischen 20 und 40 erkranken etwa 20 von 100.000 an Epilepsie. So viel zu den Zahlen. Doch: Wie sehr beeinträchtigt die Krankheit das tägliche Leben? Betroffene können ein relativ normales Leben führen, wenn sie unter anderem konsequent ihre Medikamente einnehmen, einen regelmäßigen Schlafrhythmus einhalten oder Alkohol in großen Mengen vermeiden. "Natürlich gibt es Einschränkungen, z.B. die Fahrtüchtigkeit oder den Berufswunsch betreffend. Auch durch die Nebenwirkungen der Medikamente. Aber je besser Patienten mit ihrer Krankheit umgehen, desto höher ist die individuelle Lebensqualität", erklärt die Neurologin. Dazu gehört auch, dass man sich outet und das soziale Umfeld über seine Krankheit aufklärt.

 

Kinderwunsch?

Ein Drittel der an Epilepsie erkrankten Frauen sind im gebärfähigen Alter. Federspiel-Simma spricht daher die Themen Verhütung und Kinderwunsch bereits immer frühzeitig an. "Bestimmte Antiepileptika können die Wirkung der Pille negativ beeinflussen. Diese Frauen müssen mit Kondom oder Spirale verhüten." Gute Planung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Neurologen und Gynäkologen sind eine gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Die Gefahr einer Missbildung ist aufgrund der Medikamenteneinnahme erhöht, so die Expertin: "Patientinnen mit Kinderwunsch bekommen von Anfang an Folsäure und, wenn möglich, eine Monotherapie, also nur ein Antiepileptikum." Grundsätzlich können die Patientinnen normal entbinden und je nach medikamentöser Therapie stillen. Und: Vererbt wird Epilepsie nur äußerst selten.

 

Kontaktdaten:

Dr. Sabine Federspiel-Simma

FA für Neurologie

Kirchstrasse 7

6900 Bregenz

T: 05574 544 58

sa.federspiel@medinfo.at

Selbsthilfe Epilepsie, Vorarlberg

SelbsthilfeClubs Antenne

Höchster Strasse 30

6850 Dornbirn

T: 05572 26374

www.selbsthilfe-vorarlberg.at

Gruppentreffen finden jeweils um 20.00 Uhr und am letzten Montag im Monat statt.

Buchtipp:

„Epilepsie - plötzlich und unerwartet: Was Epilepsie ist und was sie bedeutet - Rat für Betroffene, Angehörige und Betreuende“ von Annette Fink (Verlag: Oesch, April 2007): Ratgeber für Betroffene und Angehörige „Das große TRIAS-Handbuch Epilepsie“ von Dr. Günter Krämer (Verlag: Trias, August 2005): 200 klare Antworten ihre Fragen!

 

 

 

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 Im Kampf gegen das Fett
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Band oder Bypass?
Mitarbeit ist entscheidend.

Immer mehr Menschen sind übergewichtig. Doch es wäre falsch zu behaupten, dass dahinter nur fehlende Selbstdisziplin steckt. Die Ursachen können körperliche Störungen, Umwelteinflüsse, psychische, aber auch genetische Faktoren sein. Fettleibigkeit bzw. Adipositas ist mehr als ein rein kosmetisches Problem, weiß Dr. Elisabeth König, Chirurgin am LKH Bregenz: "Es ist eine Krankheit, die eine ernste Bedrohung der Gesundheit darstellen kann. Der Ausgang ist eine Essstörung, also die Fett- bzw. Esssucht." Im Kampf gegen das Fett ist die Adipositas-Chirurgie meist der letzte Ausweg. "Menschen, die zu mir kommen, haben schon etliche Diäten hinter sich. Haben versucht durch Sport, Medikamente oder Psychotherapie abzunehmen", erklärt König.

 

Magen-Darm-Bypass...

Operative Maßnahmen werden ab einem Body-Mass-Index von über 40 vorgenommen. Seit zwei Jahren führt Elisabeth König Magen-Darm-Bypass-Operationen durch. Dabei wird der Großteil des Magens abgetrennt und zusammen mit einem Teil des Dünndarms umgangen. Dadurch wird der Stoffwechsel eingeschränkt, was diese Methode so effektiv macht. Laut König ist die Bypass-Operation jedoch sehr risikoreich: "Es kann sowohl während des Eingriffs als auch bei der Heilung zu zahlreichen Komplikationen kommen."

 

...oder Magenband?

Im Gegensatz zum Magen-Darm-Bypass ist das Einsetzen eines Magenbands technisch einfacher. Jedoch kann es dabei im Verlauf zu Schwierigkeiten kommen: Das Band kann verrutschen oder kaputt gehen. Außerdem kann die Speiseröhre einen dauerhaften Schaden davontragen. Zudem belügen sich Patienten mit einem Magenband häufig selber: Sie nehmen zwar weniger zu sich, dafür aber Schokodrinks, Cremesuppen und andere kalorienreiche Produkte. "Und leider beobachten wir sehr oft, dass diese Menschen innerhalb kürzester Zeit wieder zunehmen, sobald das Magenband herausgenommen wird", so Elisabeth König.

 

Kooperation und "3-Säulen-Gerüst"

Ob Band oder Bypass, laut König ist das Wichtigste die Compliance, das heißt die Mitarbeit bzw. Kooperation des/der Patienten/in. Vor jedem chirurgischen Eingriff wird zuerst abgeklärt, ob der- oder diejenige überhaupt bereit ist, die Ernährung bzw. die Einstellung zum Essen zu verändern, erklärt Elisabeth König: "Wir arbeiten mit einem so genannten ‚3-Säulen-Gerüst: Chirurgie, Ernährungsberatung und Psychotherapie. Diese Gerüst kann helfen und unterstützen, aber die Sucht zu bewältigen, ist die Aufgabe des/der Patienten/in. Und eines muss klar sein: Ohne Compliance macht die Operation keinen Sinn."

 

Kontaktdaten:

Dr. Elisabeth König
Chirurgin am Landeskrankenhaus Bregenz

Privatordination:
Lustenauer Strasse 64,
6850 Dornbirn
T: 05572 29471

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 Hat mein Kind schon Sex?
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Rund ums Erste Mal

Sexuelle Aktivität zeigt sich schon bei Kleinkindern: Sie durchleben eine „individuelle Entdeckerphase“, beispielsweise in Form von Selbstbefriedigung. Ab dem Teenageralter wollen viele Jugendliche mehr. Während die Pubertät ihrer Eltern zwischen zwölf und 14 anfing, ist mittlerweile laut Dr. Harald Geiger, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Dornbirn, eine „Vorverlegung“ des Pubertätsbeginns zu beobachten: Immer mehr Mädchen haben bereits mit elf ihre erste Monatsblutung. Weiters zeigen Studien, dass jede(r) Zehnte 14-jährige schon einmal Geschlechtsverkehr hatte. Bis zum Alter von 17 Jahren steigt dieser Anteil auf 3/4 bei den Mädchen und 2/3 bei den Buben.

 

Gefahr: Teenagerschwangerschaft.

Frühe Sexualität ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Durch ungeschützten Verkehr steigt nicht nur die Gefahr einer Infektion, wie z.B. HIV, sondern auch die einer Teenagerschwangerschaft. Die meisten werden ungewollt schwanger, entsprechend hoch liegen auch die Abtreibungsraten. Kinderarzt Geiger ist überzeugt, dass die Pille danach zu wenig bekannt ist. Um den Eintritt einer Schwangerschaft zu verhindern, muss sie innerhalb von 72 Stunden nach einem ungeschützten Verkehr eingenommen werden. Je eher, desto besser. Zudem betont der Vater von vier Kindern: „Es handelt sich dabei nicht um eine Abtreibung. Eine eventuell bereits bestehende Schwangerschaft wird dadurch auch nicht abgebrochen.“

 

Respektieren und Grenzen setzen.

Eltern spielen bei der Aufklärung eine wichtige Rolle. Trotzdem müssen sie respektieren, dass jeder das Recht hat, seine eigenen sexuellen Erfahrungen zu machen – so auch Sohn oder Tochter. Geiger räumt jedoch ein: „Wenn erkennbar ist, dass sich der Jugendliche durch sein Verhalten selber schadet, sollte man nicht zögern, professionelle Hilfe, zum Beispiel in Form einer Beratung, in Anspruch zu nehmen.“ Abgesehen davon ist es wichtig, dass man als Elternteil klar sagt, was man vom Jugendlichen erwartet. Haben Eltern das Gefühl, das eine sexuelle Beziehung zu früh für ihr Kind ist, könnten sie beispielsweise sagen: „Wir sehen, dass du dich sehr zu deinem Freund/deiner Freundin hingezogen fühlst, möchten aber nicht, dass du intim mit ihm/ihr wirst.“ Dadurch machen Eltern deutlich, dass sie die Gefühle ihres Kindes verstehen, zeigen aber gleichzeitig Grenzen auf.

 

Sexualerziehung.

Jugendliche sollten ihren Körper in sexueller Hinsicht kennen und verstehen. „Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sexualerziehung. Außerdem findet man beispielsweise unter teenstar.at gute Programme und Angebote“, so Geiger, der in seiner Praxis auch eine Jugendsprechstunde anbietet. Bei sexuellen Fragen und Problemen sind Internet-Foren sehr beliebt, wo verschiedene Spezialisten Antwort geben. Klar ist: Die Pubertät ist eine schwierige Phase – sowohl für Jugendliche, als auch für Eltern. Je offener Fragen gestellt und je klarer Antworten gegeben werden, desto besser klappt das Erwachsenwerden.

 

Kontaktmöglichkeiten:

Dr. Harald Geiger (FA für Kinder- und Jugendheilkunde)
Moosmahdstrasse 36
6850 Dornbirn
T: 05572 241 41
E: info@praxisdrgeiger.at
H: www.praxisdrgeiger.at


Ehe- und Familienzentrum
Ansprechperson: Ingrid Holzmüller
Herrengasse 4
6800 Feldkirch
T: 05522 / 74139-0
E: efz@kath-kirch-vorarlberg.at
H: www.efz.at

 

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 Psychosomatik
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Ursache: unklar - Wenn Herz, Magen und Darm reagieren

Reizdarm, Herzbeschwerden und chronische Harnwegsinfekte sind nur drei von vielen Beschwerden, mit denen vor allem Frauen zu kämpfen haben. Oft bestehen die Leiden schon sehr lange, bevor man einen Arzt aufsucht, von dem man sich Heilung erwartet. Doch die Hoffnungen bleiben leider häufig unerfüllt und die PatientInnen werden mit der Antwort nach Hause geschickt: „Es gibt keinen organischen Befund, der das Ausmaß ihrer Beschwerden erklärt!“ Oder anders ausgedrückt: Rein körperlich ist das Leiden nicht zu erklären.

 

Funktionelle Störungen

„Bei psychosomatischen Beschwerden ist das betroffene Organ gesund, aber die Funktion ist gestört bzw. verändert“, weiß der Leiter der Abteilung Psychosomatik des LKH Rankweil Dr. Georg Weinländer. Insbesondere junge Frauen leiden an unklaren Magen-Darm-Beschwerden mit vielschichtigen Symptomen. „Wir spüren unseren Darm meist nicht. Durch Blähungen, häufigen Stuhlgang oder sogar stechende Schmerzen werden PatientInnen auf Magen und Darm aufmerksam“, erklärt Weinländer. Panikattacken, die sich durch überfallsartige Gefühle von Ängstlichkeit, Herzklopfen, Enge in der Brust, Atemnot und Schweißausbrüche ankündigen, werden oft als Herzbeschwerden wahrgenommen. Eine genaue ärztliche Abklärung ist hier sehr wichtig.

 

Konflikt: Körper – Seele

Was auch immer hinter diesen Beschwerden steckt, es geht stets um den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper, betont der Facharzt für Innere Medizin: „Die Ursachen sind in den meisten Fällen Konflikte in der Beziehung zu wichtigen Bezugspersonen, zu den Eltern, Lebenspartnern oder Vorgesetzten.“ Es sind aber nicht nur zwischenmenschliche Divergenzen, sondern auch Konflikte zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit: Viele junge Frauen können es kaum erwarten, sich endgültig von zu Hause zu lösen und im Leben Fuß zu fassen. Oft ist dies jedoch mit großer Angst verbunden. Eine weiterer Grund ist laut Weinländer Stress: „Das ist sehr subjektiv. Die Frage ist, wie geht man mit Situationen, die Stress bereiten, besser um?“

 

Mut zur Neugier

Um psychosomatische Krankheiten zu behandeln, braucht es neugierige ÄrztInnen, so Primar Weinländer: „Wichtig ist, den zeitlichen Zusammenhang zwischen den körperlichen Beschwerden und den psychischen Problemen herauszufinden.“ Außerdem helfen ein gut funktionierendes soziales Netz und Freunde, denen man seine Probleme mitteilen kann. „Natürlich gehen wir therapeutisch vor und machen im Grunde nichts anderes, als mit den Patientinnen viel zu reden.“ Ob ein stationärer Aufenthalt überhaupt notwendig ist, wird bei einem ambulanten Vorgespräch gemeinsam entschieden. Eine Überweisung ist übrigens nicht erforderlich, betont Weinländer: „Jede und jeder kann zu uns kommen. Angst vor einer Therapie muss niemand haben. Vielmehr wollen wir helfen Angst zu bewältigen, Konflikte zu lösen und somit Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen.“

 

Kontaktdaten: 

Department für Psychosomatik & Psychotherapie

Leitung:
Primar Dr. Georg Weinländer
(FA für Innere Medizin & Psychosomatik)


Valdunastrasse 16
6830 Rankweil
T: 05522 403 5100
E: psychosomatik.sekretariat@lkhr.at
H: www.lkhr.at/psychosomatik


 

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 Hormone - Botenstoffe für die Schönheit und gegen das Altern?
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Hormone - Botenstoffe für die Schönheit und gegen das Altern?

Ohne Hormone läuft bei uns nichts. Diese wichtigen Botenstoffe sind zwar nur in sehr geringen Mengen im menschlichen Körper vorhanden, doch sorgen sie dafür, dass die verschiedensten Prozesse richtig funktionieren. Hormone regulieren den Stoffwechsel von Muskeln, Knochen und Geweben, sie mobilisieren Abwehrkräfte bei Belastungen wie Stress oder Infektionen, sie sorgen für das Energiegleichgewicht, indem sie beispielsweise den Wasser- und Nährstoffhaushalt regulieren, und sie steuern unsere Sexualität.

 

Östrogen & Co.

Die wichtigsten Hormone für die Frau sind die Östrogene und das Progesteron: Sie regulieren nicht nur den Menstruationszyklus, sondern beeinflussen auch, ob frau sich wohl fühlt, gereizt reagiert oder leicht eine Grippe einfängt. Die so genannten weiblichen Hormone wirken vor allem positiv auf den Körper, beispielsweise verbessern Östrogene Haut, Haare und Nägel. Laut Dr. Susanne Mathis-Kolb, Gynäkologin in Bregenz, darf aber nicht folgender Schluss gezogen werden: Je mehr Östrogene, desto besser, denn „jede Frau hat einen anderen Hormonhaushalt. Dementsprechend verschieden reagieren Frauen auf hormonelle Einflüsse. Viele Frauen fühlen sich während der ersten Zyklushälfte, welche östrogendominiert ist, wohler. Während der zweiten Zyklushälfte überwiegt der Progesteroneinfluss, es können z. B. vermehrt Hautunreinheiten oder Stimmungsschwankungen auftreten.“

 

Life-Style-Medikamente?

Östrogene und Progesteron haben also sowohl positive, als auch negative Auswirkungen. Der Ruf nach Verstärkung der positiven Effekte bzw. Verringerung der negativen wird immer lauter. In den USA sind so genannte „Life-Style-Medikamente“ im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Im Kampf gegen das Älterwerden schlucken zahlreiche US-Frauen Hormonjünger oder spritzen sich angebliche Jungbrunnen-Hormone, wie das Human Growth Hormone (HGH) oder Melatonin. Die Vorarlberger Ärztinnen und Ärzte stehen diesen Hormongaben eher kritisch gegenüber. „Beim Einsatz so genannter Anti-Aging-Hormone sind bis heute weder die positiven noch die negativen Wirkungen wissenschaftlich eindeutig geklärt. Skeptiker warnen auch vor einem erhöhten Krebsrisiko“, so Dr. Mathis-Kolb.

 

Omega-3, Johanniskraut und Bewegung

Gegen das Älterwerden helfen aber nicht nur Hormon-Cocktails, sondern auch fette Seefische, wie Makrele, Hering, Thunfisch oder Lachs, Raps-, Soja- und Weizenkeimöl sowie Walnüsse. All diese Nahrungsmittel enthalten Omega-3-Fettsäuren. „Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass diese Fette Anti-Aging-Effekte haben könnten. Ebenso wie Grüntee oder die Vitamine C und E in der richtigen Dosierung“, erklärt Gynäkologin Mathis-Kolb. Auch in Bezug auf die negativen Effekte, ist frau nicht hilflos dem weiblichen Zyklus ausgeliefert: Johanniskraut hilft gegen Stimmungsschwankungen, Mönchspfeffer wird bei Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt. Regelschmerzen können durch Bewegung gelindert werden und ballaststoffreiche Nahrung zügelt Wassereinlagerungen während der Regel. Susanne Mathis-Kolb betont jedoch, dass primär immer abgeklärt werden sollte, ob organische Ursachen für die Beschwerden vorliegen: „Eine fachärztliche Untersuchung im Vorfeld ist unumgänglich!“

 

Facts

  • Gegen Stimmungsschwankungen: Johanniskraut (Tee, Kapsel, Tropfen)
  • Gegen prämenstruelle Beschwerden: Entwässernde Kräutertees, Brennesseltee, kohlenhydrat- und eiweißreiche Kost, Entspannung
  • Gegen Zyklusunregelmäßigkeiten: Mönchspfeffer, Himbeerblättertee, Frauenmanteltee
  • Anti-Aging: Grüntee, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C (Zitrusfrüchte, Paprika, Kartoffeln), Vitamin E (Erdnüsse, Sojabohnen), Beta-Carotin (Karotten, Spinat, Tomaten), Kalzium (Michprodukte, Fisch, grünes Blattgemüse), natürliche „Anti-Aging-Lebensmittel (Erbsen, Bohnen, Linsen enthalten Phyotohormone); Bewegung und Sport
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