Ärztliche Ausbildung in Vorarlberg hat sich erneut verbessert
VORARLBERG, EVALUIERUNG
Ärztekammer ist erfreut über das Ergebnis der aktuellen Ausbildungsevaluierung
Die ärztliche Ausbildung in Vorarlberg wird von den jungen Medizinerinnen und Medizinern von Jahr zu Jahr besser bewertet. Das zeigt das Ergebnis der diesjährigen Ausbildungsevaluierung der Österreichischen Ärztekammer, die von der ETH Zürich ausgewertet wurde. Demnach hat sich die Ausbildungsqualität in Vorarlberg vom bundesweit sechsten Platz im Vorjahr auf nunmehr Rang fünf verbessert. Vor zwei Jahren lag Vorarlberg noch auf dem letzten Platz im Bundesländervergleich. 452 Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung wurden diesmal in Vorarlberg befragt, die Rücklaufquote betrug 75 Prozent – der höchste Wert in Österreich.
Für die Evaluierung konnten alle Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung die wichtigsten Faktoren ihrer Ausbildung anonym beurteilen. Von maximal möglichen 6 Punkten (Bewertungen zwischen 5,5 und 6,0 sind sehr gut, Bewertungen unter 3,5 ungenügend) erreicht Vorarlberg einen Gesamtwert von 4,80 und landet damit auf Platz fünf. Zum Vergleich: Am besten schneidet heuer das Burgenland mit 4,88 Punkten ab, am schlechtesten wird die Ausbildung mit 4,65 Punkten in Wien bewertet. Der österreichweite Durchschnitt liegt bei 4,76 Punkten.
Die ärztliche Ausbildung in Vorarlberg hat sich in fast allen abgefragten Bereichen (Globalbeurteilung der Ausbildungsstätte, Fachkompetenz, Lernkultur, Führungskultur, Entscheidungskultur, Betriebskultur und evidenzbasierte Medizin) verbessert. Und bei der Beurteilung der acht größten Fächer sticht vor allem ein Bereich deutlich hervor: Die Ausbildung in Anästhesiologie und Intensivmedizin wird in Vorarlberg mit 5,47 Punkten österreichweit am besten beurteilt, auch im Fach Innere Medizin zählt das Land mit 4,90 Punkten zu den drei besten Bundesländern.
„Es ist erfreulich zu sehen, dass sich die Ausbildungsqualität in Vorarlberg weiterhin verbessert und die erarbeiteten Veränderungen Wirkung zeigen“, sagt Luca Gallastroni, Sprecher der Vorarlberger Turnusärzte. „Sparmaßnahmen und Strukturreformen dürfen diesen Trend nicht stoppen.“ Um die ärztliche Ausbildung weiter zu verbessern, fordert Gallastroni die Einrichtung von Ausbildungs-Bereichsleitungen an allen Abteilungen – auch wenn das zusätzlich Geld und Personal benötige. Zudem müssten die für die Ausbildung verantwortlichen Ärztinnen und Ärzte dringend weiter zeitlich entlastet werden, damit sie sich noch intensiver um die auszubildenden Kolleginnen und Kollegen kümmern können.
Auch für Ruth Krumpholz, Vorsitzende des Ausschusses für ärztliche Ausbildung in der Ärztekammer, zeigt das Ergebnis, „dass sich die Bemühungen der Ärztekammer lohnen, die Ausbildung ist stärker in den Fokus der Verantwortlichen gerückt.“ Der eingeschlagene Weg müsse nun weitergegangen werden: Lernen von Abteilungen mit sehr guter Bewertung und Unterstützung dort, wo es nicht so gut läuft. Wichtig ist für Krumpholz auch die Einrichtung von standardisierten Prozessen in allen Ausbildungsbereichen sowie die verpflichtende Weiterbildung der Ausbildner:innen.