KOMMUNIKATION

Ärztinnen und Ärzte müssen im klinischen Alltag regelmäßig schwierige und belastende Nachrichten überbringen. Aus Ausbildung, Erfahrung, Ethik und wissenschaftlich etablierten Kommunikationsprotokollen wissen wir, dass weder beschwichtigende Relativierungen noch schonungslose, unstrukturierte Offenheit dabei hilfreich sind.

Es hilft einer Patientin oder einem Patienten nicht, eine belastende Diagnose mit dem Hinweis zu relativieren, es sei „eh kein Krebs“, oder sie oder ihn damit zu beruhigen, dass andere bereits Metastasen hätten und sie oder er nicht. Professionelle Kommunikation bedeutet vielmehr: klare Information, Anerkennung der Belastung, Empathie, Orientierung und konkrete nächste Schritte.

Vor diesem Hintergrund ist die Kommunikation rund um die Ambulanzschließung in Hohenems mehr als problematisch. Nun zeigt sich das wahre Gesicht der notwendigen Sparmaßnahmen im Land. Gleichzeitig zeigt sich erneut das Fehlen einer sensiblen, modernen Führungskultur. Die Belegschaft wurde mit zahlreichen offenen Fragen zurückgelassen – ohne ausreichende Orientierung, ohne klare Prozessbeschreibung oder nachvollziehbare Dienstanweisungen für den klinischen Alltag. Besonders deutlich wird dies an einer einfachen Frage: Was passiert, wenn sich trotz gesperrter Ambulanz weiterhin eine Patientin oder ein Patient im LKH Hohenems vorstellt?

Bisher war selbstverständlich, dass eine Patientin oder ein Patient, die oder der sich in einem Krankenhaus vorstellt, ärztlich gesehen und zumindest erstbeurteilt werden muss. Wenn eine Ambulanz geschlossen wird, muss daher eindeutig geregelt sein, wer Verantwortung trägt, wer die Ersteinschätzung vornimmt, wer die Patientin oder den Patienten informiert, wer eine allfällige Weiterleitung organisiert und wer im Zweifel Rettung oder Notarzt verständigt. Soll das künftig der Portier entscheiden? Soll er gegebenenfalls den Notarzt rufen und den Weitertransport in ein anderes Landeskrankenhaus organisieren? Oder gibt es eine klare medizinische, rechtliche und organisatorische Dienstanweisung, die der Belegschaft bisher nicht transparent kommuniziert wurde?

Eine Ambulanzschließung ist kein rein administrativer Vorgang. Sie betrifft Versorgungssicherheit, Patientensicherheit, ärztliche Verantwortung, Arbeitsorganisation und das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Führung. Wenn Sparmaßnahmen notwendig sind, müssen sie professionell, transparent und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Nicht akzeptabel ist eine Kommunikation, die Verunsicherung relativiert, offene Fragen stehen lässt und die Belegschaft durch den Vergleich mit noch schlechteren Alternativen zur Dankbarkeit anhält.