BUNDESKURIE

Mit dem Rücktritt von Harald Mayer als Bundeskurienobmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer endet eine über zwei Jahrzehnte prägende Phase der Bundeskurie, auf die viele Mitglieder mit gemischten Gefühlen zurückblicken. Mayer stand in dieser Funktion seit 2003 der Bundeskurie vor und war damit rund 22 Jahre eine der zentralen Figuren der bundesweiten Standespolitik der angestellten Ärzteschaft.

Mit Daniel von Langen übernimmt nun ein neuer Bundeskurienobmann die Verantwortung. Der Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin aus Tirol wurde im März 2026 zum Obmann gewählt und ist damit zugleich Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer.

Von Langen steht für eine neue Generation standespolitischer Funktionäre. Seit 2014 in der Standespolitik aktiv und zuletzt selbst Stellvertreter des Bundeskurienobmanns, bringt er sowohl Erfahrung aus der Kurienarbeit als auch einen klar formulierten Anspruch mit: die Bundeskurie strategisch neu auszurichten.

Inhaltlich zeichnen sich die Schwerpunkte der kommenden Monate klar ab: Im Zentrum steht ein konsequenter Bürokratieabbau mit der Reduktion nicht wertschöpfender Dokumentationspflichten, der Harmonisierung digitaler Systeme wie ELGA und e-Rezept sowie einer Rückführung der ärztlichen Tätigkeit auf ihre Kernaufgaben. Parallel dazu rückt die Basisausbildung in den Fokus, insbesondere der Ausbau und die verlässliche Finanzierung von Ausbildungsstellen, eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten bis zum Einstieg sowie transparente, bundesweit koordinierte Zuteilungssysteme.

Ergänzend gewinnt die Frage der Attraktivität des Arbeitsmarktes weiter an Bedeutung, insbesondere durch einen systematischen Vergleich der Verdienstmöglichkeiten in allen neun Bundesländern, die Analyse von Abwanderungstendenzen und die Entwicklung konkurrenzfähiger Modelle zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses. Schließlich steht die Versorgungsrealität im Mittelpunkt, mit einer klaren Analyse des Zusammenhangs zwischen Personalmangel, Arbeitsverdichtung und steigenden Wartezeiten, der politischen Verantwortung für strukturelle Engpässe sowie dem Ziel, eine weitere Verlagerung von Problemen in den niedergelassenen Bereich zu vermeiden.

Der Ausbau und die verlässliche Finanzierung von Ausbildungsstellen sowie die Entwicklung konkurrenzfähiger Modelle zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses sind zwei Punkte, die auch in Vorarlberg in jüngster Zeit heftig diskutiert werden. Das Personalmanagement zur Absicherung der künftigen Gesundheitsversorgung in den heimischen Spitälern zeigt nämlich massive Schwachstellen. Hier müssen Spitalsmanagement und Landesregierung dringend Lösungen und zukunftstaugliche Konzepte entwickeln, um den Spitalsbetrieb nicht zu gefährden – die Ärztekammer für Vorarlberg ist bereit, daran mitzuarbeiten.