VORARLBERG, NETZWERK

Verein "salus – Netzwerk Vorarlberger Gesundheitsberufe" gegründet

Mit dem neu gegründeten Verein salus – Netzwerk Vorarlberger Gesundheitsberufe hat das Land eine neue starke Stimme in gesundheitspolitischen Belangen. Mit Stand heute sind bereits zehn im Vorarlberger Gesundheitswesen tätige Berufsverbände dem neuen Verein beigetreten. Zählt man all deren Mitglieder zusammen, umfasst salus damit mehr als 4.000 Menschen, die sich jeden Tag rund um die Uhr um das Wohlergehen der Vorarlberger Bevölkerung bemühen.

Wer sich zu diesem Netzwerk zusammengeschlossen hat, ist schnell erklärt: Alle Gesundheitsberufe, die eine Berufsvertretung in Vorarlberg haben sowie freiberuflich und eigenverantwortlich tätig sein können, sind entweder schon in diesem neuen Verein vertreten oder können bei salus Mitglied werden. Aktuell gehören dem neuen Verein bereits die Landeskammern beziehungsweise Landes- oder Berufsverbände folgender Gesundheitsberufe an: Ärzt*innen / Apotheker*innen / Ergotherapeut*innen / Logopäd*innen / Orthoptist*innen / Pflegefachpersonen / Physiotherapeut*innen / Psycholog*innen / Psychotherapeut*innen / Soziale Arbeit.

„Der neue Verein versteht sich als Plattform zur Vernetzung der Gesundheitsberufe in Vorarlberg mit dem Ziel, den Austausch und die Zusammenarbeit der Berufsgruppen untereinander zu verbessern und deren wertvolle Arbeit an der Gesellschaft der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen“, erklärt Obmann Thomas Engl ber der offiziellen Vorstellung des Vereins im Rahmen der Dornbirner Frühjahrsmesse SCHAU!. Trotz unterschiedlicher Ausrichtungen der Berufsgruppen haben sie laut Engl alle ein gemeinsames Anliegen: eine bestmögliche und bedarfsorientierte Versorgung der Menschen im Land und die bestmöglichen Rahmenbedingungen für jene Fachkräfte, die diese unverzichtbaren Leistungen erbringen. 

Starkes gemeinsames Vorgehen
„Um die Versorgung der Menschen in allen Gesundheitsbereichen auch in Zukunft sicherzustellen, braucht es ein stärkeres gemeinsames Vorgehen insbesondere der verschiedenen Leistungserbringer im heimischen Gesundheitssystem“, erklärt Schriftführerin Jessica Domig. Der erste Schulterschluss in diese Richtung ist laut Domig mit der Gründung des Netzwerks Vorarlberger Gesundheitsberufe jetzt gelungen. Diese neue starke Stimme kann weder Politik, noch Sozialversicherungsträger, noch Wirtschaft überhören. Übrigens: Der Begriff „Salus” entstammt der Antike. Er stand in der römischen Mythologie für die Personifikation des Wohlergehens: die Heilgöttin Dea salus. Daher also der Name des Vereins.

„Die Idee für das neue Netzwerk ging aus dem noch vor der Corona-Pandemie gestarteten Visionsprozess der Ärztekammer für Vorarlberg hervor“, erklärt Kassier Burkhard Walla. Zu den dort erarbeiteten Handlungsfeldern für die Zukunft gehörten auch konkrete Schritte zu einem verstärkten Dialog mit anderen Systempartnern sowie die Institutionalisierung der gesundheitspolitischen Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Berufen und Verantwortungsbereichen im Vorarlberger Gesundheitswesen. Alsbald erfolgte laut Walla die Kontaktaufnahme zu verschiedenen Gesundheitsberufen und -organisationen im Land, die Pandemie bescherte der Weiterentwicklung des Netzwerks aus nachvollziehbaren Gründen aber eine Zwangspause.

Grundprinzip der Ausgewogenheit
2023 wurde der Dialog wieder aufgenommen, schon im Jahr darauf entschlossen sich die teilnehmenden Berufsgruppen, das bisher lose Konstrukt auf eine solide und verbindliche rechtliche Basis zu stellen und einen Verein zu gründen. Das klingt simpel, stellte sich jedoch juristisch komplizierter heraus als gedacht, galt es doch unterschiedlich Rechtsformen (Körperschaften öffentlichen Rechts sowie bundes- und landesweite Vereine und Organisationen) unter ein gemeinsames vereinsrechtliches Dach zu bringen und zu verhindern, dass sich mitgliedsstärkere Berufsgruppen wegen ihrer Quantität gegen mitgliedsschwächere Berufsgruppen durchsetzen können.

Dies gelang auch. Bald lagen die internen Zustimmungen der Berufsgruppen (insbesondere jener, deren Vorarlberger Mitglieder nicht in einem Landes- sondern in einem Bundesverband organisiert sind) zum Beitritt in dieses Netzwerk vor. Und für die Stimmenparität wurde ein Modus gewählt, der jedem Berufsverband, egal welcher Größe, eine Stimme für Abstimmungen zuerkennt, zudem wurde statt eines Mehrheitsverhältnisses das Konsent-Prinzip in die Statuten aufgenommen. Ende vergangenen Jahres wurden die Statuten von salus beschlossen, am 30. Jänner 2026 wurden diese von der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn genehmigt und das Netzwerk Vorarlberger Gesundheitsberufe vereinsrechtlich zugelassen. Das Wahlergebnis der konstituierenden Sitzung von salus am 18. Februar:

VORSTAND:
Obmann Thomas Engl (Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband Vorarlberg)
Kassier Burkhard Walla (Ärztekammer für Vorarlberg)
Schriftführerin Jessica Domig (Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen)
Obmann-Stellvertreter Christof van Dellen (Apothekerkammer Vorarlberg)
Kassier-Stellvertreter Arno Dalpra (Vorarlberger Landesverband für Psychotherapie)
Schriftführerin-Stv. Christine Gantner-Bickel (Berufsverband Öster. Psychologinnen und Psychologen)

KASSAPRÜFUNG:
Sarah Köfler (Logopädie Austria)
Elmar Sturm (Österreichischer Berufsverband der Sozialen Arbeit Vorarlberg)

SCHIEDSGERICHT:
Simone Bösch (Orthoptik Austria)
Fabian Fussenegger (Physio Austria)
Michael Kögler (Vorarlberger Landesverband für Psychotherapie)

Auch die Arbeitsfelder des Vereins für die kommenden Wochen und Monate wurden bei der konstituierenden Sitzung abgesteckt. Um salus einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, wird das Netzwerk Vorarlberger Gesundheitsberufe während der Dornbirner Frühjahrsmesse SCHAU! von 09. bis 12. April 2026 täglich in der großen Gesundheitshalle mit einem eigenen Stand vertreten sein. Neben zahlreichen Informationen über den Verein bieten die Mitglieder von salus dort auch Gesundheits-Checks, Gesundheitsberatungen, Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen für das Messepublikum an.

Zudem wird die Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen innerhalb des Netzwerks weiter intensiviert. Je besser der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Leistungserbringern im Gesundheitswesen funktioniert, desto mehr profitieren die Patientinnen und Patienten in Vorarlberg von den Angeboten, sind Obmann Engl, Kassier Walla und Schriftführerin Domig überzeugt.

Kritik an den jüngsten Sparmaßnahmen
Und nicht zuletzt steht die dringend nötige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppen auf der Agenda von salus. Die Sparmaßnahmen, die seitens der Politik und der Sozialversicherungsträger in jüngster Zeit im Gesundheits- und Sozialbereich gesetzt wurden, wirken sich nämlich nicht nur auf die Patientinnen und Patienten beziehungsweise Klientinnen und Klienten negativ aus, sondern auch auf die Leistungserbringer in diesem System.

„Während der Corona-Pandemie wurden Gesundheitsberufe als systemrelevant eingestuft, ihre Angehörigen leisteten unter widrigsten Umständen schwierigste Arbeit“, erinnern Domig, Engl und Walla: „Der Applaus der Politik und der Sozialversicherungsträger war groß, die meisten ihrer damaligen Versprechen wurden aber bis heute nicht eingelöst.“ Derzeit sammelt salus zentrale Anliegen und Perspektiven der beteiligten Gesundheitsberufe. Ziel ist es, diese gebündelten Sichtweisen zeitnah mit Entscheidungsträger:innen auf Landes- und Bundesebene sowie mit den Sozialversicherungsträgern zu teilen. Auch die Öffentlichkeit wird über diesen Prozess informiert. Im Fokus stehen unter anderem:

• die Weiterentwicklung zeitgemäßer und verlässlicher Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe,
• eine stärkere und strukturierte Einbindung der Berufsgruppen in das öffentliche Gesundheitssystem,
• der Abbau bürokratischer Hürden und unnötiger Einschränkungen für Gesundheitsdienstleister,
• transparente und faire Honorierungs- und Vergütungsmodelle,
• mehr gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für Gesundheitsberufe,
• eine frühzeitige Einbindung gesundheitsberuflicher Expertise in gesundheitspolitische  
     Entscheidungsprozesse und
• die langfristige Absicherung von Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich.