WERTSCHÄTZUNG

Die KHBG steht einmal mehr im Rampenlicht – diesmal wegen einer Entscheidung, die auf den ersten Blick lächerlich wirkt, bei genauerem Hinsehen aber symptomatisch für ein tieferliegendes Problem ist: die Frage, wie ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden umgeht. Direktor Gerald Fleisch, bekannt für seine strenge Message Control und den Umgang mit Kritik, hat sich mit der Streichung von Kernöl und Parmesan in der Kantine selbst ein Eigentor geschossen. Die kolportierte Ersparnis von etwa 25.000 Euro mag auf dem Papier wie ein kleiner Beitrag zur Budgetentlastung aussehen. Doch was auf den ersten Blick als Sparmaßnahme erscheint, entpuppt sich als teurer Imageverlust.

Kleinlichkeit mit Symbolkraft

In Zeiten, in denen die Politik mit einer Spitalsreform experimentiert, die im schlimmsten Fall mehr kostet als sie bringt, und die Millioneninvestitionen der letzten Jahre opfert und abschreibt, wirkt die Diskussion ums Kernöl wie ein schlechter Witz. Doch genau hier liegt das Problem: Während die KHBG laut Eigenaussage „nichts auf Kosten der Patient:innen“ einsparen will, wird bei Sommerlounge, Betriebsausflügen und nun auch bei der Kantinenverpflegung gespart. Das Signal an die Belegschaft ist klar: Ihr seid uns unwichtig.

Dabei wäre gerade jetzt der Moment, um mit kleinen, aber symbolträchtigen Gesten zu zeigen, dass die Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen. 25.000 Euro sind ein Tropfen auf den heißen Stein – gemessen an den Summen, die die KHBG in Medienkooperationen, Messeauftritte, Imagekampagnen oder auch in die Zeitschrift Luag a investiert. Die Beibehaltung von Kernöl und Parmesan hätte Wirkung: Sie wäre ein Zeichen, das bei den Mitarbeitenden ankommt und langfristig mehr bringt, als jede teuer erkaufte PR-Maßnahme.

Vertrauen als beste Sparmaßnahme

Die eigentliche Ironie der Geschichte liegt darin, dass die KHBG mit dieser Entscheidung genau das gefährdet, was sie eigentlich stärken müsste: die Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen. Studien zeigen immer wieder, dass zufriedene und wertgeschätzte Mitarbeitende produktiver sind, weniger krankheitsbedingt ausfallen und langfristig Kosten sparen. Die Frage ist also nicht, ob man sich Kernöl und Parmesan leisten kann, sondern ob man es sich leisten kann, solche Botschaften zu senden.

In einer Zeit, in der die Gesundheitsbranche ohnehin unter Druck steht, wäre es an der KHBG, ein Zeichen zu setzen – nicht durch teure Kampagnen, sondern durch Taten, die zeigen: Hier zählt der Mensch. Denn am Ende ist es nicht die Suppe, die über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet, sondern das Gefühl, dass man als Mitarbeitende:r ernst genommen wird.